"Kannst du dich bitte entschuldigen?"

"Ich liebe, wie dein Achselschweiß riecht": Vergangenes Jahr gab Rapper Yung Hurn dem Schweizer Radiosender SRF Virus beim Openair Frauenfeld ein extrem merkwürdiges Interview. Er hampelte herum, spielte mit einem Fußball und konnte sich offenbar nicht länger als drei Sekunden auf ein Thema konzentrieren.

Die Fragen bleiben fast gänzlich unbeantwortet. Das Video ging allerdings viral. (YouTube)

Nun sollte Yung Hurn eine zweite Chance bekommen – die selben Fragen, der selbe Ort. Obwohl man es schwer für möglich gehalten hätte: Es wurde noch unangenehmer als das erste Mal.

Zu Beginn des Videos erzählt der Reporter, man habe sich entschieden, das Interview ungekürzt ins Netz zu stellen. Es sei einfach zu komisch gewesen. 

Warum komisch? Das wird schon in den ersten Sekunden klar. Der Reporter erklärt Yung Hurn gerade noch, wie das Interview ablaufen wird, da pustet dieser schon gelangweilt ins Mikrofon. Das könnte man noch als Zufall abtun, war vielleicht nicht so gemeint. 

Doch dann geht es erst richtig los. Eine Begegnung in 5 absurden Akten:

1.

Die Entschuldigung

Erste Frage: "Welche Superkraft hättest du gerne?"

Antwort: "Kannst du dich bei mir entschuldigen?"

Unangenehmes Schweigen.

Wofür soll die Entschuldigung sein? Das weiß niemand so genau. Nachdem Yung Hurn die Frage aber stumpf mehrfach wiederholt, lässt sich der Reporter darauf ein und entschuldigt sich. Die Entschuldigung wird angenommen.

Okaaay...?

2.

Die unmögliche Fragerunde

Reporter: "Beantwortest du mir noch ein paar Fragen?"
Yung Hurn: "Ja."
Reporter stellt Frage.
"Die möchte ich nicht beantworten."
Stellt andere Frage.
"Die auch nicht"
"Welche möchtest du dennn beantworten?"
"Eine schöne."

Man bekommt langsam Mitleid mit dem Interviewer.

3.

Es wird deep.

4.

Der Mönch. An der Tankstelle.

Allmählich weiß der Interviewer nicht mehr, was er fragen soll. Yung Hurn antwortet kaum oder wirr. Auf die Frage, wann er das letzte Mal jemandem geholfen habe, gibt er diese Antwort, die in die Geschichte der Rap-Interviews eingehen wird:

"Einem Mönch hab ich geholfen. An einer Tankstelle. Er wollte sich ein Wasser kaufen, da sind ihm 50 Cent unter ein Regal gefallen. Da habe ich ihm die 50 Cent aufgehoben. Da hat er mir ein Band geschenkt und mich gesegnet. Das war ein thailändischer Mönch." Guckt an seinen Arm. "Das Band hatte ich vor dem Auftritt noch an, aber ich habe das in der Menge einem Mädchen geschenkt."

Sprach er und begann, über seine schönen Armbänder zu reden. 

Es folgen schleppende drei Minuten, in denen Yung Hurn den Interviewer zu dessen Schulzeit ausfragt. Und dann:

5.

Das große Finale!

Was. Zur. Hölle.

Das haben sich auch viele Leute gedacht – das Video des Interviews ging sofort viral und steht aktuell auf Platz 1 der deutschen YouTube-Trends. Hier kannst du es komplett ansehen:

Die Menschen können sich nicht entscheiden, ob sie das Ganze witzig oder verstörend finden:

Wie auch immer: Hoffentlich wird das jetzt ein jährliches Format beim Frauenfeld Open Air. Wir sind gespannt.


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