Bild: ESA / Alexander Gerst / dpa
Solche Botschaften werden wir vermissen.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist sicher von der Raumstation ISS auf die Erde zurückgekehrt. Er war sechseinhalb Monate im All. 

Die Sojus-Raumkapsel von Gerst und zwei weiteren Raumfahrern schlug am Donnerstag gegen 6.00 Uhr (MEZ) planmäßig in der Steppe von Kasachstan in Zentralasien auf. Gerst kann jetzt zwar wie geplant Weihnachten mit seiner Familie verbringen, allerdings stehen Sport und Training trotzdem auf dem Programm. Wer Monate im All bei Schwerelosigkeit verbracht hat, muss zur Regenerierung und Rehabilitation viel trainieren.

Am 27. Dezember geht es dann weiter für Gerst – aber eben auf der Erde. Die Mission sei noch nicht zu Ende, noch müssten die Ergebnisse ausgewertet werden, sagte Gerst nach der Landung.

Wegen der Schwerelosigkeit auf der Internationalen Raumstation ISS waren die Raumfahrer direkt nach der Landung auf Hilfe angewiesen. Zunächst war der Russe Sergej Prokopjew aus der Kapsel geholt worden, dann folgte seine US-Kollegin Serena Auñón-Chancellor und schließlich Gerst, sichtlich glücklich und guter Dinge. Traditionell wurde den Raumfahrern an der Landestelle südöstlich der Stadt Scheskasgan ein Apfel gereicht. 

Willkommen zurück auf der Erde, Alex! Trotzdem wirst du uns auf der ISS fehlen – wegen deiner tollen Tweets!

Alexander Gerst hat schon bei seiner letzten Weltraum-Mission 2014 mit seinen Tweets aus dem All begeistert und interessante Phänomene aus Weltraumsicht gezeigt (SPIEGEL ONLINE). Jetzt, bei seiner letzten Mission "Horizons", hat er auch wieder getwittert. 

Hier sind Alexander Gersts beste Tweets aus seinem halben Jahr im All:

Ganz volksnah twittert Alexander Gerst fast alles auf Deutsch und auf Englisch. So auch sein allererstes Bild aus dem All im Jahr 2018. 

Passend zum Namen seiner Mission "Horizons":

Manchmal kommt auch der Comic-Fan in Alexander Gerst durch: Hier seine Erinnerung an Professor Charles Xavier aus "X-Men"

Er findet auch tröstende Worte für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, nachdem die ihr WM-Auftaktspiel gegen Mexiko verloren hat:

Ja, so lange war Alexander Gerst im All: Er hat sogar schon die Fußbal-WM auf der ISS verfolgt!

Alexander Gerst und seine Kollegen auf der ISS können noch echte Begeisterung für Phänomene auf der Erde zeigen.

Er klärte endlich, ein für allemal, die Frage, ob man die chinesische Mauer wirklich aus dem Weltraum sehen kann.

Der beste Ausblick auf Deutschland (ja, das ist Deutschland auf dem Bild):

Inklusive Erklärung:

Nachts sind alle Katzen golden.

Gewitter von oben.

Welcher war noch gleich der rote Planet?

Alexander mag Wolken. Wir können es verstehen!!! <3

So sah die Mondfinsternis im Sommer vom Weltraum aus gesehen aus.

Wie lange ist dein letzter Erste-Hilfe-Kurs (in Schwerelosigkeit) her?

Die Waldbrände in Kalifornien von der ISS aus gesehen.

Die Natur ist eine Künstlerin.

Die Dürre in Deutschland in diesem Sommer konnte man auch im All erkennen.

Noch ein bisschen Aurora 😍

Kilimandscharo 😯

Immer wieder ermahnt uns Alexander Gerst in seinen Tweets, mehr auf unsere Erde zu achten. Denn aus dem All sieht man am deutlichsten, wie nötig das ist.

Stell dir vor, du hast jeden Tag 15 Sonnenaufgänge.

So sieht Wind von oben aus.

Wissen zum Mitreden. 

Die Ausmaße von Hurrikan Florence aus dem All betrachtet.

Ein Krater von einem Kometeneinschlag.

Europa und ein bisschen Aurora.

Die beeindruckende Antarktis.

Auch im All wird Halloween gefeiert.

Wie weit die Luftverschmutzung in den Städten ist, zeigen Bilder aus dem All am besten.

Too much information: Im Weltraum gibt es nur fünf Unterhosen für zwei Wochen.

Das hätten wir auch nicht gedacht... 😳

Alexander Gerst betont immer wieder, was ihm die Sicht von oben auf unseren Planeten alles bewusst gemacht hat. Diese Erfahrung sollten seiner Meinung nach viel mehr Menschen machen.

Und dann heißt es Abschied nehmen.

Nun ist Alexander Gerst sicher wieder auf der Erde gelandet. Die ersten Medizinchecks hat er bereits hinter sich gebracht. 

Für Gerst und seine Kollegin Auñón-Chancellor geht es jetzt zunächst in einem Flugzeug der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa nach Norwegen. Von dort reist der deutsche Raumfahrer weiter nach Deutschland. Er wird um 20.45 Uhr am Flughafen Köln/Bonn erwartet. Die US-Astronautin fliegt zurück in ihre Heimat. 

Danach soll es für Gerst zu einer medizinischen Forschungsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gehen. Seine Heimatstadt Künzelsau plant für nächsten Sommer eine große Feier zu seinen Ehren.

Mit Material von dpa.


Gerechtigkeit

Erstmals wurde jemand verurteilt, weil er beim Sex heimlich das Kondom abzog

"Stealthing" bedeutet, dass Männer heimlich beim Sex das Kondom abstreifen. Das Wort leitet sich vom Englischen "stealth" ab, das List oder Heimlichtuerei bedeutet. Jetzt ist ein Mann erstmals in Deutschland dafür verurteilt worden. (SPIEGEL ONLINE)

Der Mann hatte im November vergangenen Jahres einvernehmlichen Sex mit einer 21-Jährigen. Beim Stellungswechsel hatte er unbemerkt das Kondom abgezogen und den Sex mit der Frau von hinten fortgesetzt. 

Der Mann wurde zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt und muss 3095,59 Euro an die 21-Jährige zahlen.

Das Gericht entschied, dass es sich bei dem sexuellen Übergriff aber um keine Vergewaltigung handelt. "Der Geschlechtsverkehr an sich war einvernehmlich", sagte die Gerichtssprecherin. Strafbar war dem Gericht zufolge nur das Weglassen des Kondoms als unerlaubte sexuelle Handlung

Hierzu gibt es unter Juristen seit der Reform des Sexualstrafrechts 2016 aber auch andere Ansichten. Denn seit dem gilt auch der Grundsatz "Nein heißt Nein". Um den Tatbestand einer Vergewaltigung zu erfüllen, soll es seitdem ausreichen, wenn sich der Täter über den erkennbaren Willen des Opfers hinwegsetzt. Und die Frau hat dem Sex ja nur zugestimmt, wenn der Mann ein Kondom verwendet.