Bild: dpa/Matthias Merz

Die Band Kraftklub hat eine klare Haltung, wenn es um Rechtspopulismus geht. Menschen, die gegen Ausländer hetzen, sind für sie "Vollidioten". Genau das soll Sänger Felix Brummer zuletzt auf einem Konzert der Kraftklub-Heimatstadt Chemnitz gesagt haben. 

Bei dem Auftritt am 11. Juni rief er demnach ins Publikum:

"Das geht übrigens auch raus an die ganzen Vollidioten, die sich 'ne ganze Weile (...) versammelt haben, von 'Pro Chemnitz' oder von Pegida oder wie die alle heißen. Fick Finger!"

So wird Brummer in einem Schreiben zitiert, dass er von der Polizei erhalten hat. 

Was auch in dem Schreiben steht: Brummer wurde nun wegen Beleidigung angezeigt – von "Pro Chemnitz". 

Wer holt mit uns Felix aus dem Knast?

Posted by KRAFTKLUB on Montag, 17. Juli 2017


Auf Beleidigung steht bis zu ein Jahr Gefängnis. Die Strafanzeige hat Martin Kohlmann gestellt, der Vorsitzende der rechtspopulistischen "Pro Chemnitz"-Fraktion im Chemnitzer Stadtrat. Kohlmann, dessen Fraktion regelmäßig gegen Ausländer Stimmung macht, sieht die Kraftklub-Aktion als Beispiel für die "Verrohung der politischen Kultur". (Tag24)

"Wenn man eine ganze Gruppe von Leuten als Vollidioten bezeichnet, dann ist da schon eine rote Linie überschritten."
Martin Kohlmann

Gute Chancen im Rechtsstreit rechnet sich Kohlmann allerdings nicht aus: Kraftklub-Frontmann Brummer werde schon "irgendeinen linken Staatsanwalt" finden, der ihm helfe.

Auch Kraftklub selbst sieht die Anzeige eher locker. Auf Facebook fragte die Band ironisch die Fans: "Wer holt mit uns Felix aus dem Knast?"

Und legte auch auf Twitter nach:

Viele Fans stehen hinter Kraftklub:
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Die Chemnitzer Polizei werde die Ermittlungen fortführen, bestätigte sie dem Stern. Ob es zur Anklage kommt, entscheidet dann ein Staatsanwalt.


Gerechtigkeit

EU-Politiker feinden die Flüchtlingshelfer an, die ihr Versagen ausbügeln
4 Gründe, warum das perfide ist

Seit Jahresbeginn sind mehr als 93.000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gekommen – die meisten mit Hilfe von Schleppern. Diese machen aus der Not der Menschen Geld. Und sie kalkulieren, dass es ihre Boote es lediglich aus den Hoheitsgewässern vor Afrikas Küste schaffen müssen – und dann von Hilfsorganisationen aufgegriffen werden. Das spart Sprit – und Geld.

Die Schiffe der Europäischen Union (EU) ziehen sich jedoch nach und nach zurück. Es bleiben unabhängige Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Sea Watch, die für das Überleben der Flüchtlinge arbeiten (bento). 

Und diese werden nun von EU-Politikern angefeindet.