Bild: instagram.com/robin__schulz

Robin Schulz? Ist das nicht dieses platte, nervtötende, sich ständig wiederholende Emo-House? Dann doch lieber melodieverliebte elektronische Musik mit Liebe zum Detail und Stil. Neun Empfehlungen:

Claptone

Eigentlich ist es das Daft-Punk-Maskenballprinzip, allerdings noch ein wenig geheimnisvoller. Über den/die Produzenten Claptone ist über ihre Musik und ihre goldenen Masken hinaus so gut wie nichts bekannt. Claptone geben kaum Interviews, nur die Tour-Dates sprechen Bände: An einem Abend in Shanghai und Houston, am anderen in Curitiba/Brasilien und Bern. Da muss mehr als nur eine Person dahinter stecken. Weniger rätselhaft sind Claptones Produktionen: Irgendwas zwischen Deep und Melody House, gerne mal stilsichere Remixes von bekannten Größen (Metronomy, Roisin Murphy, Gregory Porter), was dann auch locker für "most-shazaamed" auf Ibiza reicht.


Adana Twins / Acid Pauli & Nu

Der Remix vom Remix einer meiner All Time Favorites: Das kann eigentlich nur schiefgehen. Oder grandios werden. Acid Pauli und Nu legen Adana Twins "Strange" (ein Remix von Doors "People are strange") großartig neu auf. Vor allem Martin Gretschmann aka Acid Pauli steht für unzählige Projekte (The Notwist, Console, 13&God...) und unterschiedlichste Facetten elektronischer Musik. Ein echter Nerd. Im Video zu "Strange" lässt sich der 67-jährige Nachtleben-Promi Komet Bernhard durch die Berliner Nacht treiben, was nicht weniger hypnotisch wirkt wie der Remix an sich.


Throwing Snow

Okay, ich gebe es zu: Throwing Snows "The tempest" hat musikalisch wenig bis nichts mit Herrn Schulz zu tun, aber was macht das schon? Ein betörender Song, ein sagenhaftes Video von Rick Robin und die Klassifizierung als im weitesten Sinne elektronische Musik müssen reichen. Bevor ihr das ranten anfangt: Schaut euch dieses epische Video an!


Mollono Bass

Achtung, Tabubruch: Ronny Mollenhauer a.k.a. Mollono.Bass ist einer der ersten Fusionisten und Teil jener riesigen Crew, die im mecklenburgischen Nirgendwo das Fusion-Festival veranstalten. Eigentlich soll ja niemand über dieses Paralleluniversum zwischen Hippie-Zirkus und einwöchigem Rave berichten. Umso erstaunlicher, dass Fusion-Tickets wegen der großen Nachfrage mittlerweile nur noch ein halbes Jahr im Voraus verlost werden. Einen kleinen Einblick in den Stil, die Menschen und den Vibe der Fusion zeigt dieser Film vom 3000-Grad-Festival, das ebenfalls von Leuten aus dem Fusion-Dunstkreis organisiert wird.


Jose Gonzales

Jose Gonzales ist eigentlich bekannt für Gitarrenmusik gewordene Kleinode, die das Publikum auf seinen magischen Konzerten gerne mal zum Schweben verleiten. Aber auch auf seinen Konzerten zeigt er eine elektronisch angehauchte Seite, die immer ziemlich psychedelisch ausfällt. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Schwerkraft zu überwinden ist: Bei "This is how we walk on the moon" zeigt Jose Gonzales uns, wie das genau funktioniert mit dem abheben - musikalisch und textlich.


Todd Terje

Todd Terje glaubt als elektronischer Künstler fest an das Konzept Album, kennt keine Stilgrenzen und co-produziert Top-10-Hits. Todd Terje aus Norwegen verweigert sich allen Erwartungen und Konventionen und fährt erstaunlich gut damit. In seinen eigenen Produktionen verlötet er Neo-Disco-Sounds und House mit ein paar Sprenkeln Jazz, Easy Listening und Bossa Nova. Anscheinend hat Terje auch größten Spaß für seine Produktionen Kunstfiguren wie "Alfonso Muskedunder" oder den verschrobenen "Inspector Norse" zu erschaffen. Zu sehen in diesem legendären Video.


Disclosure feat. Gregory Porter

Zu Disclosure muss man eigentlich nicht mehr viel erzählen. Längst ganz oben angekommen sonnen sich die zwei britischen Brüder, die vor nicht allzu langer Zeit aus Altersgründen in keinen Club gekommen wären, im Olymp des Musikbusiness. Ob Deep House, UK Garage oder Synthpop die Lawrence-Brüder sind in vielen Genres zuhause. Wie passend, dass Everybodys Jazz-Darling Gregory Porter Crossoverprojekten äußerst aufgeschlossen ist und schon mehrfach mit Produzenten elektronischer Musik zusammengearbeitet hat. Mit Disclosure nahm Porter "Holding on" auf und schafft es auch live musikalische Brücken zu bauen.


Alex Metric

Infadels, Foals, Bloc Party, Gorillaz, NERD, Depeche Mode - die Liste der Künstler, die der Londoner Produzent Alex Metric schon geremixt hat, ist so beeindruckend wie facettenreich. Eine Leidenschaft von Herrn Metric ist der bei ihm extrem catchy ausfallende Disco House mit viel Synthies, viel Melodie und noch mehr Pop-Appeal. Diesen teilt er sich mit dem Produzenten-Duo Oliver aus L.A., mit denen er "Galaxy" produziert hat.


Oliver $ & Jimi Jules

Der Star ist das Video. Regisseur Ian Robertson zeigt in knapp drei Minuten den Kreislauf des Lebens und lässt seine Protagonisten - vom Baby bis zum Greis - zu Oliver $ & Jimi Jules "Pushing on" tanzen. Ein ganz hervorragender Remix des Quantic Soul Orchestras, was wieder einmal beweist, wie toll elektronische Musik sein kann, die sich für andere Genres öffnet.

Blogrebellen × bento

Die Berliner Blogrebellen bloggen bei bento mit viel Liebe und Herz zum Thema Musik. "Remixing Culture everyday" lautet das Motto - und das spürt man auch.