Bild: Getty Images/Larry Busacca
Kim Kardashian veröffentlicht Mitschnitte eines Telefongesprächs – und Taylor Swift spricht von "Rufmord".
I think that me and Taylor might still have sex, I made that bitch famous
Kanye West in "Famous"

Mit diesem Vers fing alles an. Kanye West rappt ihn in seinem neuen Song "Famous" – und legte sich damit endgültig mit Taylor Swift und ihren Fans an.

Mit Taylor Swift trifft einer der größten Popstars des Planeten auf Kanye West und seine Frau Kim Kardashian-West, also das Paar, das sich wie kein zweites selbst vermarkten kann und regelmäßig das Internet bricht. Jede Aussage der Kontrahenten wird von Millionen Fans geliket und kommentiert.

Der Streit ist Thema in Kardashians Reality TV-Show, die Künstler sticheln in Dankesreden bei Preisverleihungen gegeneinander – ein Schlagabtausch, bei dem niemand mehr weiß, welcher Wutausbruch echt und welcher Auftritt nur kalkuliertes Marketing ist.

Seit Montagmorgen scheint die Katastrophe perfekt: Taylor Swift hat offenbar genug, in einem öffentlichen Statement spricht sie von "Rufmord". Mehr als eine Million-Mal haben Menschen den Post innerhalb weniger Stunden geliket und retweetet. Bis Montagnachmittag haben sich auch Selena Gomez (Team Taylor), Justin Bieber (Team Selena, deshalb Team Taylor) und Khloé Kardashian (Team West-Kardashian natürlich) positioniert.

Wie konnte es dazu kommen – und was ist eigentlich passiert?

Ein Drama in fünf Akten.

1. Dürfen wir vorstellen: Kanye – Taylor; Taylor – Kanye.
(Bild: Getty Images/Christopher Polk)

Bei den MTV Video Music Awards 2009 begegnen sich Swift und West erstmals auf der Bühne, das Aufeinandertreffen legt bis heute den Grundstein für den Streit. Taylor Swift soll den Preis für das beste Video bekommen, Kanye West hat aber etwas dagegen und stiehlt ihr die Show. Er stürmt auf die Bühne, nimmt das Mikro und sagt: "Yo Taylor, I am really happy for you, I will let you finish, but Beyoncé has one of the best Videos of all times."

Jahre später, im Sommer vergangenen Jahres, entschuldigt West sich bei Swift mit einem riesigen Strauß Blumen. Der Streit ist beinahe vergessen.

Taylor Swift begleitet die Versöhnung natürlich mit einem Post auf Twitter:

2. "Famous": Ist das sein Ernst?

Dann aber veröffentlicht Kanye West im Februar diesen Jahres sein Album "The Life of Pablo": Das Video zu "Famous" zeigt einen Haufen nackter Wachsfiguren, sie sind Prominenten nachempfunden – unter anderem liegen dort neben dem lebendigen Kanye West die Nachbildungen Taylor Swifts, Kanye Wests, Donald Trumps und Kim Kardashians. Dazu kommt der Vers, der weltberühmt wird: "I think that me and Taylor might still have sex, I made that bitch famous." (bento)

Eine gezielte Provokation wie sie zur Familie Kardashian-West passt, keine Frage. Die Textzeilen beziehen sich ganz offensichtlich auf Wests Aktion bei den MTV Video Music Awards. Aber ist die Aktion vielleicht sogar mit Taylor Swift abgesprochen?

Swift liefert die Antwort selbst und verurteilt die Textzeile als frauenfeindlich. Sie sagt, dass sie der Veröffentlichung des Songs nicht zugestimmt habe. Ein Pressesprecher erklärt, Swift habe niemals die Worte "I made that bitch famous" gehört (BuzzFeed).

Einen Tag später stellt Swift in ihrer Rede auf der Grammy-Verleihung klar:

Weiße Anführungszeichen
Es wird immer Leute geben, die euren Erfolg unterwandern wollen.
Taylor Swift zu ihren weiblichen Fans bei den Grammys
3. Kanye und Kim schlagen zurück.

Kanye West aber beharrt darauf, dass Taylor Swift den Song abgesegnet hat.

Auch Kim Kardashian verbreitet ihre Version der Geschichte.

Bild: Getty Images/Anthony Harvey
Weiße Anführungszeichen
Sie wusste ganz genau, dass der Song rauskam. Er hat sie sogar angerufen, um ihre Zustimmung einzuholen.
Kim Kardashian

In einem Interview deutet Kardashian außerdem an, dass Wests Telefongespräch mit Taylor Swift aufgezeichnet worden ist (The Verge).

