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Die Regierung von US-Präsident Donald Trump plant, in fast allen Küstengewässern der USA künftig Öl- und Gasbohrungen zu erlauben. Insgesamt sollen in mehr als 90 Prozent der Küstengebiete Bohrrechte an Ölfirmen versteigert werden. 

Besonders hart: Die Ölbohrungen sollen dann auch in bisher als Schutzgebiet ausgewiesenen Abschnitten stattfinden.

Den Vorschlag hat das US-Innenministerium ausgearbeitet (hier kannst du das Dokument einsehen). Bisher ist er noch nicht final abgesegnet. Aber wenn es so kommt, werden drei sogenannte Ocean Monuments, also Unterwasser-Schutzparks, eingedampft. Zwei davon liegen im Pazifik, eins im Atlantik.

Eines der Gebiete ist "Pacific Remote Islands" nahe Hawaii. Es wurde von Ex-Präsident George W. Bush ausgewiesen und später von Barack Obama noch mal erweitert. Mit rund 1300 Quadratkilometern ist es knapp so groß wie Berlin und Hamburg zusammen. Es beherbergte komplett unberührte Korallenriffe.

Die Pläne dieses und andere Schutzgebiete nun zum Ölbohren freizugeben, wurden von Innenminister Ryan Zinke ausgearbeitet. Er erhofft sich mehr Arbeitsplätze durch die Ölbohrungen. Firmen, die die Abschnitte ersteigern, könnten dann Ölplattformen im Meer anlegen und dort bohren. Die Praxis wird Offshore-Bohrung genannt. So sehen die Plattformen aus:

(Bild: Getty Images)

Der Ölverbund API begrüßte die Idee bereits – sie sichere die "Energie-Zukunft" der USA. Dabei war Trump erst kürzlich mit der Versteigerung von Öllizenzen in Alaska gescheitert:

Bei vielen anderen stoßen die Pläne allerdings auf großen Widerstand.

Durch die Plattformen wird das marine Leben im Wasser gefährdet, Korallen sterben, der Lebensraum von Fischen wird bedroht. Bei Ölkatastrophen könnte es zu schlimmen Umweltschäden kommen.

  • Die ehemalige Leiterin der US-Ozeanbehörde, Jane Lubchenco, sagte dem britischen "Guardian", durch das Aufheben der Schutzgebiete würden einzigartige Arten bedroht.
  • Auch der republikanische Gouverneur von Florida, Rick Scott, kritisiert daher die Pläne. Es sei seine oberste Priorität, Floridas Natur zu schützen, sagte er in einem Statement.
Von Küste zu Küste müssen die Menschen diesem kurzsichtigen, Klima zerstörenden Geschenk an die Öl-Industrie widerstehen.

Die US-Regierung will dennoch erst mal an den Plänen festhalten. Innenminister Zinke hat sie nach einer Exekutivanordnung von Trump aus dem April ausgearbeitet. Damals hatte sich Trump gewünscht, mehr Bohrrechte zuzulassen – um eine "Energie-Dominanz" auf dem Weltmarkt zu erreichen. 

Ein erster Schritt in diese Richtung: Erst vor einer Woche hatte eine US-Behörde vorgeschlagen, bisher geltende strenge Vorschriften für Offshore-Bohrungen umzuschreiben oder gleich ganz abzuschaffen (Tagesschau). Die Sicherheitsauflagen seien eine unnötige Bürde für die Industrie, hieß es. Sie waren erst 2010 erlassen worden – nach der Ölkatastrophe der "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko.

Mehr zu Trumps Tagen als US-Präsident findest du hier:
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