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Was daraus wird, ist allerdings unklar.

Weiter geht's bei Kollegah und Farid Bang. Erst wurden sie im Rahmen der "Echo"-Preisverleihung wegen antisemitischer Songzeilen von Künstlerkolleginnen und -kollegen und Politik hart kritisiert (bento), dann distanzierte sich ihre Plattenfirma von den beiden (bento) – nun folgt die nächste Entwicklung: 

Die Rapper wurden wegen Volksverhetzung angezeigt.

Wer hat sie angezeigt?

Wie die Bielefelder Zeitung "Westfalen-Blatt" berichtet, wurde die Anzeige am Dienstag bei der Polizei in Gütersloh von einem Mann aus Hamburg erstattet. Wer dieser Mann ist – das ist bisher nicht bekannt. 

Was genau wurde angezeigt?

Die Anzeige richtet sich sowohl gegen Farid Bang und Kollegah als auch gegen Hartwig Masuch, dem Vorstandschef der Plattenfirma BMG, bei der das umstrittene Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" erschienen ist.

Sie bezieht sich nicht auf das komplette Album, sondern auf die Textzeilen:

  • "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow"
  • "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen".

Es sind dieselben Lyrics, die zuvor bereits als antisemitisch kritisiert wurden. In der Anzeige werden sie als Verstoß gegen Paragraf 130 des Strafgesetzbuches gesehen – Volksverhetzung.

Wie reagieren die Angezeigten?

Die Plattenfirma teilte mit:

"BMG hält alle geäußerten Vorwürfe gegen Hartwig Masuch für unbegründet. BMG hat die Zusammenarbeit mit den Künstlern Kollegah und Farid Bang beendet. Bertelsmann distanziert sich von jeder Form von Antisemitismus und Diskriminierung."

Von Kollegah und Farid Bang gab es bisher keine öffentlichen Reaktionen.

So geht es jetzt weiter:

Der Staatsschutz werde nun die Anzeige überprüfen, heißt es im Medienbericht. Ob es am Ende aber zu einer Anklage wegen Volksverhetzung kommt, sei fraglich. Ein Staatsrechtler der Universität Bielefeld sagte der Zeitung: 

"Paragraph 130 Strafgesetzbuch ist eine Vorschrift zum Schutz des öffentlichen Friedens, das heißt zur Vermeidung von Unruhen oder gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilen der Bevölkerung. Diese sollen nicht hervorgerufen werden durch Meinungsäußerungen herabsetzender Art. Bei den Songtexten neige ich zwar zur Herabsetzung. Aber eine Gefährdung des öffentlichen Friedens sehe ich nicht."

Gerechtigkeit

US-Bundestaat Maryland verkauft keine Welpen mehr in Tierhandlungen
So soll die Nachfrage nach Welpen aus sogenannten "Puppy Mills" verringert werden.

Der US-Bundestaat Maryland hat ein Gesetz beschlossen, dass es Tierhandlungen verbietet, Hunde und Katzen zu verkaufen. Dadurch soll die Nachfrage nach Welpen aus sogenannten "Puppy Mills" verringert werden. (Inhabitat)

Was sind "Puppy Mills"? 

  • Eine "Puppy Mill" oder auch "Puppy Farm" ist eine kommerzielle Tierzuchteinrichtung.
  • Schätzungsweise gibt es 10.000 legale und illegale Einrichtungen in den USA.
  • Die Tiere werden oft unter grauenhaften Bedingungen auf kleinstem Raum gehalten.
  • Die meisten dieser Zuchten entsprechen nicht dem Tierschutz.