Schon wieder.

Vieles erkennen wir erst mit etwas Abstand. Der Blick aus der Ferne öffnet uns die Augen – manchmal. Wenn es um den Klimawandel geht, haben wir schon viele Bilder gesehen, die uns aufschrecken lassen sollten. Von solch alarmierenden Aufnahmen kann es gar nicht genug geben.

Deshalb sendet auch Astronaut Alexander Gerst – derzeit auf der 400 Kilometer entfernten Raumstation ISS stationiert – regelmäßig eine Botschaft aus dem Weltall. Er zeigt, wie der Klimawandel voranschreitet und wie das unsere Welt verändert.

Am Samstag teilte er dieses Foto auf Twitter:

Gerst fragte:

Ein kleiner Eisberg in der Antarktis, auf dem Weg nach Norden. Was wird wohl mit dem Meeresspiegel passieren, wenn wir aus Versehen Grönlands Eiskappe abschmelzen?

Die Anmerkung "aus Versehen" ist wohl nicht ganz ernst gemeint. US-Präsident Donald Trump zweifelt den Klimawandel an – Wissenschaftler nicht. Und auch die Mehrheit der Staats- und Regierungschef ist sich einig. Auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer erst am Samstag beschlossen, an den vereinbarten Klimazielen festzuhalten und bezeichneten sie als "unumkehrbar". Sie streben an, den Anstieg der globalen Temperatur auf weniger als zwei Grad – und möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. (Mehr zu den Klimazielen)

Klimaschützer betonten aber, dass die Ziele zwar schön seien, aber dass auch Taten folgen müssten. Die Vereinbarung der G20 ist nicht bindend, es gibt keine Sanktionen. 

Auch auf Twitter kommentierten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer, dass man nicht von einem Versehen sprechen könne. 

"Wir wissen sehr genau, was wir tun. Und tun es trotzdem. Leider."

Was passiert gerade in der Antarktis?

  • Forscher sorgen sich um die Eismassen in der Antarktis. Erst Anfang November war ein großes Stück von einem der Gletscher abgebrochen. Dabei handelt es sich um den Pine-Island-Gletscher in der Westantarktis, der 250 Kilometer lang und durchschnittlich zwei Kilometer dick ist. (SPIEGEL ONLINE)
  • Doch das Eis hat sich in den vergangenen Jahren deutlich zurückgebildet – seit 2015 besonders stark. Der Eisblock, der jetzt abgebrochen ist, ist 200 Quadratkilometer groß.
  • Sollte das gesamte westantarktische Eisschild in den Ozean fließen, könne dies einen weltweiten Meeresspiegelanstieg von mehr als drei Metern zur Folge haben, befürchten einige Forscher.

Erst im Oktober hatten Nasa-Forscher vor der Antarktis einen ungewöhnlichen Eisberg im Weddellmeer fotografiert. Der fiel besonders wegen seiner rechteckigen Form auf.


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