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3 Antworten zum Projekt

Wer nach China schaut, kann die Welt von morgen sehen. Das chinesische Regime bereitet sich derzeit wirtschaftlich, politisch und ökologisch auf einen großen Sprung vor – baut eine neue Handelsroute zwischen Asien und Afrika auf, finanziert Großprojekte in der ganzen Welt und bekennt sich sogar teilweise zu alternativen Energien (bento).

Ein neues Großprojekt zeigt nun, was China im Umgang mit Nutztieren plant – nämlich eine ganze Stadt mit Schweine-Hochhäusern.

Die sogenannte vertikale Landwirtschaft ist nicht neu. Forscher tüfteln bereits seit Jahren unter dem Begriff "Future Farming" an Hochhäusern, in denen platzsparend Weizen angebaut wird oder Fische und Tomaten gezüchtet werden können. (Tagesspiegel)

Nutztiere in Hochhäuser zu sperren, kommt in solchen Plänen allerdings eher selten vor – China will diesen Schritt nun aber gehen.

1.

Was soll entstehen?

Ein Areal mit Platz für etwa 30.000 Säue auf insgesamt 11 Hektar. Die "Schweine-Stadt" soll bis zum Jahresende fertig sein. Dann könnten die Säue jährlich 840.000 Ferkel "produzieren". (PRI)

Bereits jetzt gibt es erste Hochhäuser, in einem ist Platz für bis zu 7500 Tiere. Jede Etage wird einzeln betrieben, mit eigener Luftzufuhr. Die Häuser werden für den Schweinefleischlieferanten Guangxi Yangxiang gebaut. (AG Web)

So sieht es in den Schweine-Hochhäusern aus:

2.

Wer hatte die Idee?

Die Niederländer. Bereits vor 16 Jahren dachte die niederländische Architekturfirma MVRDV über eine "Schweine-Stadt" nach. Die Architekten bemerkten, dass die Massentierhaltung Probleme mit sich bringe, was die Übertragung von Krankheiten betrifft. 

Sie stellte dann eine Auswahl: 

"Entweder können wir unsere Ernährungsgewohnheiten ändern und Vegetarier werden – oder wir ändern die Produktionsbedingungen und verlangen eine ökologische Landwirtschaft."

Ihre Antwort auf das Problem: Sie entwarfen die ersten Schweine-Hochhäuser. Die Entwürfe sahen allerdings deutlich grüner und gemütlicher aus als die jetzige Umsetzung.

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3.

Warum gerade jetzt?

China importiert jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch – vor allem aus Spanien, Deutschland und den USA. Bereits seit längerem will sich China unabhängig vom Fleischimport machen, die Einkäufe gehen zurück. (The Pig Site)

Mit den USA hat nun auch noch ein Handelskrieg begonnen: US-Präsident Donald Trump hat Zölle erhoben, China antwortet mit Strafzöllen. Der rasche Bau der "Schweine-Stadt" könnte dabei helfen, künftig komplett auf US-Schweinefleisch zu verzichten.


Gerechtigkeit

Horst Seehofer feiert seinen 69. Geburtstag mit 69 Abschiebungen nach Afghanistan
3 Fragen zu seinem zynischen Zitat

In Afghanistan ist Krieg. Und Horst Seehofer ist 69 Jahre alt geworden. Was beide Dinge miteinander zu tun haben, erklärte der Innenminister nun in einem zynischen Kommentar am Rande der Vorstellung seines "Masterplans". 

Mehrere Wochen lang hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Seehofer um die richtige Asylpolitik gestritten. Am Ende gab es einen "Kompromiss", der eine deutliche Verschärfung des Asylrechts vorsieht. Kern ist Seehofers "Masterplan Migration".

Bei der Vorstellung witzelte Horst Seehofer nun über 69 Afghanen, die ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag abgeschoben wurden.