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Wer für die Legalisierung von Cannabis ist, bringt meistens folgende Argumente vor: 

  • Der Schwarzmarkt würde einbrechen. 
  • Gras bekäme eine bessere Qualität, die offiziell geprüft werden könnte. 
  • Legales Gras verlöre den Reiz des Verbotenen
  • Polizei und Strafverfolgung würden entlastet.
Und: Die Städte könnten mehr Steuern einnehmen.

Wie viel Geld so eine Steuer in die kommunalen oder Landeskassen spülen könnte, hat eine Studie jetzt versucht zu erfassen.

Durchgeführt hat sie das Unternehmen Seedo, ein Hersteller für Minigewächshäusern in den USA: Es beschriebt sich selbst als "eines der vielen Unternehmen, die sich der in einigen US-Bundesstaaten frisch legalisierten Cannabis-Industrie verschrieben haben".

Die Absicht ist also klar, die Studie ist mit Vorsicht zu genießen. Interessant sind die Ergebnisse trotzdem.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Durchschnittspreise haben die Autoren über mehrere Stufen ermittelt:

  • Über Websites wie Priceofweed oder Marijuanatravels, auf denen Verbraucher weltweit die Cannabis-Preise in ihren Städten eintragen können. Nutzer dieser Websites variieren zwischen 100 und einigen Tausend pro Stadt. Diese Webseiten arbeiten mit einem Algorithmus, welcher Unregelmäßigkeiten aussortiert. 
  • Verglichen wurden die Preise dann mit einem Report über Einzelhandelspreise für Cannabis der UN.  
  • Bei signifikanten Unterschieden analysierten die Autoren zusätzlich lokale Studien, um den bestmöglichen Mittelwert zu erfassen.

Die möglichen Steuereinnahmen berechneten die Autoren aus folgenden Faktoren:

  • den prozentualen Anteil Steuern der meistverkauften Zigarettenmarke im jeweiligen Land,
  • Bevölkerungsgröße
  • Verbreitung von Cannabis (Anzahl der Menschen, die im letzten Jahr wenigstens einmal Gras konsumiert haben)
  • Preis

Als erstes rankt die Studie zehn deutsche Großstädte nach ihren Durchschnittspreisen für Cannabis.  

Am meisten müssen demnach Verbraucher in München für Gras zahlen. Im Schnitt kostet das Gramm 11,65 Euro in der bayerischen Landeshauptstadt. Aber auch Berlin kommt nicht viel günstiger weg: Hier kostet ein Gramm im Schnitt 10,82 Euro. Am günstigsten in einer Liste von zehn Großstädten ist Marihuana in der Finanzstadt Frankfurt, für 8,23 Euro das Gramm.

Hier kannst du die Städte im Vergleich sehen: 
Quelle: Weedindex.io

Laut der Studie würde von einer potentiellen Marihuana-Steuer Berlin mit mehr als 91 Millionen Euro jährlich am meisten profitieren – weil dort der Konsum mit 11,64 Tonnen pro Jahr am höchsten ist.

Dies wäre der Fall, wenn für Marihuana der gleiche Steuersatz wie für Tabak erhoben würde. Aber auch bei Anwendung des amerikanischen Modells der Marihuana-Versteuerung würden Berlin immerhin noch mehr als 23 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich in die Steuerkasse gespült werden.

Das ist nicht zu verachten, würde aber bei einem Schuldenstand von mehr als 60 Milliarden Euro die Stadt Berlin auch nicht in die schwarzen Zahlen katapultieren.

Außerdem zeigen die Ergebnisse der Studie, wo Marihuana weltweit am teuersten ist (Top 3: Tokio, Seoul und Kyoto), wo am günstigsten (Top 3: Quito, Bogotá und Asunción) und welche Städte weltweit die höchsten Steuereinnahmen bei der Legalisierung von Cannabis erwirtschaften könnten.

Die Autoren der Studie wollen laut eigener Aussage mit ihren Ergebnissen auf die fehlenden Gesetze und Reformen in Bezug auf den Cannabis-Konsum weltweit aufmerksam machen.  

Hier kannst du alle Ergebnisse der Studie im Detail nachlesen.

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