Es gibt Songs, die immer wieder von anderen Musikern gesampled werden. Manche so oft, dass sie zur Basis von ganzen Subgenres wurden.

Im Gegensatz zur Coverversion wird beim Samplen das entsprechende Musikstück nicht neu eingespielt, sondern eine fremde Aufnahme genutzt. Sampling ist so das musikalische Pendant zur Collage in der bildenden Kunst.

Wir stellen zehn der meistgesampelsten Songs aller Zeiten vor.

The Winstons - Amen Brother

Es ist nicht ganz leicht herauszufinden, welche zehn Stücke tatsächlich am häufigsten gesampled wurden – es hängt davon ab, wen man fragt. Immerhin, bei der Pole Position sind sich alle einig: Der vier Takte kurze Drumbreak aus "Amen Brother" von den Winstons ist das einflussreichste Stück aller Zeiten.

Früher Hip Hop hätte ohne den markanten Drumbreak ganz anders geklungen; ob es Drum & Bass überhaupt gegeben hätte, darf getrost bezweifelt werden. Immer wieder wurde der Amen-Break, wie er liebevoll genannt wird, in seine Teile zerlegt und neu zusammengesetzt. Amen Brother gibt es sogar als Wandschmuck. Für den Drummer, der nie Geld dafür erhielt, gab es ein Crowdfunding und es wurden sogar ganze Dokus über die einflussreichsten sechs Sekunden der Musikgeschichte gedreht.

Skull Snaps - A New Day

Die ersten Sekunden von Skull Snaps' "A New Day" bildeten ebenfalls die Basis für etwa zig Millionen Hip-Hop-Tracks. Die Besonderheit in diesem Fall liegt drin, wie viele ganz verschiedene Songs Hits wurden, die auf diesem Mörderbeat beruhen.

Während "Poison" von The Prodigy eventuell noch ohne funktioniert hätte, wäre Rob Ds "Clubbed to Death" aus dem Matrix-Soundtrack ohne den charakteristisch schleppenden Beat ein anderer Tune. Unser Lieblingsbeispiel ist Skewiffs "Brutha Noah", das seine tanzbare Charakteristik aus Skull Snaps' Beat zieht.

Billy Squier - The Big Beat

Relativ ungewöhnlich für Classic Rock startet "The Big Beat" aus dem Jahr 1980 mit einem alleinstehenden Drumbeat, der unzählige Male als Backbone für andere Songs herhalten musste. Einen anderen Weg schlug Jay Z ein: Er nutze für "99 Problems" das Gitarrenriff.

James Brown - Funky Drummer

Mindestens so ikonisch wie der "Amen Break" ist auch der Breakdown aus James Browns Funky Drummer. Alleine der Umstand, dass er "nur" gerne verwendet wurde, aber kein ganzes Genre definierte, verhindert, dass dieses vielseitige Monster mit der charakteristischen ersten Snare im Takt bei den vordersten Plätzen mitspielt.

Unzählige Hip-Hop-Produktionen fußen auf dem Funky Drummer, wir haben uns für ein Beispiel aus der Popmusik entschieden. 1990 unterlegte George Michael "Freedom 90" mit dem legendären Groove.

Fab 5 Freddy - Change The Beat

Laut whosampled.com, der Sample-Bibel schlechthin, hält "Change the Beat" die Silbermedaille – zumindest, wenn es um die Häufigkeit geht, mit der sich andere Musiker daran bedient haben. Rund 1300 Verwendungen in anderen Songs wurden seit 1982 dokumentiert. Zuletzt kam Fab 5 Freddys Überhit durch Macklemores & Ryan Lewis' "Trift Shop" wieder zu Ehren.

Mohawks - The Champ

"The Champ" stammt aus dem Jahr 1968 und ist damit die älteste Ikone in dieser Liste. Beatbastler aus allen Jahrzehnten und Musikrichtungen nutzten und nutzen es immer wieder – sehr oft so zerschreddert, dass man den Ursprung nicht mehr heraushört.

