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Wer in Deutschland lebt und Urlaub im Ausland macht, ist manchmal überrascht: Ein stilles Wasser im Restaurant? Kein Problem. Je nach Land, gehört es dazu, dass Leitungswasser ohne einen Aufpreis auf dem Tisch steht. In Deutschland ist das noch eine Seltenheit. Nun gibt es eine neue EU-Richtlinie, die das möglicherweise ändern könnte.

Woher kommt die Richtlinie?

Nach Angaben der EU-Kommission haben 23 Millionen EU-Bürger keinen Zugang zu hochwertigem und sicherem Wasser. "Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht" – so der Titel der Initiative "Right2Water", die die EU zu einer neuen Richtlinie auffordert. Demnach sei Wasser ein öffentliches Gut und keine Handelsware. Jeder Mensch habe das Recht auf Wasser und eine sanitäre Grundversorgung. 

Und: Nur 20 Prozent der Europäer halten das Leitungswasser außerhalb ihres Heimatlandes für akzeptabel – und das, obwohl die Qualität des Leitungswassers in den meisten EU-Ländern schon jetzt sehr hoch ist. Die Folge: Viele Menschen kaufen Wasser in Plastikflaschen und produzieren damit Müll. Der Konsum von Plastikflaschen könnte laut Schätzungen um rund 17 Prozent zurückgehen, wenn die Qualität von Leitungswasser verbessert werden würde. (SPIEGEL ONLINE

Laut der EU-Kommission könnten so außerdem mehr als 600 Millionen Euro gespart werden, wenn mehr Menschen einfach das Wasser aus der Leitung trinken würden.

Fast zwei Millionen Menschen haben diese Initiative unterstützt – jetzt reagiert die EU mit neuen Richtlinien: 

  • In staatlichen Gebäuden und in der Öffentlichkeit soll es Wasserzapfstellen geben, um den Verbrauch von Plastikflaschen zu verringern.
  • Restaurants und Kantinen sollen Leitungswasser gratis ausschenken.
  • Neue Bauvorschriften sollen gesundheitsschädliche Stoffe in den Leitungen verringern.

Dadurch sollen jedoch Mehrkosten von rund 1,6 bis 2,2 Milliarden Euro pro Jahr entstehen. Das heißt allerdings nicht, dass diese Richtlinien auch umgesetzt werden müssen. Es handelt sich dabei eher um Vorschläge, aber nicht um Gesetze. 

Auch die Forderung der Initiative, Wasser zum Menschenrecht zu erklären, könne aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Dafür müsste der Zugang zu Wasser als Grundrecht in den EU-Veträgen definiert sein. (Zeit Online)


Sport

Cottbus-Fans zeigen Hitlergruß – und der Verband schützt sie

Zwei verfeindete Fußballvereine treffen aufeinander – einer ist offen links, einer macht immer wieder Schlagzeilen wegen rechtsextremer Fans (SPIEGEL ONLINE). Die Anhänger stürmen den Platz, Pyrotechnik wird gezündet. Und viel schlimmer: Ein Teil der Fans zeigt immer wieder den Hitlergruß und skandiert Nazi-Parolen. 

Doch der zuständige Verband ignoriert die offen rechtsradikalen Taten, will davon nichts mitbekommen haben – und droht nun ausgerechnet dem Verein mit einem Liga-Ausschluss, der die Nazis aus dem Stadion verbannen wollte.

Was ist da los?!