Bild: Paul Zinken/dpa
Schöne Idee. Aber wir haben drei Fragen...

Die Welt geht in Plastik unter (bento). Deshalb greifen immer mehr Discounter und Supermärkte zu Maßnahmen, um Plastik zu sparen: Sie verbannen zum Beispiel Plastiktüten und Einweg-Plastikprodukte wie Strohhalme aus ihrem Sortiment (bento). Die Supermarktkette Edeka testet jetzt noch etwas anderes.

Was möchte Edeka machen?

Statt an der Wurst- und Käsetheke die Produkte in Plastikfolie zu wickeln und in eine Papiertüte zu stecken, möchte Edeka in Zukunft Mehrweg-Plastikdosen anbieten. Aber ob das wirklich so umsetzbar ist und bei den Kunden überhaupt gut ankommt, testet das Unternehmen jetzt erst mal in einem Supermarkt in Büsum in Schleswig-Holstein. 

Wie funktioniert der Verkauf in Mehrweg-Dosen?

Ähnliche Konzepte gab es schon vorher in verschiedenen Edeka-Märkten, allerdings auf Inititative der einzelnen Märkte hin. Edeka hat das Ganze jetzt allerdings nach lebensmittelrechtlichen Vorgaben systematisiert, so dass das Konzept theoretisch – wenn es denn beim Kunden gut ankommt – deutschlandweit eingeführt werden könnte. (Edeka)

Wenn Kunden an der Frischetheke einkaufen, dann können sie sich ihre Produkte in einer Mehrweg-Plastikdose geben lassen. Für diese Dose bezahlen sie einmalig je nach Größe vier bis fünf Euro extra an der Kasse. (SPIEGEL ONLINE

Wenn sie das nächste Mal wieder an der Frischetheke einkaufen, geben sie ihre Dose(n) vom vorherigen Einkauf ab und bekommen entsprechend neue Dosen, für die sie dann aber nicht noch einmal zahlen müssen. Die benutzten Dosen werden im Supermarkt gereinigt und dann wieder verwendet.

Die Kunden können allerdings weiterhin ihre Produkte in Plastikfolien und Papiertüten bekommen, wenn sie das lieber möchten. Die Dosen sind nur eine Option. 

Ist das wirklich so nützlich?

An sich eine schöne Idee, aber mal sehen, inwieweit die Kunden sie wirklich nutzen. Denn der Einkauf mit Dose ist 

  • umständlicher: man muss  daran denken, die Dose – oder auch gleich mehrere – mitzubringen, am besten auch noch in der richtigen Größe.
  • und teurer: Für jede Dose zahlt man einmalig vier bis fünf Euro, je nach Größe. Und meistens wird es mit einer Dose pro Einkauf nicht getan sein. Ja, man zahlt nur einmalig. Es könnte dennoch für einige Kunden ein Hindernis sein.

Trotzdem: Die ganze Idee ist Teil einer Kooperation von Edeka und dem World Wide Fund For Nature (WWF). Die Naturschutzorganisation arbeitet mit zahlreichen Unternehmen zusammen und unterstützt sie dabei, umweltbewusster zu arbeiten. Bei Edeka ist das Thema Verpackungen nur eines von vielen (WWF). Und auch wenn wir hier wahrscheinlich nicht von mehreren Tonnen Plastik sprechen, geht es darum, Plastikmüll zu vermeiden, was dringend notwendig ist.

Bislang sollen etwa 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren schwimmen. Laut einer Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung kommen jedes Jahr acht Millionen Tonnen hinzu. Das entspricht einer Lkw-Ladung – pro Minute. (bento)

Plastikmüll zu vermeiden schützt also die Weltmeere. Und auch wenn das, was Edeka tut, nur ein kleiner Schritt ist, ist auch ein kleiner Schritt ein Schritt.


Today

Jemand hat einen Hai aus einem Aquarium entführt – in einem Kinderwagen

Es gibt wahrscheinlich viele, die um Haie einen großen Bogen machen würden. Aber Kenner wissen: Die Tiere sind wahnsinnig liebenswert, geradezu knuddelig. Und eigentlich gibt es keinen großen Unterschied zwischen einem Hai und einem Kleinkind. Außer der Größe und den Zähnen vielleicht.

Diebe in Texas dachten sich trotzdem, dass Hai und Baby ganz gut zusammenpasst – und haben einen Hornhai in einem Kinderwagen aus einem Aquarium geschmuggelt.