J Dilla, der König der Beatbastler, ist bei "The Shining Pt. 2" vergleichsweise achtsam damit umgegangen und hat den charakteristischen Orgelsound nur etwas umgeschnitten.

Lyn Collins - Think (About It)

In den Neunzigern war es unmöglich dem Break aus Lyn Collins' "Think" zu entkommen. Der unverwechselbare Beat mit dem "Yea! Uh!" Stimmfetzen tauchte in allen möglichen und unmöglichen Stilen auf.

Am bekanntesten wurde "It Takes Two" von Rob Base & DJ E-Z Rock. Das Besondere am Think-Beat ist, dass er immer wieder von crediblen Produzenten aus der House- und Technowelt genutzt wird. "Tears in the Rain" von Zomby aus dem Jahr 2008 ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie tief "Think" in der DNA der elektronischen Tanzmusik steckt.

Incredible Bongo Band - Apache

Ein leicht obskures Studioprojekt namens "Increbible Bongo Band" coverte "Apache", den alten Shadows-Klassiker in einer Version mit einem sehr markanten Bongo-Beat, und schuf damit einen Instant-Klassiker.

Auf keinen Beat wurde mehr gebreakdanced, er fand via Sampling seinen Weg in unzählige Hip-Hop-Produktionen. Wir haben als Beispiel etwas ganz anders ausgesucht, nämlich Reboots "Enjoy Music", wo der Apache-Beat die Aufgabe hat, den Housebeat zwischendurch etwas aufzubrechen.

The Police - Every Breath You Take

Was gerne vergessen wird: Meist bleibt Sampling vollkommen unbemerkt, weil keine wiedererkennbaren Phrasen, sondern einzelne Sounds verwendet werden. Deswegen taucht in keiner der unzähligen Listen der meistgesampeltsten Songs "Every Breath You Take" von The Police auf.

Es wurde zwar von Puff Daddy für "I'll be missing you" so genutzt, dass das Sample praktisch der ganze Track ist, das ist aber nicht die ganze musikhistorische Wahrheit. Stewart Copelands Drums hatten einen sehr charakteristischen Sound, am Anfang von "Every Breath You Take" steht ein einzelner Schlag auf die Snaredrum vollkommen frei. Dieser Sound findet sich in unzähligen Produktionen wieder.

Sister Nancy - Bam Bam

Mit "Bam Bam" von Sister Nancy verbindet uns eine besondere Liebe. Deswegen nehmen wir den Reggaetune hier auch mit auf. Als Sieger der Herzen quasi. Immerhin 66 Samplings verzeichnet whosampled.com. Auch Bam Bam zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Samples in der Popmusik. Das liegt natürlich am zugrundeliegenden Stalag-Riddim, der sehr wichtig für Reagge ist und war. Hunderte von Tunes wurden über diesen Riddim gesungen, von denen Bam Bam nichtmal der bekannteste ist.

Kanye West hat "Bam Bam" auf The Life of Pablo im Track "Famous" genutzt.


Gerechtigkeit

Gegen Donald Trump kann Hillary Clinton nur verlieren

Es wirkte mal wie ein schlechter Scherz, im vergangenen Sommer. "Wow. Whoa. That is some group of people. Thousands", rief da Donald J. Trump zur Begrüßung in den Veranstaltungssaal seines New Yorker Trump Towers. Und dann: "So ladies and gentlemen... I am officially running... for president of the United States, and we are going to make our country great again." (Die Rede bei "Time")

Es gab damals viel Häme. Aber mittlerweile ist den meisten in Amerika das Lachen vergangen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Republikaner auf ihrem Parteitag im Sommer Donald Trump zu ihrem Kandidaten für das Weiße Haus machen. An Trump – Wolkenkratzermillionär, Reality-TV-Tröte und Anti-Philanthrop führt dann fast kein Weg mehr vorbei.