Hype-Prognostiker, musikalische Trüffelschweine und Popstar-Logarithmiker haben derzeit Hochkonjunktur - es ist ja schließlich Anfang des Jahres. Auch wir haben uns auf die Suche nach den möglichen Hypes 2016 begeben und melden uns hiermit zwar ohne Gewähr, dafür aber mit vielversprechenden Sounds aus den überschwappenden Subkulturen der Musikwelt zurück. Bühne frei:

Petite Meller

Sie könnte der nächste große Popstar werden. Die in London lebende Französin Petite Meller hat alle Attribute, um richtig durchzustarten: Catchy Discopop-Sounds, die maximal Mainstream tauglich, aber auch speziell genug sind, um einen Hype zu entfachen. Dazu kommt ein leicht irritierender Weirdo-meets-Lolita-Look mit grotesk viel Rouge auf den Backen und ein übergeordnetes Patchwork-Popkonzept, das sich neben der Musik auch in Mode, Literatur und Philosophie bedient. Nur ein böswilliger Kulturschreiberling sieht hierbei Parallelen zu Lady Gaga.


Prinz Pi

Der Berliner Prinz Pi hat in seiner mittlerweile ziemlich langen Rapkarriere wohl mehr Häutungen durchgemacht als viele seiner Kollegen. In Vor-Internetzeiten wurde Pi als Prinz Porno zur Legende als einer der lautesten Berliner Underground-Rapper. Als Prinz Pi näherte er sich breiteren Hörerschaften an und schaffte es auch schon, Frank Zander zum Rappen zu bringen. Für Ende Januar ist Prinz Pis neue Platte "Im Westen nichts Neues" angekündigt. Wenn alles normal verläuft, wird er damit zum dritten Mal in knapp drei Jahren mit einem Album auf Platz 1 der deutschen Albumcharts landen. Das erste Video wirft mit minimalistischem Beat, Ghetto-Ästhetik und großflächigen Gesellschaftsbetrachtungen schon die Album-Schatten voraus.


Kacy Hill

Für musikalische Hypes sind meist zwei Dinge verantwortlich: schlaues Marketing und echtes Talent. Meistens in dieser Reihenfolge. Sollte Kacy Hill im neuen Jahr durchstarten, ist dafür allerdings vor allem Kacy´s außerordentliches Talent verantwortlich. Die Amerikanerin mit der entrückten Stimme schafft musikalische Kleinode, die Freunde der Melange aus akustischer Musik und elektronischer Einflüsse begeistert. Frau Hills fehlende Angst vor großen Melodien dürfte ihrem großen Durchbruch in 2016 dienlich sein.


Tate Kobang

Der Rapper aus Baltimore wird derzeit von vielen Trend-Spürhunden dieser Welt als großer Hoffnungsträger für 2016 gefeiert. Ob das wirklich was wird mit dem großen Durchbruch im Mainstream, sei mal dahin gestellt. Tate Kobang hat auf jeden Fall das Zeug, ein größeres Publikum zu begeistern. Auf "Bank Rolls" pfeift Kobang jedenfalls erst mal gepflegt auf Pop-Gewohnheiten, lässt die Hook weg und deliriert sich in einen submelodiösen, wiederkehrenden Flow und in Sprachmelodien, die als einlullend bezeichnet werden könnten, wenn sie denn ihr Ziel verfehlt hätten. Spätestens nach dem zweiten Durchlauf ertappt man sich jedoch dabei, zunehmend nervös nach weiteren Kobang-Tracks zu suchen, was gar nicht so einfach ist. Höchste Zeit für ein Album!


SSIO

Ende Januar bereits wird der Bonner Rapper SSIO seine neue Platte releasen. Artwork, Tracklist (u.a. ein Feature mit Haftbefehl) und vor allem das erste Video "Nullkommaneun" lassen erahnen, was da auf uns zurollt. Im Video zu "Nullkommaneun", das mehr Kurzfilm als Musikvideo ist, posiert SSIO als Pilot seiner eigenen Airline mit einem gepamperten Schaf an der Leine anstatt der obligatorischen Pitbulls. Mehr Rollenbruch und mehr intelligentes "Gespitte" waren selten im deutschsprachigen Straßenrap. Gut möglich, dass SSIO mit "Nullkommaneun" nach dem Deutschrap-Wahnsinnsjahr 2015 Ende Januar einfach weitermacht, wo die Kollegen im Vorjahr aufgehört haben. Xatar gefällt das!


Erwin&Edwin

Die Dancefloor Brass-Allzweckwaffe aus Österreich hat in unserem digitalen Plattenschrank einen festen Platz. Schon mehrfach prophezeiten wir die Weltherrschaft für den Austro-Vierer, die für das Frühjahr 2016 ihr erstes Album ankündigten. Erwin&Edwin in DJ-Sets einzubauen, ist fast zu einfach, da zu vorhersehbar: Das Publikum hüpft ausgelassen wie sonst nur bei prominenten Genrekollegen wie Dunkelbunt, Balkan Beat Box oder Shantel. Bis zum Album-Release müssen wir uns mit den nie alt werdenden Meisterwerken der 2013er-EP “Moskau-Wien-Paris” begnügen. L´Autriche, mon amour!


D R A M

So ein richtiger Geheimtipp ist D R A M nach seiner "Gahdamn!"-EP im vergangenen Jahr nicht mehr, aber wie der in Deutschland geborene und in Virginia aufgewachsene, dauergrinsende Goldzahn-Fan auf Albumlänge seine Version von HipHop, RnB und karibischen Sounds interpretiert, interessiert dann doch ein bisschen mehr als bei den Kollegen. Unsere Prognose ist eine Platte, die sich zwar gerne in großen Posen und Pop suhlt, aber immer noch genug positive Durchgeknalltheit mit Liebe zu Spartenmusik verbindet. Kurz gesagt: Wir erwarten ein Meisterwerk.


Icke&Er

Die zwei Berliner Musiker/Satiriker/Chefstyler Icke/Er feiern Ende 2016 zehn Jahre "Richtig geil" mit einem Konzert in der Columbiahalle. Wir können kaum fassen, dass der Song schon so alt ist und schwelgen ab sofort für den Rest des Jahres in Wehmut und Nostalgie angesichts unserer verflossenen Jugend und der Vergänglichkeit allen Seins. Icke&Er forever!

Tachchen Leute,wie die Zeit verjeht … da guckt man mal zehn Jahre nicht hin - und schon sind zehn Jahre rum.Ein juter Grund sich mal wieder sehen zu lassen: 10 JAHRE RICHTIG GEIL !!!Wir spielen das letzte Jubiläumskonzert aller Zeiten.Vaprochen!Am 11.11. 2016, Columbiahalle Berlin, wer das verpasst, verpasst diesmal wirklich was.Tickets gibts hier: http://www.koka36.de/icke+&+er+-+10+jahre+richtig+geil_ticket_68632.htmlIhr seid sehr jut drauf, man sieht euch die Jahre wirklich nicht an.Grüsse aus SpandauIcke&Er

Posted by ICKE & ER on Monday, December 14, 2015

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