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Der Artenreichtum von Insekten wird immer kleiner, weltweit geht die Zahl der Bienen und Schmetterlinge zurück – die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt sind völlig unklar. In Bayern gibt es allerdings Menschen, die etwas gegen das Bienensterben tun wollen – mit einem Volksbegehren. Dafür benötigen sie viele Unterschriften, doch wenn sie erfolgreich sind, dann wäre das ein großer Schritt für den Umweltschutz.

Was wird gefordert?

Laut den Initiatoren sind in Bayern die Insektenbestände um 75 Prozent zurückgegangen. Sie berufen sich dabei auf Gutachten wie die Studie des Entomologischen Vereins Krefeld, der über 30 Jahre hinweg Millionen von Insekten gefangen und gewogen hat. (Deutschlandfunk)

Deshalb fordern sie, den Anteil der Bio-Landwirtschaft in Bayern bis 2030 von derzeit zehn auf 30 Prozent zu steigern, da durch diese die Natur sehr viel mehr geschont werde. Die konventionelle Landwirtschaft mit dem massenhaften Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmittel und dem Anbau in Monokulturen sei stark für den Artenschwund verantwortlich.

Bauern sollen außerdem verpflichtet werden, Hecken, Büsche, Feldraine und Bauminseln anzulegen – damit die Lebensräume für Pflanzen und Tiere wieder wachsen. An Bächen, Flüssen und Seen soll ein fünf Meter breiter Streifen frei von Landwirtschaft bleiben. (Süddeutsche Zeitung)

Wie funktioniert das Volksbegehren?

Vom 31. Januar bis zum 13. Februar haben Unterstützer in Bayern Zeit, das Volksbegehren zu unterstützen. Zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen dafür in die Rathäuser gehen und unterschreiben – das sind beinahe eine Million Menschen

Ist das Volksbegehren erfolgreich, kommt es danach zum Volksentscheid: Dann stimmt das ganze Bundesland über den Gesetzentwurf zum Artenschutz ab. Wird zugestimmt, dann werden die Forderungen Gesetz.

Wie groß ist die Erfolgschance?

Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten zu bekommen klingt nach einer großen Hürde – doch in Bayern gab es bereits mehrere erfolgreiche Volksbegehren, etwa zur Abschaffung der Studiengebühren und zum Nichtraucherschutz. (Süddeutsche Zeitung)

Hinzu kommt, dass das Bienensterben offenbar viele Menschen bewegt. Politische Unterstützung kommt von der SPD und den Grünen, das Volksbegehren initiiert haben Politikerinnen und Politiker der Kleinpartei ÖDP. 


Gerechtigkeit

Malta lässt die "Sea Watch 3" nach mehreren Sturmtagen in seine Gewässer – aber nicht an Land

Zwei Tage vor Heiligabend nahmen die deutschen Retter der Organisation Sea Watch 33 Geflüchtete aus dem Mittelmeer auf. Nach beinahe zwei Wochen auf stürmischer See verschlechterte sich die Lage an Bord der "Sea Watch 3" zunehmend, weshalb das Rettungsschiff jetzt in maltesische Gewässer einfahren darf, ebenso wie ein weiteres deutsches Schiff mit Migranten an Bord. Einen sicheren Hafen gibt es aber noch nicht.

Was ist passiert?

Am 22. Dezember hatte das Schiff "Sea Watch 3" 33 Personen in internationalen Gewässern nördlich der libyschen Küste aufgenommen. Italien, Malta und Spanien verwehrten jedoch bislang die Einfahrt in einen Hafen. Ein Schiff der deutschen Organisation "Sea-Eye" hatte am Samstag weitere 17 in Seenot geratene Geflüchtete gerettet.

Nach Tagen des Sturms litten die meisten der Geretteten unter Seekrankheit, zudem sollte sich die Wetterlage nochmals verschlechtern. Aufgrund der Situation an Bord lasse man die Schiffe in die Gewässer des Landes einfahren, erklärte die maltesische Marine. (Tagesschau)

"Sea Watch" twitterte, man dürfe jetzt zwar näher an die Küste fahren – "mehr nicht". Die Organisation appellierte an die Länder: Es sei Zeit für eine "europäische Antwort auf diese humanitäre Krise".