Die neue High-Waist-Shorts liegt im Kleiderschrank. Weiße Sneaker? Bestellt! Der Sommer kommt und mit den neuen Trends wird der Platz im Kleiderschrank knapp. Die einfachste Methode, das Zeug mit gutem Gewissen los zu werden: der Container. Klappe auf, Klappe zu, fertig. Oder?

Was für Container gibt es eigentlich?
Gemeinnützige Container

Am bekanntesten sind die Container des Deutschen Roten Kreuzes, die von jedem Kreisverband eigenständig aufgestellt werden. "Die Kleiderspenden gehen entweder an Bedürftige vor Ort oder der Erlös der Kleiderspenden wird zur Finanzierung sozialer Projekte des Kreisverbandes verwendet", so Dieter Schütz, Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuzes. 

Eine Alternative sind unter anderem die Container von FairWertung – ein bundesweites Netzwerk von mehr als 120 gemeinnützigen Organisationen, die Altkleider für einen guten Zweck sammeln. "Alle Initiativen, die sich unserem Verband anschließen, verpflichten sich sozialen Standards. Das schafft Transparenz und garantiert, dass die gesammelten Klamotten für einen guten Zweck genutzt werden, sei es als Pullover oder als Geldspende aus den Erlösen", so Thomas Ahlmann, Pressesprecher von FairWertung. Mit der Standort-Suche kann man herausfinden, wo der nächste FairWertung-Container steht. Ist keiner in der Nähe, gibt es noch die Möglichkeit einer kostenlosen Paketspende.

Du willst auf Nummer sicher gehen? Dann achte auf folgende Logos dieser vertrauenswürdigen Verbände: 
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Gewerbliche Container

Kein Siegel auf dem Container? Ein schneller Anruf der Telefonnummer auf dem Container gibt Auskunft über die verantwortliche Sammelorganisation. Geht niemand ans Telefon, steckt meistens eine Gewerbe dahinter, das die Altkleider auf ausländischen Textil-Märkten weiterverkauft. 

Achtung: Oftmals wird das nicht klar kommuniziert. Eher wird ein sozialer Hintergrund vorgetäuscht. Emotionale Aufrufe wie "Hilfe für Flutopfer""Helfen Sie, damit wir helfen können!" oder rote Kreuze sollen den Anschein einer karitativen Einrichtung erwecken. Einige Initiativen vermieten sogar ihre Logos und somit ihr soziales Image gegen eine monatliche Grundgebühr an gewerbliche Sammelorganisationen. Ein Teil der Einnahmen dienen somit zwar für einem guten Zweck, die Klamotten werden aber gewerblich gehandelt.

Kommunale Container

Durch das reformierte Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) stellen seit 2012 immer mehr Kommunen ihre eigenen Altkleidercontainer auf oder schreiben freie Stellplätze aus. Auf diesem Weg soll gegen die vielen illegalen Container angekämpft werden. Die Erlöse aus diesen Containern sollen in den Abfallhaushalt fließen und dessen Kosten senken. Deswegen: Klamotten aus kommunalen Containern werden nicht zwingend für einen karitativen Zweck verwendet, kommen aber der Gemeinde zugute. 

Illegale Container

Sie tauchen genauso schnell auf, wie sie wieder verschwinden: Illegale Altkleidercontainer. Sie werden in stark frequentierten öffentlichen Bereichen, zum Beispiel in der Nähe von Autobahnausfahrten, Einkaufszentren, Grünflächen oder im Stadtzentrum, aufgestellt. "Es ist unklar, was mit den Klamotten aus illegalen Containern passiert. Es ist aber klar, dass sie nicht für den guten Zweck genutzt werden, sondern eine Menge Profit gemacht wird", so Thomas Ahlmann. Das Problem ist aber erneut: Der Spender erkennt nicht auf den ersten Blick, dass der Container illegal ist. Sind keine Kontaktdaten zu finden, sollte man lieber den Container wechseln. 

Was danach passiert: 

Wenn man sich zur Kleiderspende entschieden hat, geht es danach meist so weiter:

1. Schritt: Textil-Sortierbetrieb

"Es ist unmöglich alle Altkleider in sozialen Einrichtungen unterzubringen. Der Bedarf ist gar nicht so groß, zumal auch nicht alle Textilspenden noch getragen werden können", so Thomas Ahlmann. Deswegen gelangen die Kleidungsstücke aus Containern meist direkt in einen Textil-Sortierbetrieb. Hier werden die tragbaren Klamotten aussortiert und minderwertige Ware zu Putzlappen, Dachpappen oder Recyclingstoffen weiter verarbeitet. 

Das Ergebnis: 54 Prozent der Altkleider können als Secondhand-Ware genutzt werden. Knapp 50 Prozent werden recycelt. So werden knapp 95 Prozent aller Textilien weiter verwertet. 

Altkleidersammlungen sind wie Beruhigungspillen. Sie geben uns das Gefühl etwas Gutes zu tun.
Alexandra Perschau von Greenpeace
2. Schritt: Internationaler Textilhandel

In den meisten Fällen wird die tragbare Kleidung aus den Containern an ausländische Textilhändler verkauft, die dann auf lokalen Secondhand-Märkten gehandelt wird. Es stellt sich die Frage: Wird mit den Kleiderspenden nur Profit gemacht? Wenn die Sammelorganisation gemeinnützig ist, gehen die Erlöse aus dem Verkauf direkt wieder in die soziale Einrichtung. So werden aus Textilspenden hilfreiche Geldspenden. Auch die Sortierbetriebe finanzieren sich durch den Verkauf der tragbaren Textilien und ermöglichen erst den Recyclingprozess. Ist die Organisation gewerblich oder illegal, geht das große Geld an den Bedürftigen vorbei. 

Das eigentliche Problem: Fast Fashion

1 Millionen Tonnen Klamotten pro Jahr. Diese Flut erreicht jedes Jahr deutsche Altkleidersammlungen – und die Dunkelziffer ist noch höher. Doch wir sortieren nicht nur stetig mehr Klamotten aus, sondern kaufen auch fast doppelt so viel. "Von 2002 bis 2015 ist der Absatz im Modegeschäft von einer Billion Dollar auf 1,8 Billionen Dollar angestiegen", erklärt Alexandra Perschau von Greenpeace. Und das Karussell dreht sich weiter: Laut einer Greenpeace-Studie tragen wir unsere Kleidung nur noch halb so lange wie vor 15 Jahren. 

Das Motto lautet also: Mehr kaufen, kürzer tragen, schneller aussortieren. Und reparieren sowieso nicht, lohnt ja nicht bei dem Preis.

(Bild: Imago)

Und das ist auch schon das Problem: der Preis. Wir denken nicht mehr lange über den Kauf nach, sondern kaufen einfach drauf los – angestiftet durch schnelllebige Trends. "Unsere Kleidung wird schmutzig produziert, ist danach kurz im Trend, und landet dann im Container, im Beutel eingeworfen wie Müll. Die Wertschätzung fehlt einfach", so Alexandra Perschau. 

Wir müssen einfach wieder einen anderen Umgang mit Kleidung lernen, wie Zähneputzen.
Alexandra Perschau von Greenpeace

Ein höherer Preis würde diesen Teufelskreis jedoch unterbrechen. Die Produktionsbedingungen könnten verbessert werden, es würde weniger produziert und konsumiert werden und Klamotten hätten wieder einen angemessenen Wert. Und wir müssten anfangen, Kleider zu tauschen, neu zu kombinieren oder mit ein paar Handgriffen aufzupeppen – vielleicht ja als neues Hobby.


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