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Noch in den 1940er Jahren stand R&B ausschließlich für afroamerikanische Musik. Der Begriff "R&B" sollte die abwertende Bezeichnung Race Music ersetzen, die bis dahin für den rhythmisch stark akzentuierten Musikstil benutzt wurde.

Erst in den Neunzigern war R&B endgültig in der Pop-Kultur angekommen, die Produktionen richteten sich immer mehr danach, eine breite Masse zu begeistern und zu bedienen.

Begeben wir uns zurück in die Zeit, als R&B noch cool war – und begann, den Rap zu beeinflussen.

Mariah Carey: "Honey"

Ein fleißiges Bienchen. Alleine in den Neunzigern brachte sie sieben Alben heraus, die es alle weltweit auf die Bestseller-Listen schafften.

Mariah ist das beste Beispiel dafür, dass es kontinuierlicher Arbeit bedarf, um als Künstlerin richtig groß rauszukommen. Für das 1995 erschienene Album "Butterfly" erhielt sie den Grammy Award für die "Beste weibliche Gesangsdarbietung".

Brandy & Monica: "The Boy Is Mine"

Brandy darf auf unserer Liste nicht fehlen. Mit dem gleichnamigen Debütalbum startete die damals 15-Jährige ihre Karriere als Sängerin. Sie hatte so einige Menschen in Clubs zum Schwitzen und Herzen zum Schmelzen gebracht.

Gemeinsam mit Monica veröffentlichte sie im Jahre 1998 den wohl bekanntesten Song ihrer Laufbahn: "The Boy Is Mine".

Sisqó: "Thong Song"

Mark "Sisqo" Andrews, Mitglied von Dru Hill schlug 1999 mit seinem Solo-Debütalbum "Unleash the Dragon" wie eine Bombe ein und wurde zweimal bei den American Music Awards für das beliebteste Soul/R&B-Album, sowie als beliebtester männlicher Soul/R&B-Künstler nominiert.

Sisqó inszenierte sich gerne als Player. Die wohl beliebteste aller Narrativa im Soul und R&B Business.

Montell Jordan: "Get It On Tonite"

"This Is How We Do It", dieser Ohrwurm funktioniert noch heute und schafft einen gemeinsamen Nenner auf den Tanzflächen dieser Welt. Montell Jodan heißt der Mann, der dahinter steckt.

Der Track ist ein gutes Beispiel für die Vermischung von Hip-Hop und R&B und dabei charakteristisch für die Produktionsmechanismen der Neunziger. Der Künstler schaffte es, zwei Alben innerhalb eines Jahres zu veröffentlichen. Wenn es läuft, dann läuft es eben. Nach "This Is How We Do It" (1995) folgte "More to tell", welches mehr R&B zu erzählen hatte, als das vorherige Album.

Kelis: "Good Stuff"

Gerade noch in den Neunzigern – genauer gesagt, 1999 – erschien Kelis mit "Kaleidoscope" am R&B-Himmel. Ein Album, das noch heute trotz einiger ernsteren Themen, für gute Laune und volle Tanzflächen sorgt.

Blackstreet: "Don't Leave Me"

Wenn schon Dr. Dre im gemeinsam Song "No Diggity" bestätigend von "...The homies got R&B..." rappt, dann gibt es da wohl nichts hinzuzufügen.

Diese Jungs schafften es alleine mit diesem Song zwischen 1996 und 1997 international fast durchwegs auf Platz 1 der Charts. Ihr wohl stärkstes R&B-Stück, das noch heute gerne von DJs gespielt wird, ist "Don’t Leave Me".

Janet Jackson: "Got Til It's Gone"

Es war nicht Janets Stimme alleine, die sie so einzigartig machte, sondern auch die Themen, die sie in ihren Songs ansprach: Rassimus, Homophobie, sexuelle Selbstbestimmung, Masturbation und Promiskuität.

Eine starke Frau of Color, die ihren Status nutzte und damit ein Sprachrohr für eine tolerantere Gesellschaft wurde.

Boyz II Men: "I'll Make Love To You"

Diese Jungs, die das Mannwerden zu ihrem Thema machten, durften in keinem Schlafzimmer fehlen. "I'll Make Love To You" ist auch noch heute ein Eisbrecher, der garantiert für heiße Küsse sorgt und auf keiner Kuschel-Compilation fehlen darf.

Whitney Huston: "It's Not Right But It's Okay"

Whitneys private Geschichte ist tragisch. Die Drogenabhängigkeit kostete sie das Leben, die Beziehung zu Bobby Brown war ein einziger Rosenkrieg. Umso erfolgreicher wurde sie mit ihrer Musik.

In "It's Not Right But It's Okay" singt sie über Betrug. Ein Thema, das auch in ihrem Privatleben eine große Rolle spielte.

Destiny’s Child (feat. Wyclef Jean): "No, No, No Part II"

Retrospektiv betrachtet war Destiny's Child Beyoncés Sprungbrett für eine große Karriere. Gemeinsam mit Kelly Rowland und Michelle Williams führte sie sieben Jahre lang die Charts an, bis sie sich 2005 trennten.

"No, No, No Part I & II" brachte die Ladys erstmals auf den Schirm eines breiten Publikums.

Toni Braxton: "You're Makin' Me High"

Eine in Deutschland fast in Vergessenheit geratene Künstlerin schaffte es mit ihrem vielversprechenden Album "Secrets" zu einer Nominierung für das beste Pop-Album. Für das Lied "You're Making High" gewann sie einen Preis für den besten R&B-Song bei den Grammy Awards 1997.

Heute erleben viele Songs ein Revival, auf Hip-Hop-Partys mischen DJs gerne Songs von Janet Jackson oder Destiny's Child in ihr Set hinein.


Today

Viernheim: Bewaffneter Geiselnehmer in hessischem Kino ist tot

Bei einem SEK-Einsatz im südhessischen Viernheim ist ein bewaffneter Mann getötet worden. Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth im Landtag in Wiesbaden. Der Täter habe in einem Kino Geiseln genommen, "deshalb wurde er von den Spezialkräften final bekämpft". (SPIEGEL ONLINE)

Nach Polizeiangaben sind alle Besucher des Kinos unversehrt. Lokale Medien hatten zuvor von bis zu 50 Verletzten berichtet.

Nach Angaben von lokalen Medien stürmte der Unbekannte am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr das Multiplex-Kino "Kinopolis" in Viernheim nahe Mannheim. Die Behörden hatten zunächst eine Nachrichtensperre verhängt, um den laufenden Einsatz nicht zu gefährden.