Bild: Reuters / Eric Thayer
Nackter Po, Zigarre, Glätteisen-Afro: Rihanna ist doch eh immer das Gleiche. Während sie nur noch Geld scheffeln will, zeigen diese Frauen, was R&B wirklich bedeutet.

ROCHELLE JORDAN

Das Schlafzimmer ist, wo Rochelle Jordans Musik spielt. Ihre Stimme klingt wie eine erwachsen gewordene Aaliyah, nach entspannter Rooftop-Party. Mit 19 macht Jordan das, was tausende Musiker weltweit versuchen: Sie stellt Videos von sich auf YouTube. Dort entdeckt sie Produzent KLSH und nimmt mit ihr zwei Mixtapes und das Album „1021“ auf. Nach Drake und The Weeknd ist Rochelle Jordan der nächste R&B-Export aus Kanada. Vermarkten kann sie sich auch, so wie im Song „Follow Me“, in dem sie singt: „If you’re looking for a queen, follow me / If you’re looking for supreme, follow me.“



TINK

Mit nur 20 Jahren rappt und singt Tink, als wäre sie schon auf Platz 1 der Urban Charts geboren. Inspiration holt sie sich nur bei Hip Hop-Legenden wie The Notorious BIG. Produzent und Förderer Timbaland spricht über Tink fast ausschließlich in Superlativen. Er nennt sie die “größte musikalische Hoffnung seit Drake“. Timbaland muss es wissen. In den 90ern hat er mit Aaliyah eine der wichtigsten R&B-Sängerinnen unter Vertrag gehabt. Auch Radiosender überschlagen sich vor Lob. Auf Rap Genius, einer Crowdsourcing-Website für Musiktexte, meint ein Nutzer: „Sounds like Lauryn Hill lyrics with a Kendrick Lamar flow SHE’S DOPPEE AF!“

ELLA EYRE

Wenn man Zigaretten und Whiskey in eine Stimme verpackt, kommt dabei die von Ella Eyre heraus. Sie klingt nach Amy Winehouse, macht aber deutlich poppigeren R&B. Zu ihrer souligen Stimme mischt sie Pop, Beats, Klavier und Streicher. DJs lieben sie, Musiker wie Tinie Tempah und Naughty Boy lieben sie, die britische Presse ebenso. Die Britin ist erst 21, ihre selbst geschriebenen Songs klingen aber deutlich reifer.

TEYANA TAYLOR

Volle Lippen, Sanduhr-Figur, große Rehaugen: Teyana Taylor ist das fleischgewordene R&B-Klischee. Diese Frau muss sich nicht anstrengen, sexy zu sein und ihre Stimme braucht kein technisches Tuning. Über One Night Stands singt sie genauso offen wie über ihre Angst, verletzt zu werden. Egal, ob gegen Liebeskummer, fürs Auto oder den Club: Taylor hat den richtigen Song. Seit 2012 ist sie bei Kanye Wests Label G.O.O.D. Music und macht dort Musik, die nach Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig klingt.

JHENE AIKO

Nenne ein beliebiges Hip-Hop-Album der letzten zwei Jahre. Zu 90 Prozent steht Jhené Aiko als Gastsängerin hinter mindestens einem Song. Kaum jemand kann mit so unschuldiger, glasklarer Stimme so schmutzige Dinge singen. Aiko erzählt, wie sie sich einen Joint dreht oder was sie mit ihrem Bettgefährten vorhat. Ihre Songs sind perfekt zum sanften Wachwerden . Mit kommerziellem Mainstream-R&B hat ihre Musik nichts zu tun. Dafür aber mit Poesie.

ABRA

Abra weiß Antworten auf die Fragen des Lebens. Ratschläge zu Liebeskummer und Songwriting gibt sie auf ihrem Tumblr und in ihrer Musik. In eine Schublade passt die “Darkwave Duchess“, wie sie sich selbst nennt, nicht. „BLQ VELVET“ heißt ihre erste EP. Sie klingt genau so, düster und nach schwarzem Samt. Abras Sound ist mal mehr Hip-Hop, mal Achtziger, mal etwas rockiger, dann soulig. Über allen Beats und Melodien schwebt ihre zarte Stimme. Abras Debütalbum „ROSE“ klingt etwas heiterer und erinnert an den New Jack Swing der 90er. Wie gemacht für den Hausputz – außen und innen.

KEHLANI

Nasenring, Tattoos, rot gefärbte Haare. Klingt mehr nach Punk als R&B. Doch seht euch das Video zu „The Way“ an: Ein schleppender Beat, darüber Kehlanis Bilderbuchstimme und ihr Tanz. Kehlani lässt keinen Wunsch offen, den man an R&B haben könnte. Mit ihrer Band PopLyfe ist sie 2011 bei America’s Got Talent raus geflogen. Heute streiten sich Labels um Kehlani. Ihre Nord-Amerika-Tour diesen Sommer war nahezu ausverkauft. Dabei hat Kehlani gerade mal zwei Mixtapes veröffentlicht. Ihr tanzt und singt gern vor dem Spiegel? Khelani hat den passenden Soundtrack.

SZA

„I am not my hair“, sang vor einigen Jahren schon Soul-Queen India-Arie. SZA hat wundervolle Haare. Labelchef Anthony "Top Dawg" Tiffith ließ sich allerdings von SZAs Stimme überzeugen. 2013 unterschrieb sie als erste weibliche Künstlerin einen Plattenvertrag bei Tiffith. Diesem Mann sollte man vertrauen: Er hat Kendrick Lamar entdeckt, als der sich noch K-Dot nannte und gerade mal ein Mixtape veröffentlicht hatte. SZAs erste EPs heißen „S“ und „Z“ und klingen verträumt, alternativ, innovativ. Nach einem Sonntag auf der Couch mit der Vogue. Die ist übrigens bereits Fan – allerdings besonders von SZAs Haaren.

So, Rihanna. Und jetzt du!

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