Bild: Getty Images/Christopher Polk
Eine norwegische Zeitung erhebt schwere Vorwürfe.

Die Wiedergabe-Statistiken für Alben von Beyoncé und Kanye West auf dem Musik-Streamingdienst Tidal sollen manipuliert worden sein. Das berichtet die norwegische Zeitung "Dagens Naeringsliv" (DN). Ein mögliches Motiv: Tidal erschien so profitabler. Und die beiden Künstlern sowie ihre Plattenfirmen bekamen mehr Tantiemen, als ihnen normalerweise zugestanden hätten, heißt es in dem Bericht.

Besonders brisant:

  • Jay-Z ist mit Beyoncé verheiratet,
  • mit Kanye West befreundet
  • Und er besitzt Tidal.
(Bild: Getty Images/Christopher Polk)

Um welche Alben geht es?

  • Um "The Life of Pablo" von Kanye West
  • und "Lemonade" von Beyoncé.

Beide Alben hatten die Künstler exklusiv auf Tidal veröffentlicht – obwohl sie mit Sicherheit ein größeres Publikum erreicht hätten, wenn sie die Alben auch direkt auf anderen Streamingdiensten herausgebracht hätten. (NTV)

  • "Lemonade" soll im April 2016 306 Millionen Aufrufe in 15 Tagen abgerufen worden sein,
  • "The Life Of Pablo" im Februar 2016 auf 250 Millionen Streams innerhalb der ersten zehn Tage gekommen sein. – obwohl der Streamingdienst zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben erst drei Millionen Nutzer hatte. Offenbar waren davon ziemlich viele Hardcore-Kanye-Fans. (Music Business Worldwide)

Wie will die Zeitung das herausgefunden haben?

Angeblich hat sie interne Tidal-Daten zugespielt bekommen. Die Reporter konfrontierten dann Tidal-Nutzer mit ihren Abspielhistorien – und wollen so die Manipulation aufgedeckt haben.

Der DN-Bericht basiert zudem auf Analysen des norwegischen Zentrums für Cyber- und Informationssicherheit. Der Untersuchung zufolge habe es mehr als 320 Millionen falsche Wiedergaben von Liedern der beiden Alben innerhalb kurzer Zeit gegeben.

Zudem sollen einige Nutzerkonten verdächtige Abspielmuster gezeigt haben, Lieder seien auf die Millisekunde genau alle sechs Minuten wiedergegeben. Ein Tidal-Nutzer hörte den Daten zufolge 251 Mal in 24 Stunden Lieder vom "Lemonade"-Album. Ob Jay-Z das selbst war, ist nicht bekannt.

Die Zeitung und das Zentrum können nicht nachweisen, dass Tidal selbst hinter den angeblichen Manipulationen steckt, halten das nach Analyse der Daten aber für wahrscheinlich. Das geht unter anderem aus dem öffentlichen Analysebericht des Zentrums für Cyber- und Informationssicherheit hervor.

Was sagt Tidal zu den Vorwürfen?

In einem Statement sagte ein Sprecher, die Vorwürfe seien eine "Schmutzkampagne" der Zeitung. Von der Zeitung erwarte man nichts als Lügen. Die Informationen seien gestohlen und manipuliert worden. Tidal wolle gegen die Anschuldigungen vorgehen. (Quartz)


Fühlen

Chiaras Vater ist tot. So sehen ihre Familienfotos ohne ihn aus
Die Vorher-Nachher-Bilder zeigen eine traurige Leere.

Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er vor allem eins: Leere. Dort, wo er saß, lachte oder sprach, ist nichts geblieben außer Erinnerungen. Die sind wertvoll, aber sie ersetzen diesen Menschen nicht. Und sie verblassen.

Wie sich das anfühlt? "Schwer zu erklären", sagt Chiara Dollak. Die 25-Jährige hat im April ihren Vater verloren. Er starb an einer Nervenkrankheit, zuvor lag er zwei Jahre im Wachkoma. "Ich habe nie die richtigen Worte gefunden, um verständlich zu machen, wie ich mich fühle", sagt sie. 

Deswegen startete sie das Fotoprojekt "Hallo Papa, bist du da?".