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Wir waren auf der Critical Mass in Hamburg

Die Temperaturen steigen, die Tage werden länger. Spätestens, wenn die Sonnenstrahlen das Gesicht wärmen, fühlt es sich wie Frühling an. Was gibt es dann Geileres, als endlich wieder mit dem Fahrrad durch die City zu düsen?

Statt dich in die überfüllte Bahn zu quetschen, kannst du jetzt morgens wieder durchatmen. Auch das Sportprogramm ist damit abgehakt und dein Serotonin-Speicher nach einer Fahrt im hellen Tageslicht wieder aufgefüllt.

Maria (28) und Andre (28) genießen die ersten Sonnenstrahlen bei der Critical Mass.

Und während deine autofahrenden Freunde noch im Stau stehen, bist du mit dem Fahrrad längst am Ziel. Auch am Freitag dürfte sich der ein oder andere Autofahrer in Hamburg wieder über längere Wartezeiten aufgeregt haben.

Schuld daran waren diesmal aber die Radfahrer: Für rund drei Stunden legten 3000 Demonstranten den Autoverkehr in ihrer Stadt lahm. Jeden letzten Freitag im Monat ist Critical Mass – die Demo der Radfahrer. Unter dem Motto "We're not blocking traffic, we are traffic!" fahren sie durch die Straßen und wollen damit ein Zeichen gegen den motorisierten Verkehr setzen.

Die Masse soll Eindruck bei Politik und Verwaltung machen. Die Teilnehmer fordern: Gleichberechtigung der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer.

Wir sind mitgefahren und haben Ausschau nach der großen Fahrradliebe gehalten:
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Illegal ist das Ganze übrigens nicht:

Die Critical Mass beruft sich seit jeher auf § 27 StVO.

(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. (...)

Fährt also der erste mit dem Fahrrad über eine grüne Ampel, dürfen die Demonstranten hinterherfahren – auch wenn die Ampel zwischenzeitlich rot wird. Allerdings müssen die Radfahrer "in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen". Autofahrer müssen trotzdem mitunter lange warten, wenn eine Fahrraddemo vorbeirollt.

Ursprünglich kommt die Idee aus San Francisco. Im September 1992 startete hier die erste Fahrt unter dem Namen Critical Mass. In Hamburg fand die erste dokumentierte Demo am 31. März 2000 statt. Der Startpunkt variiert dabei und wird meist erst am selben Tag bei Facebook bekannt gegeben.

Offizielle Verantwortliche für die Protestbewegung gibt es nicht.

"Critical Mass ist eine kreative Form des Protestes – desorganisiert und antihierachisch", heißt es auf der Facebook-Seite der Bewegung. Alles läuft friedlich ab. Die Message: Jeder kann und soll mitmachen!

Critical Mass ist eine kreative Form des Protestes – desorganisiert und antihierachisch.
Critical Mass Hamburg
Auch andere Städte und Länder sind fahrradverliebt:
#Wirholenunsdiestraßenzurück – finden auch die Kölner:
Indonesien feiert seine Bikes in Bogor...
Hier radeln die Menschen in Orlando...
... und hier in London:
In Houston ist die Critical Mass etwas für Verliebte...
...und Kreative:
Und in Odessa in der Ukraine sieht das ganze fast malerisch aus:
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Ob Sportler, Fahrradhipster, Normalos und Familien: Was alle verbindet, ist die Liebe zum Fahrradfahren. Und zum Bier. Und der Musik. Denn die Stimmung nach Feierabend ist ausgelassen. Alle sind in Bewegung, viele haben ihre Bikes mit Boxen ausgestattet und machen Party auf dem Rad.


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