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Jamie-Lee Kriewitz tritt am Samstag beim ESC in Stockholm an. Uns hat sie vorab ihren Look erklärt.

Immer schön locker bleiben, vor allem beim Outfit. Diesen Eindruck macht Jamie-Lee Kriewitz, 18, wenn man sie abseits der Bühne trifft. Dann ist sie nicht als Manga-Mädchen verkleidet, sondern trägt Jogginghose, Basecap und Sneaker. Wir haben mit ihr über Bühnen-Looks und modische Fehlgriffe gesprochen, über Fashion-Blogs, ethische Entscheidungen und den großen Auftritt.

Jogginghose, Basecap, Sneaker: Ist das der Look, den du privat bevorzugst?

Ja, weitestgehend schon. Privat laufe ich immer ein bisschen chilliger rum. Ich mag’s gern gemütlich. Also Sachen, die man sich schnell überziehen kann. Trotzdem gucke ich, dass es immer noch cool aussieht.

Für die meisten bist du das Manga-Mädchen.

Diesen Look trage ich überwiegend auf der Bühne oder zu besonderen Anlässen. Auf Manga-Conventions zum Beispiel oder zu japanischen Veranstaltungen.

In der Fotostrecke: So präsentiert sich Jamie-Lee auf Instagram
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Wann und wie hast du diesen Stil für dich entdeckt?

So vor ein, zwei Jahren habe ich in einer Jugendzeitschrift einen Artikel über verrückte Mode-Styles gelesen. In diesem Zusammenhang wurden zwei Mädchen vorgestellt, die sich in Decora-Kei kleiden, so heißt dieser Stil. Das hat mir gefallen. Ich fing an, danach zu googeln. Irgendwann bin ich auf japanischen und koreanischen Internetseiten gelandet, über die man diese Art Kleidung bestellen kann.

Die schrillen Outfits hatten es dir angetan.

Voll! Ich mag es, in ihnen aufzufallen. Der Stil ist sehr verspielt und niedlich, er hat etwas sehr Positives. Hier in Deutschland kennt ihn kaum jemand. Das macht ihn zu etwas Besonderem.

Ist der Look nicht aber auch wahnsinnig kompliziert und zeitaufwändig?

Wenn man sich komplett stylt, dann schon. Mit dem dazu passenden Make-up und den Kontaktlinsen, die größere Augen machen. Mir macht das aber Spaß.

Wie hältst du dich auf dem Laufenden in Sachen Mode?

Es gibt einen Blog auf Facebook, dem ich folge. Der wird von zwei deutschen Mädchen betrieben, die sich schon länger so kleiden. Sie posten Fotos und selbstproduzierte Tutorials. An denen orientiere ich mich.

Und wo kaufst du die Klamotten?

Hauptsächlich auf eBay. Da muss man einfach nur "Harajuku Clothing" eingeben. Das ist der Überbegriff für diesen Look. Dann gibt es noch eine Seite, die heißt "Storenvy". Da bieten ganz viele Leute Klamotten in diesem Stil an.

Einfach mal in eine Boutique spazieren und was anprobieren geht nicht?

Wahrscheinlich ginge das schon, weil mittlerweile selbst Läden wie H&M solche Sachen verkaufen. Ich persönlich mag das aber nicht. Ich will lieber Teile tragen, die einzigartig sind und die nicht jeder hat.

Welche Reaktionen kassiert man für diesen Aufzug?

Ich bin schon immer etwas auffälliger rumgelaufen. Meine Familie ist das gewohnt und findet es cool. Der Großteil meiner Freunde kleidet sich auch in diesem Stil, da gibt es keine Probleme oder doofe Kommentare.

Nie einen schiefen Blick geerntet?

Naja, fremde Leute gucken erst mal irritiert, aber das finde ich lustig. So wie bei meinem ersten Auftritt bei "The Voice", als sich die Coaches das erste Mal umgedreht und mich gesehen haben. Die erstaunten Gesichter von denen waren schon sehr witzig.

Rückblick in der Fotostrecke: So hat Jamie-Lee sich durchgesetzt
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Das Outfit für den Vorentscheid, das du auch beim ESC in Stockholm tragen wirst: Wie lange hast du gebraucht, um das zusammenzustellen?

Zum Glück habe ich mittlerweile ganz viele Leute, die mir dabei helfen. Meine Stylistin hat mir Fotos mit Vorschlägen geschickt und ich habe dazu meine Meinung gesagt. So stand das Bühnenoutfit innerhalb eines Monats.

Und wie lange dauert es, bis du dich in das Manga-Mädchen verwandelt hast?

Die Klamotten sich nicht das Problem. Die sind fix angezogen. Aber das Make-up ist unfassbar aufwendig. Ich bin darin nicht so begabt und überlasse das lieber meiner Make-up-Artistin. Die macht das sehr sorgfältig, und das dauert dann seine Zeit. Zwei bis zweieinhalb Stunden bestimmt.

Besonders bequem ist Decora-Kei aber nicht, oder?

