Bild: Horst Ossinger/dpa

Bevor es Fernsehen und Internet gab, waren wandernde Zirkusse für viele Menschen die einzige Möglichkeit, exotische Tiere zu sehen. Heute ist das anders: In Naturdokus und Tierparks bekommen wir einen Eindruck von den Tieren – ohne dass sie dressiert werden müssen.

(Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)

Auch der Circus Roncalli hat das bemerkt und streicht die Tiere ab dem kommendem Jahr komplett aus den Shows. "Wir machen das aus Liebe zu den Tieren", sagte Roncalli-Gründer Bernhard Paul dem Tagesspiegel. Der Abschied falle ihm dennoch schwer. Schon in den 1990ern beendete der Wanderzirkus das Wildtierprogramm. Zu Weihnachten werden nun das letzte Mal Pferde auftreten. Ab 2018 setzt Roncalli dann ausschließlich auf Menschen. 

Für den österreichischen Zirkusdirektor Bernhard Paul hat das vor allem mit dem Zeitgeist zu tun, man müsse sich auch verändern können. Denn immer mehr Menschen hinterfragen den Sinn von Kunststücken, die mit der Peitsche erzwungen werden. Tierschützer kämpfen für ein Ende der Praxis, auch die Bundesländer stimmten 2016 dafür. (SPIEGEL ONLINE)

Das Image der Zirkusse ist nicht das beste: 2015 hatte eine entlaufene Elefantenkuh im Neckar-Odenwald-Kreis einen Fußgänger getötet, immer wieder werden Zirkusse wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz kritisiert. Bilder von traurigen Tieraugen hinter Gittern in sozialen Netzwerken sind keine gute Werbung.

Vor wenigen Tagen erst haben auch Italien und Irland angekündigt, Wildtiere in Zirkussen verbieten zu wollen:

Damit haben sich schon mehr als 20 EU-Länder für ein Verbot oder Teilverbot von Tieren in Zirkussen ausgesprochen. Deutschland ist neben Frankreich einer der letzten europäischen Staaten, die diese Praxis erlauben.

Der irische Landwirtschaftsminister sieht in dem Verbot der Tiere übrigens kein Problem, sondern eine Chance für die Zirkusse – nun könnten wieder mehr Menschen guten Gewissens in die Shows gehen.

Der Roncalli-Chef sieht das ähnlich: 

"Wir dürfen nicht mit unserem Publikum alt werden."​
Bernhard Paul

Future

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Acht Stunden am Tag, oder auch mal zehn – und dafür nur sechs am nächsten? Müssen wir am Abend noch unser Diensthandy an haben? Und dürfen dafür am nächsten Tag später starten?

Die Wirtschaft, Arbeitnehmer und Arbeitgeber debattieren über neue Arbeitszeitmodelle. Grund dafür sind zwei Forderungen:

  1. Christoph Schmidt ist Vorsitzender der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen, er fordert flexiblere Arbeitszeiten. "Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet." Er betonte, es ginge ihm nicht um Mehrarbeit, sondern um eine flexiblere Verteilung innerhalb des Tages und der Woche
  2. Die zweite Forderung stellt derzeit die IG Metall auf. Sie will, dass Arbeiter in der Metall- und Elektrobranche vorübergehend ihre Arbeitszeit von 35 auf 28 Stunden verkürzen können.