Bild: dpa / Jörg Carstensen

Samuel Rösch (24) aus Chemnitz hat die Castingshow "The Voice of Germany" 2018 gewonnen. Er setzte sich gegen seine Konkurrenten Benjamin Dolic, Jessica Schaffler und Eros Atomus Isler mit 55 Prozent der Zuschauerstimmen durch. Der angehende Religionslehrer war der einzige Finalist, der Songs auf Deutsch sang. (SPIEGEL ONLINE

Unter dem Hashtag #tvog kommentierten die Zuschauerinnen und Zuschauer das Finale auf Twitter.

Die Reaktionen auf Samuel Röschs Sieg: Wechselhaft.

Reaktion Nr. 1: Freude, Glückwünsche und Konfetti. 

Grundsätzlich schien das Motto der Twitter-Gemeinde eher so zu lauten: 

Negative vibes only? Schauen wir mal genauer drauf: 

Reaktion Nr. 2: "Der Gewinner ist mir total egal."

Aber scheinbar nicht egal genug, um einfach nichts zu twittern. 

Reaktion Nr. 3: Samuel Rösch ist immer noch egal, aber warum singt er auf Englisch, wenn er die Sprache nicht beherrscht?

Der Hintergrund: Gewinner Samuel sang gemeinsam mit Lukas Graham ("7 Years") im Duett, ausnahmsweise in englischer Sprache. Auf Englisch zu singen fiel Samuel nicht so leicht, trotzdem wollte er es im Finale probieren. (SPIEGEL ONLINE)

Reaktion Nr. 4: Die Moderatoren können gar nichts. 

Klamotten doof, Stimme doof, alles doof. 

Reaktion Nr. 5: UND JETZT AUCH NOCH WERBUNG! 

Halten wir fest: Irgendwas ist immer, auch auf Twitter. 

Ein Vorschlag fürs Gemüt: Vielleicht beim nächsten Finale von "The Voice of Germany" einfach mal auf die Band konzentrieren. 


Gerechtigkeit

Wie Paketboten zu Weihnachten im Stress versinken – und wie wir das Problem lösen könnten
Ein Paketbote erzählt

Ferhat Pamuk hat frei an diesem Dienstag. Das ist selten, so kurz vor Weihnachten. Pamuk, 38, ist Paketzusteller bei der der Post-Tochter DHL Delivery. Der Dezember ist bei ihm und seinen Kollegen Hochsaison. Pamuk hat sich dennoch Zeit genommen, um darüber zu reden, wie er es als Bote erlebt, wenn die Straßen voller, die Pakete mehr und die Kunden ungehaltener werden - und wenn vor Weihnachten all das zusammenkommt.

Damit Pamuk seine Geschichte offen erzählen kann, ohne um seinen Job fürchten zu müssen, ist sein Name in diesem Text geändert.

"In der Weihnachtszeit sind die Paketmengen gigantisch", sagt Pamuk. Nach einer Zahl gefragt, schätzt er 250 Pakete, die er an einem sehr geschäftigen Tag im Dezember austragen muss. Es ist nicht das erste Weihnachtsfest, das er als Paketzusteller miterlebt. Seit 2014 liefert er für die Deutsche Post Pakete in einem Zustellbezirk in Nordrhein-Westfalen aus. Seit etwa drei Jahren nun für die DHL Delivery, eine Tochtergesellschaft des Unternehmens. So viele Pakete wie in diesem Jahr aber, sagt Pamuk, waren es noch nie. Er irrt nicht. 

Bis zu elf Millionen Pakete – täglich

Allein Deutschlands größter Paketdienst DHL trägt in diesem Jahr an Spitzentagen in der Weihnachtszeit bis zu elf Millionen Pakete aus, weitere acht Millionen Sendungen werden über die Konkurrenten GLS, DPD und Hermes geliefert. Damit setzt sich ein jahrelanger Trend fort: Brachte die Deutsche Post/DHL 2010 noch täglich etwa 2,6 Millionen Pakete unters Volk, waren es im vergangenen Jahr fast doppelt so viele.

Der Konzern geht davon aus, dass sich das Paketvolumen bis 2020 jährlich um weitere fünf bis sieben Prozent erhöhen wird. Der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) schätzt, dass in Deutschland bis 2022 noch einmal eine Milliarde Pakete mehr verschickt werden als jetzt. Knapp 15 Prozent des Weihnachtsumsatzes wird dieses Jahr im Netz gemacht - Tendenz steigend.