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Was ist passiert?

Umweltschützer haben Morddrohungen erhalten, nachdem sie den Avocadoanbau in Chile kritisiert haben. "Im ersten Anruf bei mir hieß es: 'Wir werden dir einen Holzanzug anziehen', womit sie auf einen Sarg anspielten‚ im zweiten 'Wir werden dich umbringen'", sagte Rodrigo Mun­da­ca, Sprecher der Organisation Modatima, der "taz".

Um welchen Fall geht es?

Modatima hat der Avocadoindustrie in der Provinz Petorca vorgeworfen, teils illegal Fluss- und Grundwasser auf ihre Felder umzuleiten. Die Folge: Kleinbauern können ihre Felder nicht bewässern und Anwohner nur noch aus Tankwagen Trinkwasser bekommen. Modatima wird von der deutschen Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt. 

Mitte März hatte das dänische Journalistenbüro Danwatch einen Artikel über die massive Wasserknappheit und Abholzung veröffentlicht. Modatima hatte die Journalisten bei der Recherche unterstützt. 

  • Laut Danwatch braucht der Anbau einer Avocado im Schnitt 70 Liter Wasser – in Petorca fallen allerdings 320 Liter an.
  • Ganze Flüsse seien daher mittlerweile ausgetrocknet, nachdem Produzenten dort zahlreiche Avocado-Plantagen angelegt hatten. 
  • Die Bevölkerung in der Region leidet mittlerweile unter der Wasserknappheit.

Hier erfahrt ihr mehr dazu:

Zwei der größten Supermarktketten Dänemarks hatten daraufhin beschlossen, keine Avocados aus Chile mehr anzubieten. Aber auch in anderen Gebieten ist der Anbau umstritten – zum Beispiel in Peru, dem größten EU-Lieferanten.

Wie geht es jetzt weiter?

Wie die "taz" berichtet, hat der Modatima-Sprecher Mundaca wegen der Einschüchterungsversuche nun Verfassungsbeschwerde eingereicht. Wegen des zeitlichen Zusammenhangs mit dem Danwatch-Artikel und der Reaktion der Supermarktketten sei er sicher, dass die Morddrohungen von Unterstützern der Avocadobranche kommen. 

Mundaca sei schon vor zwei Jahren auf der Straße angegriffen und im Gesicht verletzt worden. 2014 wurde er von einem Gericht verurteilt, weil er in einem Interview einen Politiker des Wasserraubs bezichtigt hatte.

Jetzt sagt er: 

"Wir sind auch nach den neuesten Drohungen ruhig. Wir sind so etwas gewöhnt. Ich werde weiterkämpfen."

Today

Twitter klagt jetzt gegen die US-Regierung, um Trump-Kritiker zu schützen
Was ist passiert?

Twitter klagt gegen die US-Regierung, weil das Unternehmen die Meinungsfreiheit bedroht sieht. Das US-Heimatschutzministerium wollte Mitte März von Twitter wissen, wer sich hinter dem Account @ALT_USCIS verbirgt. Von dem Account aus wird Donald Trump kritisiert und zum Widerstand gegen seine Einwanderungspolitik aufgerufen. (Zeit Online)

Twitter will die Daten aber nicht herausgeben. Erst müssten Beweise für straf- oder zivilrechtliche Verstöße vorliegen.