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Seit über 30 Jahren füllen die Red Hot Chili Peppers Konzerthallen und begeistern Fans mit ihrem funkigen Alternative-Rock von der Westküste Amerikas. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album "I’m With You" veröffentlichen die Kalifornier ihr 11. Studioalbum. Wir haben "The Getaway" angehört und uns gefragt, ob es sich lohnt, Geld in das komplette Album zu investieren.

Was ist ihr Geheimnis?

Anders als Madonna, die sich mit jedem Album neu erfinden möchte, setzen Red Hot Chili Peppers auf das, was sie schon immer ausgemacht hat: funkigen Alternative-Sound, den sie weltweit geprägt haben. "Never eat a winning horse" – das wissen auch die vier Jungs, die ihre Fans nicht enttäuschen möchten.

Das Prinzip, das die Band verfolgt, bedarf keines Gossips, keines Skandals, den die Presse aufgreift und verbreitet.

Nein. Diese Band, so kann man behaupten, macht Musik. Einfache und ehrliche Musik, ohne dabei einen öffentlichen Seelenstriptease hinzulegen.

Überraschungen stecken in den Details des Albums. Red Hot Chili Peppers sind die Bäcker, bei denen du keine billige Aufbackware bekommst.

(Bild: gettyimages.de / Jonathan Leibson)

Es spricht sich schnell herum, wenn ein neues Album am Start ist. Wenn schon Promo, dann bitte mit Humor, wie hier im “Carpool Karaoke” aus “The Late Late Show with James Corden”.

Was ist die Story?

Für die erste Single-Veröffentlichung des neuen Albums, "Dark Necessities", hat sich Anthony Kiedis die Instrumentals in seinem Auto angehört. Ganz Old School, wie er sagt, auf einer CD. Er wusste gleich, was er als Sänger mit diesem Song machen muss. Für die Lyrics nahm er sich Zeit auf Hawaii.

Wenn man genau hinhört, hört man den Sonnenaufgang über dem Meer, und sieht die Surfer auf den Wellen reiten.

Anthony Kiedis ist ja bekanntlich selbst ein Brettfan.

Das Video zum Track entstand in L.A. Darin: vier professionelle Longboarderinnen, die keinen Schmerz kennen und sich ihrer Leidenschaft hingeben. Regisseurin des Videos ist die US-Schauspielerin Olivia Wilde.

Melancholisch mit Leichtigkeit und schön "gaga"!

Gerade wenn der Himmel über uns weint und der Regen die Sommerlaune nimmt, kann man sich von den Kaliforniern anstecken lassen und mit der melancholischen Stimmung flirten. So heißt es im ersten Track "The Getaway", der auch zugleich den Namen des Albums trägt:

"Complete repeat
Sitting in your car and on your street
Lost in California
Let’s steal this wheel
Take a spin to find out how we feel
Just around the corner
Slow down for sound
Turn it up and no we can’t be found
The body that we transcend
Asleep, you weep
Find out that the trick is never cheap
A melancholy girlfriend"

Es sind diese Bilder, die versteckte Lebensweisheiten in sich tragen. Die Red Hot Chilli Peppers haben sie all die Jahre gekonnt in ihre Alben gepackt und sind dabei komplett unkitschig geblieben. Ein kurzer Trip in die Transzendenz und das Verlangen nach Entfesselung alles Irdischen.

Durchgeknallt wie immer. Auch darauf ist Verlass!

Apropos durchgeknallt: In "Dreams Of A Samurai", dem letzten Song auf dem Album, spielt die Band unerwartet mit dem Takt und kitzelt dabei die Synapsen der Hörer. Gerade wenn man sich auf den ruhigen 4/4 Takt ausruhen möchte, kommt die Zerstörung des Gewohnten durch einen 5/4 Takt. Mit dem Zuhörer spielen und ihn auf eine Reise nehmen: ein Detail, dem sie treu geblieben sind.

Eine Sache hat sich nach 25 Jahren dann doch geändert: Der Produzent Rick Rubin wurde von Danger Mouse (unter anderem The Black Keys, Beck, Gorillaz) abgelöst. Das Mixing für das neue Album übernahm Nigel Godrich, Radioheads langjähriger Stammproduzent.

Diese neuen Köpfe haben es geschafft, dass die Band ihrem Sound treu bleibt. Bei "Go Robot" spürt man ein leichtes Abheben vom Gewohnten, aber wieder nicht zu viel. Ein Funky-Synthie-Discosound, der den Zeitgeist in Neonfarben einfängt. Hier mag sich vielleicht die Handschrift der neuen Besetzung hinter den Kulissen bemerkbar machen.

Das komplette Album versprüht mit seinen bunten Bildern, Lebensweisheiten und Abenteuern vor allem eines: Power, und ein "Ja" zum Leben und der Mystik.

Was live wirklich ein Genuss sein muss: Dieser Band beim Performen der Songs zuzuschauen.

Ob es sich lohnt, das Album zu kaufen?

Es bedarf Zeit und genaues Hinhören, um die Stimmung des Albums aufzunehmen. Wer keine Zeit hat oder nicht empfänglich für gute Storys ist, sollte es lassen.


Fühlen

Shitstorm gegen H&M: Sind wir zu dick, oder ist das zu klein?

Mehr als 83.000 Likes und 10.000 Shares hat die britische Studentin Ruth Clemens für ihren Post an die Facebook-Pinnwand des Modehauses H&M erhalten. Eigentlich wollte sie sich nur schnell eine Jeans kaufen – für 10 Pfund, ein wahres Schnäppchen.

In der Umkleide merkte sie jedoch schnell, dass aus dem Einkauf nichts wird. Denn obwohl die Hose als Größe 16 (in Deutschland eine 44) angegeben war, passte die schlanke und 1,80m große Frau nicht mal ansatzweise in sie rein. Dabei trägt sie normalerweise sogar Größe 42.

Wütend über diese unrealistischen Kleidergrößen veröffentlichte sie einen Post auf der Facebook-Seite von H&M, der auf extreme Resonanz im Netz stieß.