Bild: dpa/Carsten Rehder
Neun Fakten zur umstrittenen Aktion

Unser Essen hat einen langen Weg hinter sich, bevor es in den Supermarktregalen landet. Vor allem Fleisch wird in Deutschland viel gegessen – Tiere werden daher schnell gemästet und im Akkord geschlachtet. Und kastriert.

Männliche Ferkel werden kurz nach der Geburt kastriert, damit ihr Fleisch später genießbar bleibt. Passiert das nicht, kann Schweinefleisch den sogenannten "Ebergeruch" annehmen und herber schmecken. (Pro Vieh)

Tierschützer kritisieren die Kastration von männlichen Ferkeln als schmerzhaft und quälend. Ein Gesetz zum Schutz wird aber so schnell nicht kommen – weil Bayern sich querstellt.

Der Freistaat will die Gesetzgebung im Bundesrat verhindern, wie der SPIEGEL berichtet.

Die Fakten zur Lage:

  1. Ein Gesetz soll ab 2019 vorschreiben, dass männliche Ferkel betäubt werden müssen, bevor sie kastriert werden.
  2. Bisher werden die Tiere bei vollem Bewusstsein kastriert. 
  3. Das Gesetz stammt eigentlich schon aus dem Jahr 2012, aber die Landwirte konnten sich bisher nicht auf eine einheitliche Betäubung einigen.
  4. Nun wird das Gesetz wohl auch im kommenden Jahr nicht zur Anwendung kommen – denn das bayerische Landeskabinett will sich im Bundesrat querstellen.
  5. Im Bundesrat müssen die Länder Gesetze der Bundesregierung vor Inkrafttreten absegnen.
  6. Bayern will erreichen, dass die Neuerung im Tierschutzgesetz nun bis Ende 2023 ausgesetzt bleibt.
  7. Offenbar hat Bayern die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg auf seiner Seite.
  8. In diesen Bundesländern gibt es viele Sauenhalter, die sich auf Ferkelerzeugung spezialisiert haben. 
  9. Sie verhindern so wohl weiterhin die Einführung der schmerzfreien Kastration.

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