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Freuzeit

Wer sich selbst und seine Mitmenschen nicht gefährden möchte, geht zur Zeit nur nach draußen, wenn es sein muss. Aber was macht man eigentlich, wenn man alle Serien durchgeguckt hat? In dieser Reihe sammeln wir Tipps und Hinweise, für die Freizeitgestaltung zu Hause. Ein unterschätzter Podcast, ein DIY-Projekt, ein Spiel, eine Buchreihe? Du hast eine gute Idee? Schreib uns an fuehlen@bento.de.

Heute empfiehlt Sarah: Ukulele lernen.

Worum gehts? 

Anfang letzten Jahres habe ich mir bewusst einen Monat freigenommen, um mal zu verschnaufen und mich einfach nur voll auf mich zu konzentrieren. In dieser Zeit habe ich auch eine Freundin besucht, die ich nur sehr selten sehe. Sie hat mir eigene Songs auf ihrer Ukulele vorgespielt und ich war sofort begeistert. Das wollte ich auch unbedingt können. Also habe ich mir, als ich wieder zuhause war, sofort eine Ukulele bestellt.

Einen Monat lang habe ich fast täglich mithilfe einer App geübt. Dann kam der Sommer. Open Airs und mit Freunden in Bars abhängen – das alles wurde sehr schnell sehr viel wichtiger für mich. Also staubte meine Ukulele relativ schnell in der Ecke meines Zimmers ein.

Sarahs Ukulele

Sarah benutzt eine Sopran-Ukulele. Ein Einsteigerset für Erwachsene und Kinder kannst du  🛒hier auf Amazon kaufen.

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Dieses Jahr hatte ich mich gemeinsam mit einer Freundin in einen Anfängerkurs an der Volkshochschule eingeschrieben. Zwei Mal war ich da, dann kam der Coronavirus. Alle VHS-Kurse wurden gecancelt. Vier Akkorde hatte ich bis dahin gelernt.

Jetzt verbringe ich die meiste Zeit Zuhause, weil ich aus dem Homeoffice arbeite und nur nach draußen gehe, um einzukaufen oder mal Luft zu schnappen. Keine Open Airs, keine Freunde in Bars treffen und das wohl für lange Zeit. Ich habe also wieder Zeit, mich nach einem Homeoffice-Tag voll auf mich und meine Ukulele-Ambitionen zu konzentrieren. 

Das Gute am Lernen von Instrumenten: Du brauchst kein Talent und musst auch nicht musikalisch sein – du musst nur Zeit zum Üben finden. (ZEIT) Außerdem verbessert das Musizieren unser Gedächtnis und unsere Planungsfähigkeit. (National Geographic)

Wie funktioniert das?

Als erstes brauchst du natürlich eine Ukulele. Es gibt unterschiedliche Modelle. Die klassische Ukulele, die auch am weitesten verbreitet ist, ist die Sopran-Ukulele. Es gibt aber auch noch die Konzert-, Tenor- und Bariton-Ukulele, die etwas größer sind. Falls du also große Hände hast, empfehle ich dir ein größeres Modell. Dann fehlt nur noch ein Stimmgerät. Aber um die Saiten deiner Ukulele zu stimmen, kannst du zur Not auch eine App benutzen. Aber dazu komme ich später noch einmal.

Auf Youtube gibt es unzählige Kanäle, mit denen du erste Akkorde, aber auch komplette Lieder erlernen kannst. Bei diesem großen Angebot solltest du einfach nach Sympathie entscheiden. Mit Elise Ecklund übe ich zum Beispiel gerade einen Klassiker auf der Ukulele "Riptide" von Vance Joy. Empfehlen kann ich ebenfalls "Ukulele Underground". In den Videos werden die jeweiligen Akkorde mit Grifftabelle eingeblendet. Kleiner Tipp: Im Youtube-Player kannst du unter den Einstellungen die Geschwindigkeit des Videos verlangsamen.

Wenn du absoluter Einsteiger bist, finde ich Apps sehr hilfreich. Ich bin großer Fan von "Yousician". Hier kannst du schrittweise Akkorde und Melodien erlernen. Die App hört dir dabei zu und kann dir genau sagen, wenn du dich verspielst.

Das macht dir Spaß, wenn ...

...du gerne singst, denn die Ukulele ist die perfekte Begleitung - auch auf Reisen. Wenn du dieses Jahr fleißig übst, kannst du nächstes Jahr die Ukulele in deinen Backpack packen und am Strand oder am Lagerfeuer deine Mitreisenden begeistern. Und falls du nicht gern singst, dann können die anderen zumindest den Gesangspart übernehmen.

Wie lange kann ich mich damit beschäftigen?

Bis du dich traust, ein kleines Wohnzimmerkonzert für deine Freunde zu geben. Nimm dir aber lieber nicht zu viel vor. Denn am Anfang braucht es erst einmal viel Fingerfertigkeit. Bis deine Finger wissen, wo sie bei welchem Akkord hingehören, vergeht Zeit. Übe lieber 15 Minuten täglich, als fünf Stunden einmal pro Woche. Aber keine Sorge: Die Ukulele gehört zu den Instrumenten, die du schnell erlernen kannst. Allein mit drei oder vier Akkorden kannst du bereits eine Menge Songs spielen!

Hilft es gegen Einsamkeit?

Mit Musik in den Ohren fühlt man sich doch selten allein. Außerdem kannst du deine Familie und Freunde an deinen Fortschritten teilhaben lassen. Die Oma freut sich bestimmt mal wieder über einen Anruf. Oder du jamst mit Leuten, die auch ein Instrument spielen per Videocall.  

Abschließende Punktebewertung:

Spaß: 4/5 – die Akkorde lernen sich relativ schnell und mit drei oder vier Akkorden kannst du bereits richtig viele Songs spielen.

Lernfaktor: 4/5 – du lernst ein komplett neues Instrument.

Gemeinschaftsgefühl: 3/5 – du und deine Ukulele werden sicher schnell beste Freunde und mit anderen kannst du gemeinsam jammen.

Social-Media-tauglich: 4/5  schreibe deinen eigenen Corona-Song, teile ihn in allen sozialen Netzwerken und du wirst zum Star. Vielleicht.


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