Bild: brianhenrythompson / flickr.com / CC BY-ND 2.0

Egal ob Spotify, Deezer oder Apple Music, nie zuvor war es so einfach und günstig, Musik zu hören und neue Titel zu entdecken. Die Algorithmen der Streaming­-Dienste sind schon ordentlich ausgereift und schlagen dem Abonnenten aufgrund seines eigenen Hörverhaltens ähnliche Titel und Künstler vor. Das ist zwar schön und gut, aber mindestens genauso spannend, wie seine Brötchen im Supermarkt zu kaufen.

Früher (TM) musste man, um neue Musik zu entdecken, den Empfehlungen des Schallplattenfachverkäufers folgen, Musikfernsehen gucken oder Radio hören und mit etwas Glück entdeckte man dort sogar den ein oder anderen Titel oder Künstler, der nicht zum “die besten Hits”­-Schema der Radio-­ und Fernsehstationen passte.

Der Konsum von Musik über Streaming­-Dienste ist für viele vollkommen ausreichend und im Vergleich zum Kauf von Musik super billig. Aber eigentlich passt das gar nicht so richtig zur Generation Y, die sich auch dadurch kennzeichnet, bloß immer etwas eigen zu sein. Mainstream ist nicht hip.

Darum folgt jetzt der Leitfaden, wo und wie man nach frischer Musik diggen kann.

SoundCloud

Dreh-­ und Angelpunkt mit der wohl größten Auswahl an Musik außerhalb der geschlossenen Streaming-­Dienste ist die orangene Wolke. SoundCloud ist für viele, gerade kleinere und unbekanntere Künstler und Labels heute die wichtigste Plattform. Dem Berliner Unternehmen ist es gelungen, zum Netzwerk für Musiker und Musikfans gleichermaßen zu werden. Kaum ein Artists, der dort keinen Account betreibt.

Um SoundCloud als Musikquelle zu nutzen, erstellt man sich zuerst einmal einen Account und folgt seinen Lieblings­künstlern, Labels, DJs und Blogs. Danach spült SoundCloud die letzten Uploads und Shares der verfolgten User in den Stream. Doch das wird schnell langweilig, und die Auswahl ist noch viel zu übersichtlich.

Als nächstes schaust du dir an, mit wem die von dir gefolgten Artists vernetzt sind und hörst dir an, was die so treiben. Bei Gefallen folgen. Jetzt kommt der Pro­Trick, bei dem es SoundCloud einem zwar nicht einfach macht, aber immer wieder vielversprechende Perlen gefunden werden: Du hörst dir an, was deine Artists liken! Liest sich banal, ist aber höchst effektiv.



Bandcamp

Bandcamp ist eine weitere wichtige Plattform für Musiker und Labels, die sich insbesondere an unabhängige Künstler richtet. Auch hier kann man Musikern folgen und bekommt dadurch einen eigenen News ­Feed zusammengestellt. Ziemlich stark sind die verschiedenen Discover­-Angebote der Plattform. Neben einer Übersicht der meistverkauften Musik kann man sich herrlich durch Genres filtern und bekommt zudem redaktionell erstellte Empfehlungen.


Facebook & Twitter

Hier kommt der "Nein, doch Ooh"-Moment, denn eigentlich ist dieser Tipp ein no-brainer. Das heißt aber lange noch nicht, dass man es auch tatsächlich konsequent tut: Folge deinen Lieblingskünstlern und Labels auf deren Social­-Media-­Kanälen. Dort bleibst du immer auf dem Laufenden und bekommst auch mal spezielle Remixe, Edits, Mashups und free Downloads in die Timeline gespült.


Hallo Internet

Ja, es gibt auch noch Leben im Internet abseits von Facebook und jeder Menge Blogs, auf denen du Musik jedes Genre findest, die du nie irgendwo anders geboten bekommst. Neben Rezensionen, Videos, Remixen und Edits sind gerade Mixtapes und Podcasts sehr ergiebige Quellen für interessante und neue Tracks. Hier gilt das Gleiche wie bei den anderen Plattformen: Du startest bei deinem Lieblings-­Musikblog und folgst den Links zu anderen Seiten. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich einen Feedreader wie Feedly zu nutzten. Damit kannst du Blogs abonnieren und wirst zentral mit den neusten Artikeln deiner abonnierten Blogs beliefert.

(Bild: blogrebellen.de)

Hallo Welt

Schallplatten gehen immer, egal ob als hippes Accessoire oder als Abspielmittel. Warum also nicht mal wieder einen Schallplattenladen aufsuchen oder am Wochenende auf Flohmärkten nach raren Scheiben Ausschau halten? Es gibt dort so viele edle Perlen zu finden. Natürlich bist du auch in einem guten Club oder einer angesagten Bar gut aufgehoben, wenn es um das Entdecken von frischem Sounds geht. Ist der DJ zu beschäftigt, helfen dir Apps wie Shazam beim Identifizieren eines Songs.

(Bild: mpires / flickr.com / CC BY-SA 2.0)
tl;dr

Musik ohne den Spotify-­Algorithmus zu finden, ist zwar zeitaufwändig, dafür findest du aber Sachen, die du bei den Streaming­-Anbietern definitiv nicht bekommst. Manchmal kommt aber die beste Empfehlung einfach bei einem Glas Wein von Freunden.

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