Bild: kevin laminto/Unsplash
Wäre das auch etwas für Deutschland?

Wie sieht die Klima-Bilanz unserer Lebensmittel aus? Bei einer europäischen Kartoffel mit Sicherheit besser als bei einer mexikanischen Avocado. Damit Verbraucher das jetzt besser einschätzen können, führt Dänemark eine entsprechende Kennzeichnung ein. 

Und zwar soll es bald Angaben zu Transportwegen, Kühlung oder dem Energieverbrauch geben. Die Regierung möchte dafür in der kommenden Woche eine Plakette präsentieren. Dann wird in Dänemark auch ein neuer Klimaentwurf präsentiert. (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag)

Was hat Dänemark genau vor?

Okay, eine Avocado wächst leider nicht in unseren Gärten. Dass diese und andere Lebensmittel also nicht gerade gut für das Klima sind, ist eigentlich klar. Aber wie schädlich sind sie genau? Und was ist mit einer Flasche Limonade? Oder mit abgepacktem Hackfleisch?

Bei der Vergabe der Plakette müssten allerdings mehrere Überlegungen herangezogen werden. Es würde in Zukunft nötig sein, die Klimabelastung mit den Nährwerten eines Produktes in Verhältnis zu setzen, sagte der Direktor des Bauernverband Landbrug & Fødervarer, Morten Høyer. (The Local)

Eine Flasche Limonade hat eine geringe Auswirkung auf die Umwelt, aber man kann davon nicht leben.
Morten Høyer, Direktor des Bauernverband Landbrug & Fødervarer

Die Regierung plant neben der Plakette eine Kampagne, um es den Konsumentinnen und Konsumenten einfacher zu machen, klimafreundlicher einzukaufen. Die Initiative soll in Zusammenarbeit mit mehreren Supermärkten entstehen. (The Local)

In unserem Alltag sorgen viele Dinge dafür, dass unnötig viel Kohlenstoffdioxid in die Umwelt gelangt. Flüge in den Urlaub oder halbvolle Waschmaschinen will man als umweltbewusster Mensch möglichst vermeiden. 

Die Kohlendioxidemmissionen 2016 beliefen sich laut "Statistischem Bundesamt" in Dänemark auf 6,7 Tonnen je Einwohner oder Einwohnerin. In Deutschland kamen im selben Jahr auf jeden Einwohner oder Einwohnerin 9,5 Tonnen.

Und wie sieht es in Deutschland mit den Kennzeichnungen aus?

Mit der neuen Plakette könnte es den Menschen in Dänemark in Zukunft leichter fallen, in ihrem Alltag verstärkt auf die eigene Kohlendioxidemmission zu achten.

In Deutschland gibt es bereits verschiedene – wenn auch wenige – Klimalabel, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern zeigen sollen, wie klimafreundlich das jeweilige Produkt ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg zeigte in einer Studie allerdings 2016 auf, dass diese meist große Schwächen bei Transparenz und Glaubwürdigkeit hätten. 


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