Bild: Eric Nopanen / Unsplash
Ein Wissenschaftler hat eine Theorie.

Ein Forscherteam der University of California Irvine hat die britischen Top-100-Charts der vergangenen 30 Jahre erforscht, um herauszufinden, ob es vorhersehbar ist, dass Songs erfolgreich werden. Die Studie wurde jetzt auf Royal Society Open Science veröffentlicht. Bei ihrer Arbeit ist das Team auf überraschende Beobachtungen gestoßen.

Popmusik wird immer trauriger, erfolgreich sind aber tendenziell andere Songs.

Bei ihrer Auswertung von über 500.000 Songs aus den Jahren 1985 bis 2015 bemerkten die Forscher und Forscherinnen, dass immer weniger fröhliche Songs erscheinen, dafür aber mehr traurige. 

Es sei ein ganz klarer Abwärtstrend bei den glücklichen, tanzbaren Songs zu verzeichnen, dagegen aber ein leichter Aufwärtstrend bei den traurigen Songs.

Das ist vor allem aus einem Grund überraschend, denn: Erfolgreich sind eher glückliche, tanzbare Songs, jedenfalls, wenn man sich die Chartplatzierungen anschaut. 

Das Forschungsteam fasst zusammen:

"Das Publikum scheint glückliche Songs zu bevorzugen, obwohl jedes Jahr mehr und mehr traurige Songs veröffentlicht werden."

Lässt sich vorhersagen, wann ein Song erfolgreich wird?

Nein. Durchschnittlich betrachtet sind glückliche Songs aber erfolgreicher. Aber vorhersagbar ist allein dadurch noch nichts. Erfolgreiche Songs würden vor allem aus der Menge der anderen, zu der jeweiligen Zeit publizierten Songs herausstechen, so die Forscher.

Woher kommt die Tendenz zu immer traurigeren Songs?

Werden wir einfach immer trauriger? Obwohl die Welt generell eher besser wird? So einfach ist es wohl nicht.

Auch laut einer Studie der Freien Universität Berlin aus dem Jahr 2012 klingen die Pop-Hits der letzten 50 Jahre immer trauriger. Während in den 1960er Jahren noch 84 Prozent der Songs in der fröhlichen Dur-Tonart geschrieben waren, waren es 2012 nur noch 42 Prozent der Songs. 

Die Theorie der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen: In unserer Gesellschaft gebe es eine kulturelle Entwicklung, durch die Emotionen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als früher.

"Gefühle rücken zunehmend in den Mittelpunkt unseres Selbstverständnisses. Zudem ist Ambivalenz eine wichtige Facette der Modernisierung. Beides führt zu einem reflexiven Umgang mit Emotionen, der sich in der Populärmusik spiegelt", vermutet der Soziologe Christian von Scheve von der FU Berlin.

Und dazu gehört eben auch, sich mit Traurigkeit auseinanderzusetzen. Das heißt aber nicht, dass wir tatsächlich trauriger sind als früher: "Die Botschaft ist vielleicht eher: Auch Traurigkeit kann genossen werden", so von Scheve.


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Endlich: Frauenquote in Dax-Aufsichtsräten steigt erstmals über 30 Prozent
Aber nicht in jedem einzelnen Unternehmen.

Die Frauenquote in den 30 Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex gelistet sind, ist erstmals über die gesetzlich vorgegebenen 30 Prozent gestiegen (FAZ).

Der Grund: Softwarekonzert SAP hat drei Frauen in seinen Aufsichtsrat gewählt. Das geht aus einer Erhebung der Personalberatung Russell Reynolds hervor. 

Die SAP-Aktionäre wählten bei der Hauptversammlung

  • die Merck-Managerin Friederike Rotsch,
  • die Intel-Managerin Aicha Evans
  • und die Google-Managerin Diane Greene

in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Der Frauenanteil steigt damit von 22 Prozent im Vorjahr auf 56 Prozent. Das ist der größte Sprung aller Dax-Unternehmen. 

Vor drei Jahren hatte die damalige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte durchgesetzt.