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Ist 2016 einfach nur ein Arschloch? Dieses Jahr sind schon viel zu viele legendäre Musiker von uns gegangen: Lemmy, Prince, David Bowie – um nur einige zu nennen. Ist das Zufall, dass derzeit so viele Legenden für immer die Bühne verlassen? Oder steckt da mehr dahinter?

Und wenn wir schon dabei sind: Stimmt es, dass Rapper häufiger Morden zum Opfer fallen und Blues-Musiker unverhältnismäßig oft an Herzleiden sterben? Das alles und mehr erfahrt ihr in unserem morbid-informativ-unterhaltsamen "Mucke leben und sterben"-Special.

Wir haben zu dem Thema keine gute und eine schlechte Nachricht: Das wird wohl so weitergehen. Nick Serpell bereitet Nachruf-Texte auf große, in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten für die BBC vor.

Die Texte liegen bei der BBC quasi auf Halde, bis sie dann im Ernstfall über den Rundfunk und das Fernsehen gesendet werden. Wurden im ersten Quartal 2012 nur fünf seiner Texte verwendet, waren es 2014 (im gleichen Zeitraum) schon elf. Dieses Jahr waren es schon 24 (!) bis Ende März. Anderen Medienhäusern geht’s ähnlich. Warum?

David Bowie und Prince (übrigens auch Alan Rickman und Victoria Wood) gehören der sogenannten Baby-Boomers-Generation an, deren Angehörige zwischen 1946 und 1964 geboren wurden. Und die werden älter und älter – und damit leider immer anfälliger dafür, demnächst Stars der Nachruf-Sektionen zu werden.

Auch die sozialen Medien haben mal wieder viel mit dem gefühlten Massensterben zu tun. Emotionale Inhalte bringen Klicks, Likes und Shares - dementsprechend überproportional werden einem entsprechende Beiträge in die Timeline gespühlt.

Genre-Tode: Sag mir, was für Musik du machst, und ich sag dir, wie du stirbst!

So viele Klischees, so viel Wahres dran: Rapper sterben tatsächlich verhältnismäßig oft durch äußere Einwirkung, sprich Mord; Blues-Künstler sterben wirklich besonders häufig an gebrochenem Herzen – naja, oder an Herzproblemen.

Diese inhaltlich schaurige, dadurch aber nicht weniger faszinierende Tabelle zeigt, woran Musiker einzelner Genres zugrunde gehen - und überraschenderweise bestätigen die Daten von The Conversation direkt einige der weit verbreiteten Stereotypen.

Warum sterben so wenige Rapper und Rapperinnen natürliche Tode?

Die Liste der erschossenen Raplegenden ist lang und traurig runterzubeten. Ja, dieses Jahr ist Phife Dawg von A Tribe Called Quest leider an den Folgen seiner Diabetes Erkrankung gestorben - aber mit diesem krankheitsbedingten Tod steht er ziemlich alleine da.

Der Wikipedia-Artikel zu verstorbenen Hip-Hop-Künstler wimmelt nur so von der Todesursache "Shot and killed", teilweise noch mit dem Zusatz “(gang related)”. Bei den beiden wohl prominentesten Mordopfern, 2Pac und Notorious BIG, fehlt zwar der Zusatz “gang related”, dennoch wurden beide wohl nicht zufällig – ungeplant und ohne Hintermänner – einfach so erschossen. Da sind sich auch Nicht-Verschwörungstheoretiker einig.

Butter bei die Fische. Warum sterben über 50 Prozent aller Rapper/HipHopper durch Mord, aber nur unter 2 Prozent aller Jazzer oder Country-Musiker?

Erstens dürfte daran die Nähe des Genres zum organisierten Verbrechen eine Rolle spielen. Bobby Shmurda hätte 2014 der nächste ganz Große werden sollen. Alle Zeichen standen auf Erfolg: Sein Shmoney Dance, den er unter anderem im Video zu "Hot N*gga" zur Schau stellt, wurde unter anderem von Beyonce adaptiert. Epic nahm den damals 20-jährigen Rapper aus Brooklyn unter Vertrag. Kurz danach wurde er mit 14 seiner vermeintlichen Komplizen festgenommen.

Police charged Shmurda with conspiracy to commit murder, reckless endangerment, and drug and gun possession; charges against the others included murder, attempted murder, assault, and drug dealing. (Washington Post)

Bobby Shmurda lebt - sitzt heute aber im Gefängnis und war, als er noch auf freiem Fuße war, Teil einer Gruppe, in der Mord statistisch eine hohe Todesursache ist.

Letztes Jahr wurde auf Lil Waynes Tourbus geschossen – als mögliche Täter werden Yung Thug und Birdman, sein Labelboss, gehandelt.

Fakt ist, Rapper leben gefährlich. Das ist aber nur einer von zwei für die Statistik relevanten Fakten. Fakt zwei wäre, dass Rap/Hip-Hop schlicht und einfach ein relativ junges Genre ist, dessen Interpreten (bis jetzt) noch relativ selten an Altersschwäche zugrunde gehen. Auch so erklärt sich der verhältnismäßig hohe Anteil an Morden und der verhältnismäßig niedrige Anteil von Krebstoden.

Der Blues und Herzleiden

Warum haben Blues-Musiker-Tode so häufig “heart-related” Gründe? Auch hierfür gibt es wohl mehrere Gründe:

Erstens ist der Blues seiner Definition nach inhaltlich und musikalisch einfach ein Downer, wenn nicht gar deprimierend. Und dann wären da noch die anderen Ventile für Trauer, außer der Musik: Einer der größten Songs John Lee Hookers heißt "One Bourbon One Scotch One Beer". Noch Fragen?


Future

Warum die Legalisierung von Marihuana gut für Frauen ist
Es geht um Milliarden

In den USA haben bereits mehrere Bundesstaaten den Anbau und Verkauf von Marihuana legalisiert. Der Markt ist ganz offensichtlich riesig: Im vergangenen Jahr wurde schon mehr Geld mit legalem Marihuana gemacht als mit Pringles, Oreos und Girl Scout Cookies zusammen. 3,4 Milliarden Dollar betrug der Umsatz. (Vox)

Das ist erst der Anfang: Eine Mehrheit der Amerikaner unterstützt die Legalisierung. Weil der Kampf gegen die Droge aussichtslos scheint und Marihuana als vergleichsweise sicher gilt, könnten weitere Bundesstaaten die Droge nicht nur für Kranke erlauben, sondern für alle.