Bild: Reuters/Eric Gaillard
In Paris stehen stellvertretend Schuhe auf dem Place de la Republique

Menschen auf der ganzen Welt protestieren an diesem Wochenende für mehr Klimaschutz. Der Anlass: Am Montag beginnt die 21. UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris. In mehr als 150 Ländern gibt es Aktionen, darunter zahlreiche Protestmärsche mit dem Titel #ClimateMarch; zusammen bilden sie den #GlobalClimateMarch. In einigen Städten fanden die Demonstrationen bereits am Freitagabend und am Samstag statt; Schwerpunkt der Aktion ist am heutigen Sonntag. (The Guardian, Avaaz)

Den Anfang machten Australien und Neuseeland; der wohl kleinste Marsch fand auf Raoul Island statt: Die neuseeländische Insel hat nur sieben Einwohner – alle beteiligten sich an der Klimademo, schreibt der Guardian. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Jakarta (Indonesien), Seoul (Südkorea), Beirut (Libanon) und Kapstadt (Südafrika).

"Well for us, Hell for earth" – Teilnehmer des Protestmarsches in Seoul, Südkorea.(Bild: Reuters/Kim Hong-Ji)
Zwei Nonnen halten Luftballons beim Protestmarsch in Seoul, Südkorea.(Bild: Reuters/Kim Hong-Ji)

In Europa findet der Climate March unter anderem in London, Madrid, Barcelona, Rom, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, Zürich und Budapest statt.

In Berlin sind die Demonstranten seit 12 Uhr auf der Straße; sie laufen vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor, wo es eine Abschlusskundgebung geben soll.
Teilnehmer am Climate March in Berlin(Bild: Reuters/Pawel Kopczynski)

In Paris wurde der Climate March wegen der Terroranschläge am 13. November und des danach ausgerufenen Ausnahmezustands verboten (Tagesschau). Stattdessen stellten Menschen ihre Schuhe auf den Place de la Republique; auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schickte ein Paar.


Die Schuhe sollen danach an eine Organisation gespendet werden, die sich um Obdachlose kümmert (The Guardian).

Außerdem gab es eine Menschenkette – und die Pariser forderten unter dem Hashtag #March4Me Menschen in der ganzen Welt auf, in ihrem Namen auf die Straße zu gehen.

Eine nicht-autorisierte Demonstration am Place de la Republique eskalierte; es kam zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, dutzende Menschen wurden festgenommen (Süddeutsche Zeitung). Laut der Umweltschutz-Organisation 350.org gehörten die Demonstranten nicht zur Klima-Bewegung (The Guardian).

Im weiteren Tagesverlauf wird es weitere Demonstrationen in Nord- und Südamerika geben, unter anderem in New York, Rio de Janeiro und Sao Paulo. Auf Tumblr gibt es außerdem einen Virtual Climate March.

Worum es bei den Klimaverhandlungen geht und warum sie so wichtig sind, erfährst du hier.