Bild: facebook.com/swingrowers

Swing boomt und wird immer mehr zu einem eigenen Kosmos innerhalb des Nachtlebens deutscher Städte. Was Electroswing zuerst ausmachte, House mit Vintagsamples aus den 20er- und 30er-Jahren, ist längst nur noch eine Facette der blühenden Szene. Immer mehr junge Livebands entern die Bühnen der Clubs und tragen den höchst infektiösen Sound unserer Großeltern wieder zurück auf die Tanzflächen. Coverversionen von aktuellen Hits oder Klassikern populärer Musik stehen dabei hoch im Kurs. Wir haben eine kleine Auswahl solcher Coverversionen für euch zusammengestellt.

Richard Cheese and Lounge Against The Machine - Enter Sandman

Coverversionen sind immer dann besonders lustig, wenn sie sich musikalisch möglichst weit vom Original entfernen. Richard Cheese veröffentlichte 2005 das Album "Aperitif for Destruction", auf dem er Rock und Hip Hop im Lounge- und Swing-Stil coverte. Besonders gut, weil besonders absurd: Seine Version von Metallicas "Enter Sandman".

Swingrowers ft. The Lost Fingers - Pump Up the Jam (Electro Swing Version)

Auch die Swingrowers aus Sizilien haben ein ganzes Album nur mit Interpretationen berühmter Songs aufgenommen. Perfekte Musik für die früheren Stunden einer Party. Clubbig genug, um den Floor zu füllen, ohne dass der Pop-Appeal zu kurz kommt. Ihre Version des Eurodance-Klassikers "Pump up the Jam" lebt vom Trash-Faktor, ist aber halt bei aller Ironie auch einfach richtig gut.

Postmodern Jukebox ft. Sara Niemietz - Love Yourself

Postmodern Jukebox gehen der Frage nach, wie aktuelle Songs wohl klingen würden, wenn sie 1929 veröffentlicht worden wären. Justin Biebers "Love Yourself" tut die Zeitreise besonders gut. Weg mit dem Teenieschmalz, her mit den Offbeats, die in die Beine gehen. Weg mit Biebers dünnem Stimmchen und her mit Sara Niemitz rauchigem Organ. Vor allem aber: Weg mit der Lagerfeuerromantik, her mit dem Swing!

Musik For The Kitchen- "Ghostbusters" (Acoustic Cover)

"German Underground Acoustic Music", so lautet das Motto von Musik for the Kitchen. Hier nach dem tieferen Sinn zu suchen, ergäbe einfach keinen. Wir versuchen es auch gar nicht erst. Der Spaß besteht darin, zwei Zeitreisen miteinander zu verschrauben. Ein Ohrwurm aus den 80ern im Style der von den Nullerjahren interpretierten 20er. Oder so ähnlich.

Electronic Swing Orchestra - Clint Eastwood

In letzter Zeit ist es leider etwas ruhiger um das Electronic Swing Ochestra aus Berlin geworden. Um 2013 herum machten sie fast jeden Floor zwischen Fusion Festival und Berlin unsicher. Am meisten Eindruck machte bei uns ihre Version von "Clint Eastwood". Das Original der Gorillaz hat genau das gemächliche Tempo, das es braucht, damit ein klassischer Trick der Swingmusik besonders gut funktioniert. Das Spiel mit der Verdoppelung des ursprünglichen Tempos mitten im Song zaubert aus eher groovigen Songs echte Tanzflächenfeger. Entschuldigt die Wortwahl, aber Doubletempo fetzt einfach!

Swing Republic - Crazy In Love

Swing Republic aus Australien haben mit ihrer Version von Beyoncés "Crazy in Love" das Kunststück geschafft, ein Cover zu produzieren, das immer und überall, wo wir es gespielt haben, funktioniert hat. Einer der wenigen Songs, bei denen wir nicht in der Lage sind, eine Präferenz zu äußern. Original oder Cover? In diesem Fall ganz klar beides. Am besten hintereinander.

Der dritte Raum - Swing Bop

"Swing Bop" ist ein ganz besonderer Track. Ursprünglich ein hypnotischer Techno-Ohrwurm namens "Hale Bopp" aus dem Jahr 1998, der damals schon gefühlt überall rauf und runter lief. Die Coverversion stammt in diesem Fall vom Originalinterpreten selbst und kann zusammen mit den Werken von Parov Stelar als stilprägend für das ganze Genre Electroswing gelten, worüber Andreas Krüger von Der Dritte Raum nicht so glücklich sein dürfte. Die zehn Jahre nach dem Original entstandene Coverversion toppt mittlerweile locker den Bekanntheitsgrades des Originals, so dass es ein interessantes Experiment sein dürfte, “Hale Bopp” auf einer Electroswing-Party zu spielen.

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