Man muss schon sehr aufpassen. Dass keine Spangen abfallen oder man mit seinem Kopfschmuck irgendwo hängen bleibt. Auch muss ich darauf achten, wie ich mich bewege. Die Schulterpolster an meinem Kleid sind nur locker befestigt. Das heißt, ich kann mit den Armen nicht groß ausholen. Das ist manchmal etwas anstrengend. Deshalb bin ich froh, wenn ich zwischendurch mal entspannt rumlaufen kann.

Gibt es noch Sehnsuchtsstücke?

Auf jeden Fall. Auf Bildern von japanischen Mädchen habe ich Ketten gesehen, die ich sehr cool finde. Die sind aus bunten Perlen und unten hängt ein Glücksbär dran. Besonders angetan hat es mir auch ein Gürtel, auf dem die Teletubbies drauf sind. Leider habe ich beides noch nicht gefunden.

Hand aufs Herz: Hast du in letzter Zeit auch mal modisch danebengegriffen?

Bei den Live-Shows von "The Voice" war ich auf der Bühne nicht mehr im Decora-Kei-Stil gekleidet, sondern trug einfach nur etwas verrücktere Teile. Zum Beispiel ein Cap mit Dinos. Ich fand das zwar ganz cool, aber wenn ich mehr darüber hätte bestimmen können, hätte ich das anders getragen.

Ist man irgendwann zu alt für diesen Look?

Ach, ich weiß nicht. Meiner Meinung nach kann man das auch mit Ende Zwanzig, Anfang dreißig tragen. Und wenn ich mit Ende vierzig noch Bock habe, so rumzulaufen, dann werde ich das tun.

Dieses Outfit hatte ich bei meinem ersten Talkshow-Auftritt nach dem ESC-Vorentscheid an. Privat trage ich eigentlich immer eine Kopfbedeckung, egal ob Mütze oder Cap. Die Brille ist nur ein Accessoire. Ursprünglich war da Fensterglas drin, das habe ich einfach rausgedrückt. In Korea sind solche Brillen sehr angesagt. Leider war ich noch nie da, aber ich würde gerne mal hinfliegen.

Dieses Bild ist beim Vorentscheid entstanden, kurz nach dem ich als Gewinnerin feststand. Trotz meines Jubels ist nichts abgefallen. Man hat es mir vielleicht nicht angemerkt, aber der Kopfschmuck ist tatsächlich sehr schwer. Auf dem Haarreifen waren kleine Teddybären, dazu habe ich viele Spangen getragen. Eine falsche Bewegung, und die Konstruktion hätte runterfallen können.

Hier trage ich einen Ganzkörperanzug von Stitch, einer Disney-Figur. Von diesen Einteilern habe ich mehrere, unter anderem einen Panda und Pikachu. Das Foto ist bei mir daheim entstanden, kurz bevor ich für Dreharbeiten nach Berlin fahren musste. Das Teil schien mir für die Reise genau richtig: Es ist gemütlich und sieht niedlich aus.

Ich habe ein Arsenal an Haarspangen. Leider verliere ich oft welche. Das hat zur Folge, dass ich eigentlich ständig neue kaufe. Ich greife am liebsten zu Kindermodellen. Da ist immer etwas Niedliches drauf, eine Schleife, Strasssteine oder andere Verzierungen.

Dieses Foto ist im Studio von Mousse T. in Hannover entstanden. Ich war an dem Tag sehr krank, deshalb konnte ich mich beim Styling nicht so ins Zeug legen. Wir haben die Akustik-Version meiner Single aufgenommen. Obwohl es mir nicht gut ging, lief alles glatt. Mousse T. ist ein netter Typ und total entspannt.

Ich trage privat gern Jungsklamotten. Die sind gemütlich und sehen cool aus. Ich liebe es, wenn die Teile oversized sind. Das T-Shirt habe ich von Peta geschenkt bekommen, der Tierschutzorganisation, es ist ein Vegan-Shirt. Tierschutz ist mir sehr wichtig, aus diesem Grund bin ich Veganerin geworden. Ich trage weder Pelz, noch Wolle oder Leder.


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Produktionsteam von "Schwiegertochter gesucht" wird ausgetauscht
Böhmermann ist schuld.

Wegen Jan Böhmermann müssen einige Menschen jetzt ihren Job wechseln. Nach #Verafake hat sich RTL dazu entschieden, das Produktionsteam von "Schwiegertochter gesucht" auszutauschen. "Bei der Produktion einer Folge von "Schwiegertochter gesucht" sind Fehler im Bereich der redaktionellen Sorgfaltspflicht gemacht worden", erklärt Unterhaltungschef Tom Sänger in einer Mitteilung von RTL zusammen mit der Produktionsfirma Warner.

Und das hat jetzt Konsequenzen: "Die Produktion der aktuellen Staffel wird daher von einem neuen Team realisiert. Gemeinsam mit dem Produzenten sorgen wir dafür, dass sich die Fehler nicht wiederholen." (Mitteilung von RTL)