Grenzüberschreitende Künstler machen den Soundtrack der neuen Migration
Khebez Dawle

Bekannt wurden die drei Musiker aus Damaskus, als sie am Strand von Lesbos ihre CDs an Touristen verkauften, nachdem sie den Weg von der Türkei übers Mittelmeer im Schlauchboot überlebt hatten. Journalisten vor Ort erzählen ihre Geschichte, Zehntausend liken ihre Facebookseite, und auf ihrer weiteren Flucht über die Balkanroute spielen sie mehrere ausverkaufte Konzerte. Inzwischen leben die drei in einem Flüchtlingslager am Fehrbellinplatz in Berlin. Funkhaus Europa hat Khebez Dawle zu ihrem ersten Clubauftritt in Deutschland eingeladen.

Hello Psychaleppo

Wimmernde Beats mit Roots in einer der am heftigsten zerstörten Städte unserer Tage: Aleppo, Syrien. Dahinter steck Samer Saem Eldahr aka Zimo, ein junger Kunststudent, der inzwischen nach Beirut geflohen ist. Sein Studio wurde niedergebrannt, seine Eltern sind in Jordanien untergekommen. In Chaos und Vertreibung hat er seine Nostalgie für traditionelle arabische Musik entdeckt und daraus verstörenden Psych-Techno geformt.

Pierre Kwenders

Pierre Kwenders zog als Teenager von Kinshasa nach Montreal um, spricht vier Sprachen und brachte vergangenes Jahr sein gelobtes Debüt heraus, in dem er kongolesische Rhythmen mit Elektropop fusioniert. In “Popolipo” featured Kwenders Samito, einen weiteren afro-kanadischen Newcomer aus Montreal. Der Song handelt von einem jungen Rebellen, der nie lacht, nie müde ist - und sich als Kongolese und Kandier fühlt.

African Boy

Auf einer Basslinie, die vergnügt vor sich hin hüpft und fast ein wenig nach Ska klingt, baut der Nigerianisch-Britische MC Afrikan Boy sein “Border Business”. Lyrics in Spanisch, Yoruba und Englisch sind darin zu hören, zwischen Spaß und bitterem Ernst. Er rappt nicht zum ersten Mal über das Leben zwischen Ländern und Kulturen, trat gerade im “Dschungel” auf, einem Flüchtlingslager nahe Calais in Frankreich.

Rudimental

Das Video von Rudimental berührt. Von Trump in den USA bis Flüchtlingskrise in Europa, hier steckt alles drin. Von Anfang bis Ende macht der Song klar, dass die Opfer, die wir bringen, belohnt werden – nicht notwendigerweise mit Wohlstand, sondern mit Dingen, die viel wertvoller sind als Geld.

Empfohlen von den Soundfriends Beverly Bryan, Brian Dubb, Alberto Caballero, Felix Zeltner.

Soundfriend × bento

Was ist gerade dein Lieblingssong? Das Fragen sich die Soundfriends, ein globales Netzwerk von Menschen, die jeden Tag mit Musik arbeiten. Auf bento gibt es jeden Tag einen neue Empfehlung.