Der Vorwurf: Antisemitismus

Campino ist sauer, Außenminister Heiko Maas ist sauer, Auschwitz-Überlebende sind sauer: Die Echo-Verleihung interessiert normalerweise beinahe niemanden. Doch die Preisvergabe in der Kategorie HipHop hat in diesem Jahr sehr viele Emotionen ausgelöst – denn er ging an Kollegah und Farid Bang. (bento)

Das Problem daran: Ihnen wird Antisemitismus vorgeworfen. In ihren Songs und Videos haben die Rapper schon mehrfach Formulierungen und Symbole verwendet, die judenfeindlich sind. Am meisten kritisiert wird die Textzeile: "Mein Körper ist definierter als von Auschwitz-Insassen". In einem anderen Musikvideo von Kollegah trägt der Teufel einen Davidstern. 

Campino von den Toten Hosen machte schon während der Preisverleihung klar, dass er von den Texten nichts hält. Bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten, sagte er auf der Bühne. Kurz darauf meldete sich sogar Bundesaußenminister Heiko Maas und verurteilte die Preisvergabe:

Wie reagiert Kollegah?

Schon als er den Preis entgegennahm, ätzte Kollegah gegen Campino. Er habe sich "als moralische Instanz" aufgespielt. Es folgten Buh-Rufe aus dem Publikum.

Kollegah stören die Reaktionen offenbar nicht, denn auf Instagram pöbelt er munter weiter, macht sich darüber lustig, dass Campino zitterte, als er die Kollegah-Kritik vom Blatt ablas. Kollegah bezeichnet Campino nun als "Zitteraal" und pumpt zur Musik der Toten Hosen:

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Überzeugende Argumente findet man in den Insta-Stories eher nicht. Kollegah nutzt den Beef stattdessen, um auf seinen Shop hinzuweisen:

(Bild: Instagram / @kollegahderboss)

Und er sieht sich auch als Motor hinter den Ticketverkäufen der Toten Hosen:

(Bild: Instagram / @kollegahderboss)

Als er auf die Kritik des Bundesaußenministers Heiko Maas antwortet, ändert sich der Ton, nun ist es vorbei mit der Ironie. Kollegah versucht es mal mit Argumenten. Aber die sind etwas schleierhaft.

In seinem Post fragt Kollegah Heiko Maas: "Inwiefern schützen Sie denn jüdisches Leben, wenn Sie eine Massenzuwanderung von aus Ihrer Sicht antisemitisch geprägten Menschen unterstützen?"

(Bild: Instagram / @kollegahderboss)

Die Argumentation ist merkwürdig, weil nicht ganz klar wird, was er damit überhaupt sagen will. Maas hat sich zwar in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, das Thema Antisemitismus zum Bestandteil von Integrationskursen zu machen und anerkannt, dass es in den Herkunftsländern einiger Flüchtlinge, der Hass auf Juden und Israel gezielt geschürt werde. Doch er hat das Problem nie ausschließlich den Einwanderern in Deutschland zugeschrieben. (SPIEGEL ONLINE)

Ernst kann man Kollegahs Argumentation also nicht wirklich nehmen.

Das finden auch die Rap-Kollegen von der Antilopen Gang.

Die gehen noch einen Schritt weiter als Campino und nennen Kollegah einen "faschistischen Agitator" (SPIEGEL ONLINE).

Allerdings hat Kollegah auch Unterstützer. Allen voran Fler, er regte sich auf Twitter über die Echo-Verleihung auf. Seine Meinung: Kollegah und Farid Bang hätten nicht mal die Chance auf eine Diskussion gehabt. Es sei einfach nur auf sie eingedroschen worden und Menschen wie Campino hätten die Debatte für eine Promo-Aktion in eigener Sache genutzt.


Style

Wenn du deinen Lambo mit so viel Gold-Folie überziehst, dass er andere Fahrer blenden könnte
Auch die Polizei meint: zu viel Bling-Bling.

Stell dir vor, du besorgst dir einen Lamborghini, der mehr als eine halbe Million Euro kostet. (Okay, versuch zumindest, dir das vorzustellen.) Du hast extra das Modell mit dieser Gold-Folie genommen, die du mega nice findest – und dann fährst du los. 

Allerdings nicht lange, denn die Polizei stoppt dich und verbietet dir die Weiterfahrt. Der Grund: Deine super-lässige Gold-Folie blendet zu sehr!