Bild: Instagram/Schwesta Ewa

Schwesta Ewa, 33, Whatsapp-Status "Leben fickt härter als Freier", ist Deutschlands bekannteste Gangsta-Rapperin. Sie spricht über Sex, Gewalt, Drogen, wie hart sie ist. Einerseits.

Andererseits steckt hinter der Kunstfigur Schwesta Ewa auch ein Mensch. Ewa Malanda, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, ist eine verurteilte Kriminelle – und fasziniert Tausende Fans. Auch weil ihr Leben tatsächlich sehr dem Bild ähnelt, das sie in ihren Songs vermittelt.

Hier sind fünf Fakten über den Menschen, der hinter Schwesta Ewa steckt.

1. Schwesta Ewa hat Prostituierte für sich arbeiten lassen – und damit Geld verdient

Ewa schickte ihre jungen Fans auf den Strich. Und teilte sich das Geld mit ihnen. Das bestreitet sie nicht. Unzählige Mädchen hätten sich für sie prostituieren wollen, sagt sie. "Ich hatte eine Warteliste."

(Bild: dpa/Boris Roessler)

Sie besorgte die Hotelzimmer, fuhr die Frauen von Termin zu Termin, nahm die Anrufe der Kunden entgegen. Auf der Rückseite der Handys waren die Namen und das Alter der "Mädchen" vermerkt, damit Ewa wusste, was sie den Kunden sagen sollte.

Unter den Frauen, die sich für sie prostituierten, war auch eine 17-Jährige. Die habe sie zunächst weggeschickt, dann ihr doch einen impotenten Mann als Freier besorgt. Das Ganze nennt Ewa eine "illegale Escort-Agentur".

Wenn ich das nicht übernehme, dann übernimmt es jemand anderes, aber auf den Strich gehen sie, so viel steht fest.
Schwesta Ewa

2. Sie rastet wegen Kleinigkeiten aus und schlägt zu 

Wenn jemand eine pinke Socke in die weiße Wäsche packt, eine ihrer Prostituierten die Unterhose drei Tage nicht wechselt oder ihr Handy verliert – dann schlägt Ewa zu. Das gibt sie selbst zu. Sie schäme sich dafür, sagt sie. "Das ist eine Frechheit von mir, so zu reagieren." Die Ohrfeigen hätten aber nichts mit der Prostitution zu tun gehabt. So erzählt sie es in einem langen Video.

Eine besonders krasse Szene ist in einem Artikel der Zeit beschrieben. Jana, eine von Ewas ehemaligen Freundinnen und Prostituierten, sitzt mit Ewa im Auto. Ewa fährt, Jana sitzt daneben, auf ihrem Schoß hat sie einen Karton mit zwei Pythons. Als Jana eine von ihnen ins Handschuhfach entkommen lässt, stoppt Ewa den Wagen, reißt die Beifahrertür und tritt auf Jana ein, trifft sie ins Gesicht. So hat Jana es der Zeit erzählt. Am nächsten Tag habe sie Anzeige bei der Polizei erstattet.

3. Sie muss wahrscheinlich wieder ins Gefängnis

(Bild: dpa/Arne Dedert)

Ein Gericht hat Ewa inzwischen wegen Steuerhinterziehung, diversen Körperverletzungen, darunter zwei schweren, und der Förderung von sexueller Handlungen Minderjähriger zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt. Sie hatte Ewa vorgeworfen, Frauen und auch eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben. "Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung" lautete der genaue Vorwurf. Der Richter sah das nicht als erwiesen an.

Mehrere Frauen hatten ausgesagt, freiwillig für Geld Sex mit Freiern gehabt zu haben. Der Fall kommt nun vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Der Haftbefehl ist bis dahin allerdings aufgehoben. Zuvor saß Ewa sieben Monate in Untersuchungshaft.

Ich hab' Angst vor dem BGH, weil diese Bastarde von der Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht zufrieden sind und vier Jahre Knast fordern, weil die sich daran aufgeilen.

Diesen Satz sagte Schwesta Ewa in einem Instagram-Livevideo. Deswegen könnte ihr theoretisch nun neuer Ärger drohen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie sich wieder strafbar gemacht hat. (SPIEGEL ONLINE)

4. Ihre Mutter schlug sie

Seit sie denken könne, habe sie von ihrer Mutter Schläge bekommen, sagt Ewa dem Stern. In der Berliner Sozialwohnung hingt ein Hirschgeweih an der Wand, daran ein Gürtel und ein Kabel. Abwechselnd sei sie damit geschlagen worden, sagt Ewa.  

"Egal, was ist, du kriegst Schläge." So sei sie erzogen worden. Mit 16 habe sie das erste Mal mit Marihuana gedealt, kurz darauf habe sie begonnen, sich zu prostituieren, später in ihrer "illegalen Escortagentur" andere Frauen an Freier vermittelt. Mit sechs Jahren sei sie vergewaltigt worden, erzählt sie fast nebenbei auf Instagram. "Ich hab mein ganzes Leben scheiße gefressen. Das ist einfach so."

Ihre Mutter liebe sie trotzdem "über alles". Die war mit ihr von Polen nach Deutschland geflohen – angeblich aus Angst vor der Blutrache des Vaters, den Ewa nie kennengelernt hat. Später habe Ewa sich selbst durchgeschlagen

"Wenn ich andere Kinder geschlagen habe, habe ich Respekt bekommen", sagte sie dem Stern. Auch aufm Straßenstrich und in den Puffs habe sie sich prügeln müssen, um sich durchzusetzen. So erklärt Ewa ihren Hang zur Gewalt heute.

5. Nach dem Urteil erfuhr sie, dass ihr Freund sie betrogen hat

Nach ihrer Entlassung schrieb sie auf Facebook: "8 Monate kein Sex.. ich dreh durch.. Aber gefickt wurde ich ja trotzdem hahaha". Wieder in Freiheit sei sie dann mit ihrem Freund essen gegangen. Da habe er ihr die Untreue gestanden.

Nach zwölf Jahren, mein Mann, der jeden Tag an der Mauer steht und winkt, fickt die Nutten, die ich ihm vorgestellt habe.
Schwesta Ewa in einem Video

 Das Härteste sei, dass sie niemandem mehr Vertrauen könne, sagte sie dem Stern.


Future

Kanada testet das Grundeinkommen – aber keiner will es so richtig haben

Die kanadische Provinz Ontario hat das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt. Aktuell wird dort getestet, wie es sich auf die Gesellschaft auswirkt, wenn Ärmere regelmäßig Geld vom Staat bekommen, über das sie frei verfügen können. Die Zahlung können allerdings nur Arbeitslose und Geringverdiener erhalten.