4. Die Ruhe vor dem Sturm: Swifts Anwälte untersagen Kim Kardashian die Veröffentlichung des Mitschnitts.

Zusätzlich lässt Swift über ihren Sprecher ausrichten:

"Kanye West hat Taylor nie gesagt, dass er die Worte 'that bitch' in Verbindung mit ihr benutzen würde. Man kann einem Song nicht zustimmen, wenn man ihn nie gehört hat."

Kanye West hat den Song nie für Taylor Swift gespielt. Taylor hat ihn zum ersten Mal gehört, als alle anderen ihn auch gehört haben – und fühlte sich beleidigt.

Außerdem habe Taylor Swift nicht geahnt, dass das Gespräch zwischen den beiden aufgenommen würde. Sie könne nicht verstehen, warum Kanye West und nun Kim Kardashian, sie nicht einfach in Ruhe lassen würden. (BuzzFeed)

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte man die Sache auf sich beruhen lassen können. Stattdessen legt Kim Kardashian am Montagmorgen um kurz vor 6 Uhr deutscher Zeit richtig los – und nutzt den Streit, um sich selbst zu promoten.

Auf Twitter kündigt Kim den Leak an:

5. Der endgültig Bruch: Kim Kardashian stellt das Telefongespräch zwischen Kanye West und Taylor Swift ins Internet.

Und dann zieht Kim Kardashian die Sache durch: Auf Snapchat postet sie gleich eine ganze Reihe von Videoschnipseln, die offenbar das ganze Telefongespräch zwischen Kanye West und Taylor Swift zeigen sollen.

Hier kannst du das Gespräch im Zusammenschnitt sehen:

Im Video sehen wir Kanye West, er spricht am Handy mit einer weiblichen Person, vermutlich Taylor Swift.

Gleich zu Beginn rappt Kanye die Verse: "For all my Southside niggas that know me best/I feel like me and Taylor might still have sex."

Taylor Swift antwortet: "I’m like this close to overexposure", also frei übersetzt etwa: "Ich finde das fast grenzwertig." Dann jedoch sagt sie: "Ja, es ist fast ein Kompliment." Später dankt sie West für die Vorwarnung: “Aw, thanks! Yeah I really appreciate it. Like, the heads up is so nice!”

Später im Gespräch schlägt Swift vor, der Presse zu sagen, dass sie von dem Song wisse und ihn abgesegnet habe:

"And you know, if people ask me about it, I think it would be great for me to be like, 'look, he called me and told me about the line before it came out'. Like, joke’s on you guys, we're fine. You guys wanna call this a feud, you wanna call this throwing shade. But right after the song comes out, I''m gonna be on a Grammy red carpet and they’re gonna ask me about it. And I’m gonna be like, he called me."

Swift reagiert also im ersten Moment wesentlich positiver auf den Song, als es ihre öffentliche Verurteilung erwarten ließ.

Warum also ist Taylor Swift so wütend?

Bild: Getty Images/Mike Coppola
Weiße Anführungszeichen
Man kann niemandes emotionale Reaktion kontrollieren, wenn man ihn vor den Augen der ganzen Welt als 'that bitch' bezeichnet.

Auf Twitter und Instagram veröffentlicht die Sängerin Montagmorgen ein Statement.

Überschrieben ist es mit den Worten: "Der Moment, wenn Kanye West heimlich deine Telefongespräche aufnimmt und Kim es im Internet postet."

Abgesehen von dem Vertrauensbruch stört Taylor Swift vor allem eine Sache: Sie habe nicht gewusst, dass Kanye West sie als "that bitch" bezeichnen würde. "Man kann niemandes emotionale Reaktion kontrollieren, wenn man ihn vor den Augen der ganzen Welt als 'that bitch' bezeichnet."

Tatsächlich scheint West Swift von diesem Teil seines Songs nichts gesagt zu haben. Jedenfalls ist im Video davon nichts zu hören.

Taylor Swifts Fazit:

Als Lügnerin hingestellt zu werden, obwohl ich die ganze Geschichte nicht kannte und den Song nie vorgespielt bekommen habe, ist Rufmord.
Was lernen wir daraus?

Leg dich nicht mit der Familie West-Kardashian an.

Man weiß nicht genau wie, aber Kanye West und Kim Kardashian haben es tatsächlich geschafft, ein aalglattes Popsternchen in eine öffentliche Schlammschlacht hineinzuziehen. Das Skript wirkt inzwischen wie eine richtig dramatische Folge Reality-TV – und das obwohl die arme Taylor Swift eigentlich von Beginn nur eines wollte: in Ruhe gelassen werden.

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