Bild: dpa/Sebastian Kahnert
Winzer kämpfen um die Ernte

Dem deutschen Wein geht es gerade nicht so gut – und damit auch nicht den Winzern. Denn der Frost der letzten Aprilnächte – vor allem in Süddeutschland – schadet den Weinstöcken. Die Temperaturen sanken auf bis zu - 7 Grad Celsius. Dadurch sind die frischen Triebe der Rebstöcke großteils erfroren.

Müssen wir jetzt deshalb unsere 2016er Flaschen horten? Oder können wir trotzdem im Herbst noch einen aktuellen Jahrgang genießen? Wir haben uns bei jungen Winzern im Land umgehört.

Wird es diesen Herbst überhaupt deutschen Wein geben?

Ja, das auf jeden Fall. Aber Einbußen kann es geben. Vom Frost sind vor allem Weinreben betroffen, die zu den Frühsorten gehören – zum Beispiel der Chardonnay oder der Dornfelder. "Jetzt schon über genaue Zahlen zu sprechen, ist aber noch zu früh – im Mai kommen noch die Eisheiligen, die müssen wir noch abwarten“, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut.

Der Schaden an den Weinreben wird sich aber möglicherweise auf die Preise auswirken: "De facto haben wir mit den verbleibenden Trauben mehr Arbeit, brauchen mehr Personal, das genau auf die Reben achtet und haben trotzdem weniger Ertrag. Das muss sich natürlich wirtschaftlich trotzdem rechnen", so die vorsichtige Prognose von Jungwinzerin Lisa Bunn.

Falls übrigens gerade kein Frost da ist – So schön lächeln Menschen nach mehrere Gläsern Wein:
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Aber wie wirkt sich der Frost aktuell auf die Weinreben aus?

Der Klimawandel zeigt Auswirkungen: Der März 2017 war der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Das führt dazu, dass sich die Weinreben dieses Jahr besonders früh entwickelten. 

"Normalerweise beginnt der Austrieb des Weins jetzt erst, die Reben sind schon zwei bis drei Wochen eher dran“, erklärt Ernst Büscher, Pressesprecher des Deutschen Weininstituts. Dies sei in Weinanbaugebieten in ganz Deutschland der Fall, so Büscher. 

Das wäre nicht so schlimm, wäre nicht das Wetter wieder schlechter geworden. Mitte April sanken die Temperaturen noch mal stark ab, mit fatalen Folgen für die jungen Triebe: 

  • Das Wasser in den Weinreben gefriert.
  • Ihre Blätter und Knospen werden braun und sie sterben ab. 

Die Konsequenz: Wirtschaftliche Schäden für die Winzer. Laut Büscher könne es zum Teil auch Totalausfälle der Ernte geben – und möglicherweise wirkt sich der Frost auch auf das nächste Jahr aus.

Können die betroffenen Weinreben noch gerettet werden?

Klar ist: Was erfroren ist, ist verloren. Um gesunde Weinreben vor der nächtlichen Kältewelle zu schützen, entzünden Winzer aktuell Paraffinkerzen, Briketts oder nutzen kleine Brennöfen und versuchen so, die Luft aufzuwärmen. Sie heizen den Weinbergen also künstlich ein.

"Pro Hektar Weinanbaugebiet braucht man 300 Brennöfen, das bringt also nur punktuell etwas“
Ernst Büscher

Auch möglich: Die kalte Luft mit Hilfe von riesigen Ventilatoren oder sogar eines Helikopters umwälzen. Dafür muss aber die Luft oben wärmer sein als die am Boden. "Solche Möglichkeiten mit dem Helikopter können aber nur genutzt werden, wenn es wirklich windstill ist – und im Nachhinein bringt das leider auch nichts mehr", sagt Winzerin Lisa.

Was hat das schlechte Wetter für Konsequenzen für die Winzer?

Die Weinbauer rechnen definitiv mit Verlusten – genaue Zahlen seien aber noch schwer einzuschätzen. Lukas Bicking vom Weingut Bicking & Bicking an der Nahe vermutet, dass ungefähr 15 bis 20 Prozent weniger Weintrauben eingefahren werden. Die Vegetation ihrer Weinreben in Wallhausen sei noch nicht so weit fortgeschritten, wie es in anderen Anbaugebieten der Fall sei. 

"Die Reben können den Frostschaden auch kompensieren, es bilden sich dann meistens dickere Trauben. Das hat den Nachteil, dass sie schneller faulen und wir noch mehr auf die Reben achten müssen", sagt Lukas. Insgesamt sei sein Weingut aber mit einem blauen Auge davon gekommen.

In Rheinhessen, im Gut von Lisa, gilt das Credo "Die Hoffnung stirbt zuletzt": "Die Steillagen haben nichts abbekommen, aber wo der Frost zugeschlagen hat, wird es schwierig", sagt die 29-Jährige. Die Hälfte ihres Anbaugebiets habe der Frost wahrscheinlich zerstört. 

Folgen des Frosts könnten sich auch auf 2018 auswirken: Wenn die Weinreben jetzt nicht genügend Holz ausbilden, kann nächstes Jahr auch nichts angeschnitten werden. Es wachsen dann weniger Triebe.

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