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An der US-amerikanischen Ostküste ist es gerade ungewöhnlich kalt. Es könnte der kälteste Silvesterabend seit Jahrzehnten werden. Für Donald Trump ist das Grund genug, sich die "gute alte Erderwärmung" herbeizuwünschen und so indirekt mal wieder ihre Existenz in Frage zu stellen. Das tat der Präsident standesgemäß in einem Tweet. Er schrieb:

"Vielleicht könnten wir ein bisschen von der guten alten Erderwärmung gebrauchen, gegen die unser Land, aber nicht andere Länder, Billionen von Dollar zahlen sollten. Zieht euch schön warm an!"

Dabei hat Donald Trump allerdings Klima und Wetter verwechselt.

Das Klima beschreibt den langfristigen Zustand der Atmosphäre, das Wetter hingegen einen sehr kurzfristigen. Offenbar zu viel Detail für Donald Trump.

Die New York Times hat deswegen versucht, den Unterschied für ihn mit einem Vergleich verständlich zu machen: Ein Milliardär, der sein Porte­mon­naie vergessen habe, sei nicht arm, schrieb die Zeitung. Und ein Mensch, der unerwartet ein paar Hundert Dollar gewinne, sei auch nicht automatisch reich.

Kein Klimaforscher der Welt hat jemals behauptet, dass es wegen der Erderwärmung nun nicht doch noch ein paar kalte Wintertage geben könnte. Diese werden nur seltener. Die Anzahl ungewöhnlich warmer Tage wird dagegen zunehmen. Darin sind sich fast alle ernstzunehmenden Forscher einig (bento). 

Fünf Minuten Bildung hätten gereicht, um zu wissen, dass globale Durchschnittstemparaturen wichtig sind. Und die steigen unerbittlich.
Klimabeauftragter der Obama-Regierung

Mit dem Tweet widerspricht Trump sich selbst. Im Wahlkampf hatte er den Klimawandel noch als Mythos bezeichnet. Sein damaliger Verdacht: Die Chinesen würden dahinter stecken und mit dem Mythos den USA wirtschaftlich schaden wollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Politiker in den USA versuchen, kaltes Wetter als vermeintlichen Beweis gegen den Klimawandel anführen. Der republikanische Senator James Inhofe brachte 2005 sogar einen Schneeball in den Senat und zeigte ihn stolz seinen Kollegen. (CNN)

Donald Trump hatte zuvor den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen. Es wurde Ende 2015 beschlossen und gilt als Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel. Es sieht vor, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten zu begrenzen. (SPIEGEL ONLINE

Noch ein Tipp:

Wenn es Trump an der amerikanischen Ostküste zu kalt ist, könnte er den Rest der Welt bereisen. In den meisten anderen Gebieten der Erde ist es nämlich gerade wärmer als üblich.


Tech

Apple entschuldigt sich – und macht iPhone-Akkus günstiger
Der Konzern hatte zugegeben, alte iPhones langsamer zu machen.

Nach der Aufregung um gedrosselte iPhones hat Apple sich bei seinen Kunden entschuldigt – und bietet nun günstige, neue iPhone-Akkus zum Austausch an.

  • Außerhalb der Garantiezeit soll ein Austausch des Akkus 29 statt 79 US-Dollar kosten, kündigte Apple am Donnerstag an.
  • Preise für Europa gab es zunächst nicht.
  • Das Angebot gilt bis Ende des Jahres und für das iPhone 6 sowie spätere Modelle.
  • Außerdem soll es ein Software-Update geben, damit Nutzer künftig mehr über den Zustand des Handy-Akkus wissen (Süddeutsche Zeitung).