Fridays For Future
Bild: Jannis Große
Wie 12 000 Wissenschaftler die Schülerproteste unterstützen.

Seit Monaten demonstrieren Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz und den Er­halt der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde. Die Politik motzt seither vor allem darüber, dass die Schülerinnen und Schüler freitags während der Schulzeit auf die Straße gehen.

Am Sonntag hat Christian Lindner, der Bundesvorsitzender der FDP, auf Twitter geschrieben, dass er das Engagement der Jugendlichen bei "Fridays for Future" zwar toll fände, man solche Themen aber den Profis überlassen solle.

Nun Herr Lindner. Hier sind ihre Profis:

Am Dienstagnachmittag haben 12.155 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Stellungnahme von "Scientists For Future" unterzeichnet. In der Stellungnahme steht unmissverständlich:

Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet."
Stellungnahme von "Scientists for Future"

Auch bei der Pressekonferenz in Berlin machten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler klar, dass sie die Forderungen von "Fridays For Future" nach schnellem und bestimmtem Handeln im Umwelt- und Klimaschutz voll unterstützten.

Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Klimaschutzzielen, die 2015 auf der Weltklimakonferenz festgelegt wurden.

"Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verpflichtet die Staaten völker­rechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen."

In der Pressekonferenz erklärt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW in Berlin, dass Deutschland spätestens im Jahr 2040 das Null-Emissions-Ziel erreichen sollte, damit diese Ziele weltweit erreichbar werden können. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind, nach seiner Aussage, dafür nicht ausreichend.

Wir sind die Profis und wir sagen die junge Generation hat Recht
Volker Quasching

Das Zitat und die gesamte Pressekonferenz kannst du dir hier anschauen:

Außerdem erklären die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Handlungen der einzelnen Menschen - zum Beispiel weniger Fleisch zu essen oder mehr Fahrrad zu fahren - wichtig seien, aber nicht ausreichten. Es brauche  politische Veränderungen, die keine einzelne Person beeinflussen könne. Angesprochen wurden unter anderem die Energieversorgung und die Mobilität.

"Und wenn man immer noch billiger in Deutschland fliegt, als mit der Bahn zu fahren - dann ist das einfach total hirnrissig. Dazu muss man noch nicht mal Wissenschaftler sein, das versteht man auch so", sagt zum Beispiel Eckart von Hirschhausen.

Bis Freitag können sich noch weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Stellungnahme anschließen, dann wird sie dem "Fridays For Future"-Protest überreicht. 

Fridays For Future in Hamburg
(Bild: Jannis Große)

Am Freitag, den 15. März wollen die Schülerinnen und Schüler von "Fridays For Future" weltweit in mehr als 1.000 Orten weiter für Klimagerechtigkeit streiken und demonstrieren. Allein in Deutschland soll es mehr als 150 Proteste geben.


Fühlen

#Let’s talk about us! Aufwachsen zwischen Helene und Ćevapčići: Selma und Fata sind Bosnisch-Deutsch
Ein Gespräch zwischen Fata Hasanović und Selma Zoronjić.

Zwei Menschen, viel Zeit und Unmengen bosnischer Mokka: Selma Zoronjić, 23 (bento-Autorin) und Fata Hasanović, 24 (Model und Influencerin, Ex-GNTM-Kandidatin) haben sich für die bento-Reihe "Let's talk about us" zum ersten Mal getroffen – und hatten gleich irre viel zu quatschen. 

Kein Wunder, hier geht es ja auch gleich um die großen Fragen: Pfeffi oder Rakija? Helene Fischer oder Dino Merlin? Und natürlich: Wie lief es bei dir so mit dem Aufwachsen zwischen den Kulturen?