Ich kenne das: Man fährt auf dem Radweg, dann steht da plötzlich ein Fußgänger, ein Kinderwagen oder ein riesengroßer gelber DHL-Laster auf der Radspur und zwingt einen zum Bremsen. Das ist ziemlich doof – aber doch kein Weltuntergang!

Ein engagierter Hamburger Radfahrer sieht das allerdings etwas anders. Entrüstet postete er ein Foto von seinem Beinahe-Crash mit einem falschparkenden DHL-Laster. Dazu schrieb er die drei Sätze, die zwischen ihm und dem Paketboten gefallen sein sollen.

Vor allem die Antwort des Unternehmens sorgte bei twitternden Radfahrern für kleinere Wutanfälle. Einige griffen bei der Gelegenheit in ihr Archiv und holten ähnliche Fotos heraus.

Ja, stimmt – Falschparken ist es eine Ordnungswidrigkeit. In Extremfällen kann es zu Unfällen kommen, das stimmt auch. Doch wer von uns parkt immer ordnungsgemäß, wenn er es extrem eilig hat? Parkt sein Fahrrad nur auf den dafür vorgesehenen Stellplätzen? Und wer macht in Stresssituationen stets ein freundliches Gesicht, antwortet höflich und ist ausgeglichen?

Paketzusteller haben einen aufreibenden Job: Der Zeitdruck ist groß, Fahrer arbeiten auch für Subunternehmen und nicht bei der Post – und die arbeitet zum Teil mit befristeten Verträgen. Gleichzeitig werden durch den Online-Handel immer mehr Pakete verschickt, mehrere Millionen jeden Tag.

Für bis zu 35 Kilo bestellen wir uns Matratzen, Bettenroste, Hanteln, Kleidung – und wenn es uns nicht passt, schicken wir es einfach wieder zurück.

Sich jetzt über jeden einzelnen falschparkenden Paketboten aufzuregen, ist ziemlich kleinlich. Selbst die Polizei, die sich in die Diskussion auf Twitter eingemischt hat, zeigt Zurückhaltung. Manchmal hilft es, einfach ganz normal und zivilisiert miteinander zu reden, wenn einem das Verhalten des anderen nicht passt.

Wenn Aufregung berechtigt ist, dann allein gegenüber dem Riesenkonzern, der seine Mitarbeiter zum Teil unter fragwürdigen Bedingungen arbeiten lässt und sich auf Twitter einfach distanziert. Ansonsten ist es ziemlich hilfreich, einfach einen Gang runter zu schalten.


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