Die absurde Geschichte

Große Bühnen, begeisterte Fans, Luxusleben: Rockstar zu sein ist für viele Menschen ein Traum. Doch die allermeisten erreichen ihn nicht. Ein junger Mann aus Los Angeles wollte das nicht riskieren und nahm sein Schicksal einfach selbst in die Hand. Er erfand Management, Awards und eine riesige Fanbase – und schaffte es so, für eine Europatour gebucht zu werden. Jackpot! 

Das einzige Problem: Da seine Fans nicht echt waren, kam natürlich auch niemand zu den Konzerten.

(Bild: Giphy )

Um wen geht es?

Jered Threatin ist ein amerikanischer Musiker und das einzige richtige Mitglied seiner nach ihm selbst benannten Band, Threatin. Außer ihm stehen noch Studiomusiker auf der Bühne, die er für seine Gigs bucht.

Doch Jered hatte offenbar keine Lust, den langen Weg zu gehen und sich langsam in der Musikbranche nach oben zu arbeiten. Stattdessen kreierte er eine absurde Fassade aus einem Fake-Management, Fake-Booking-Agenten, Fake-Awards, Fake-Videos von angeblichen Auftritten und sehr viele Fake-Fans.

(Bild: Giphy )

Unglaublicherweise funktionierte es: Clubs in ganz Europa kauften ihm die Rolle des aufsteigenden Newcomers ab und buchten ihn. So entstand Threatins Europatour. Die "Band" postete die Tourdaten auf ihrer Facebookseite, die inzwischen nicht mehr erreichbar ist. So sah das Poster aus:

Hä, wie geht das denn alles?

Tja, Jered Threatin hat offenbar sehr viel Energie in seine Trickserei gesteckt. Er erfand Webseiten und Referenzen seiner angeblichen Manager und Booking-Agenten, schrieb den Verantwortlichen der Locations in deren Namen und sprach von einem Newcomer-Talent, das gerade den "Top Rock Artist of the Year Award" gewonnen habe. (MetalSucks)

(Bild: Giphy )

Er postete YouTube-Videos, mit Zusammenschnitte von vollgepackten Clubs und ihm selbst auf einer Bühne – die leider wohl nicht zur selben Zeit am selben Ort entstanden. Bei manchen sparte er sich auch einfach das Zusammenschneiden und zeigte nur Bilder einer tanzenden Menge:

Auf den sozialen Kanälen kaufte sich Threatin Fans, die dann auch in den Facebook-Veranstaltungen für die Europakonzerte "zusagten". Nach außen sah das sehr gut aus. Threatin war für recht kleine Locations gebucht worden und als diese von Threatins angeblichem Management hörten, dass bereits fast 300 Tickets verkauft worden seien, freuten sie sich auf eine volle Bude. 

(Bild: Giphy )

Doch es kam anders. 

Wie flog das Ganze auf?

Da in Wahrheit keine Tickets verkauft worden waren, kamen natürlich auch keine Menschen. Die Live-Musik-Bar "The Underworld Camden" in London, schrieb daraufhin entgeistert auf Facebook: "Was ist mit den 291 verkauften Tickets passiert, von denen dein Agent erzählt hat? DREI LEUTE sind gekommen. Bitte lüg uns nicht an, was die Ticketverkäufe angeht und kontaktiere uns nicht wieder für eine weitere Show."

Jered Threatin stand wohl in allen gebuchten Locations trotzdem auf der Bühne und spielte seine Show, die wohl sogar recht gut gewesen sein soll (BBC). Leider standen im Publikum bei manchen Shows nur ein paar Gäste der Vorband, bei anderen niemand. 

(Bild: Giphy )

Was Jered Threatin sich wohl erhofft hatte? Vielleicht, dass die Läden – trotz seiner nicht verkauften Tickets – durch spontane Kartenverkäufe an der Abendkasse voll wären und die Menschen ihn so entdecken würden.

Was nun?

Die Geschichte ist ganz schön viral gegangen. Die Clubbesitzer haben sich gegenseitig vor Threatin gewarnt und er dürfte es sehr schwer haben, künftig irgendwo auf der Welt gebucht zu werden. Seit der Aufmerksamkeit hat er offenbar in den sozialen Netzwerken das Profil der Band gelöscht. Threatin selbst hat sich gegenüber keinem Medium zu der Geschichte geäußert. 

Aber hey, als positive Lehre: Die gefühlten vier Zuschauer seiner Konzerte fanden sie tatsächlich gut – und Jered Threatin hat offenbar sehr viel Kreativität und Energie, schließlich hat er sich eine riesige Masche ausgedacht. Vielleicht kann er diese Fähigkeiten also künftig dafür nutzen, eine echte Band aufzubauen und echte Fans zu sammeln. 

(Bild: Giphy )

Zumindest auf Twitter wird Threatin ganz schön gefeiert:



Haha

Diese 10 Memes zeigen, wie 1000% fertig Angela Merkel mit Donald Trump ist

Der erste Weltkrieg wurde am 11. November 1918 mit einem Waffenstillstand beendet, vor genau 100 Jahren. Ein wichtiger Tag für Europa, ein wichtiger Tag für die Welt. In Frankreich trafen sich zur Feier des Waffenstillstandes und zum Gedenken der gefallenen Soldaten etwa 60 Staats- und Regierungschefs. Angela Merkel und Donald Trump waren dabei, Emanuel Macron und Wladimir Putin ebenso. 

Bei den Feierlichkeiten gab es einige schöne und weniger schöne Situationen: 

  • Merkel und Macron besuchten zusammen einen Soldatenfriedhof, dabei entstanden verträumte Bilder als Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. (SPIEGEL ONLINE)
  • Macron kritisierte den Trend zurück zum egoistischen Nationalismus: "Wer sagt 'Unsere Interessen zuerst, ganz egal was mit den anderen passiert', der löscht das Wertvollste aus, das eine Nation haben kann, das eine Nation groß macht und das Wichtigste ist: seine moralischen Werte." (SPIEGEL ONLINE)
  • Donald Trump sparte sich einen Ehrenbesuch gefallener Amerikaner, weil es regnete. Er blieb im Hotel und schickte seinen Außenminister hin. (bento)
  • Putin gab Trump zur Begrüßung einen "Gut-gemacht-Daumen", der Merkel wissen schmunzeln ließ.