Bild: imago/Michael Wigglesworth
Vier starke Momente aus dem NDR-Talkshow-Interview

Samy Deluxe hat gerade ein neues MTV-Unplugged-Album produziert. Um darüber zu sprechen, war er zusammen mit seiner Mutter Gisela Sorge am vergangenen Freitag in der NDR-Talkshow zu Gast, seit Dienstag ist die Sendung auf YouTube zu sehen. Dabei ging es aber nicht nur um die Musik. 

Samy sprach über Geldsorgen, aber vor allem über seine Kindheit, in der er sich oft einsam fühlte. Er und seine Mutter machen auf Probleme aufmerksam, aber sagen auch, was damals geholfen hat.

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Samy Deluxe und seine Mutter erzählen, welchen Rassismus die beiden in seiner Kindheit erlebt haben.

Samys Vater ist Sudanese, seine Mama war alleinerziehend. Auf die Frage, ob Gisela Sorge sich manchmal einsam fühle, antwortet sie: 

"Was die Geschichte dieser Republik schon auch kennzeichnet, ist, dass es Bemerkungen auf der Straße gegeben hat. Als man mit dem Kinderwagen ging, die Leute da reinguckten und sagten: 'Och ist der süß, konnten sie keinen deutschen Mann finden?'"

Solche Geschichten habe Gisela Sorge nicht nur einmal erlebt. Auch eine Szene mit ihrer eigenen Mutter, Samys Großmutter, beschreibt sie. 

"Bis hin zu meiner Mutter, die Samy immer gerne über das Haar gestrichen hat und dann gesagt hat: 'Wie schön, die Haare sind ja nicht kraus.'"

Das sei heftig gewesen und schwierig, sich mit der eigenen Mutter damit auseinanderzusetzen. "Ich habs getan und bin nicht weitergekommen. Sie ist in einer anderen Zeit geboren", sagt Sorge. Trotzdem sei Samy ihr Lieblingsenkel gewesen, "keine Frage, sie hat ihn vergöttert."

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Samy erzählt von seiner Traurigkeit als Kind. 

Er habe sich in der Gesellschaft nicht repräsentiert gefühlt. In seiner Grundschule seien zwei andere schwarze Kinder gewesen, doch die hätten "den dunkelhäutigen Teil präsent" gehabt. Sein Vater hingegen lebte nicht bei Samy. Die anderen Kinder seien stolz auf ihre Kultur gewesen. Das "konnte ich nicht nachempfinden, weil der Kontakt zur afrikanischen Seite nicht da war".

Das habe sich erst geändert, als Samy zu Verwandten nach London gereist sei und als er sich in Hamburg dem Verein "African Heritage" angeschlossen habe.  

"Das war das erste Mal, dass ich in einer Wir-Form über irgendwas reden konnte, was mich anscheinend für die Leute da draußen als erstes definiert. Weil keiner sagt, der ist 1,80 Meter groß. (...) Damals war es nur die Hautfarbe, in jeder Situation."
Samy Deluxe

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Seine Mama kümmert sich um die Finanzen und die Terminkoordination.

Es geht nicht nur um ernste Momente aus dem Leben der beiden. Sie sprechen über Zusammenhalt und das gemeinsame Business. 

Es habe 2003 begonnen, als Samy Deluxe gerade dabei war, sein eigenes Label zu gründen. Erst habe sich Mama Gisela um die Bauaufsicht gekümmert, dann bekam sie immer mehr Verantwortung. Der entscheidende Moment für ihren Einstieg ins Finanzgeschäft des Sängers:

Mitten in der Kampagne von einem Album ist mir mein Management abgesprungen, wurde von Tokio Hotel abgekauft. Menschen sind doch käuflich manchmal.
Samy Deluxe

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Samy Deluxe weiß jetzt, was keine gute Wertanlage ist.

Dann geht es um Finanzen. Samy berichtet von dem Moment, als ihn eine 250.000-Euro-Steuernachzahlung überraschte und er damals nur 50.000 Euro "rumliegen" hatte. Außerdem von seiner ersten Gema-Ausschüttung über 10.000 Euro – von der habe er "jeden Cent verpulvert". 

Er habe sehr viel Geld für Schmuck, "Bling, Bling", ausgegeben. 

Ich habe mir mein Logo von meinem Label in Diamanten und Gold machen lassen. Und das ist danach natürlich nur noch das Material wert und nicht mehr die ganze Arbeitszeit, die da rein geflossen ist. Und das ist schon auf keinen Fall irgendein gutes Investment.
Samy Deluxe

Retro

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