Bild: Esra Rotthoff

Henrik Schwarz, David August, Daniel Bortz, Âme, Tokio Black Star: Innervisions DJ-Rooster liest sich wie die Headliner der besten europäischen Festivals für elektronische Musik, die nicht Tomorrowland heißen.

Als Sub-Label vom Berliner Sonar Kollektiv gegründet, schuf Dixon eine Institution, die den deutschen House aus dem Minimal-Sumpf herauszog, in dem er bis 2007 steckte. Wir sollten ihm dafür dankbar sein, während wir den exzellenten Sets aus dem Hause Innervisons auf der Terrasse lauschen.

Freitagabend: Ame
(Bild: Esra Rotthoff)

Das Wochenende beginnt mit einem Glanzstück der deutschen DJ-Kunst: das fünf Stunden lange Set von Âme. Die erste Stunde ist geprägt von minimalistischen Deephouse-Tracks, die gediegen und ruhig den Freitagabend einläuten. Während du mit billigem Weißwein in deiner Küche anstößt, bringen die unkitischigen Vocal-Samples und der rollende Bass die nötige Motivation für eine Partynacht mit deinen Homies. Start your night right – mit Weißwein und Deephouse.

Samstagabend: Marcus Worgull
(Bild: Carolina Redondo)

Noch müde von Freitagnacht? Dann kommt hier ein Wachmacher in Musikform: Marcus Worgull. Der in Würzburg aufgewachsene, in Köln mit elektronischer Musik assimilierte, chronische Platten-Digger und Betreiber des dort bestehenden Plattenladens Groove Attack, bespielt dir diesen Samstagabend die Stereo-Anlage.

Das Set ist ein Live-Mitschnitt seines Auftritts bei der Nation Of Godwana, einem elektronischen Musikfestival, das in Berlin jahrelang als "einziges Festival, auf das man gehen kann" galt. Mit kräftig Power in den Untiefen der Basslines und ruhig marschierenden Melodien spielt Worgull über zwei Stunden lang den typischen Innervisions-Sound.

Samstagnacht: Culoe de Song

Geboren in den südlichen Gebieten Südafrikas, ist Culolethu Zulu heute einer der wenigen DJs und Producer Afrikas, die in Europa bekannt sind. Von DJ-Legende Black Coffee 2007 entdeckt, wurde Culoe 2008 Teil der Innervisons-Family. Wie kein anderer mischt er afrikanischen und europäischen House, so dass er nicht nur in Europa ein gefragter DJ ist, sondern in seiner Heimat Ikonenstatus genießt. Für eine Samstagnacht, in der die Beine möglicherweise noch von Freitag schmerzen, ist diese Musik genau das, was du brauchst.

Sonntagmittag: Dixon
(Bild: Maarten Kadiks)

Als Dixon Anfang der Neunziger nach Berlin kam, bedeutete ein Resident-Job im Club noch: jedes Wochenende auflegen. Die ganze Nacht lang, vor einem Publikum mit hohen Ansprüchen. Härter kann man als DJ nicht geschult werden. Dixon hat aus dieser Erfahrung das Maximum herausgeholt und ist heute so bekannt, dass es sogar eine Facebook-Seite gibt, die seine ausgefallenen Shirts Marken zuordnet und postet.

Sein Set könnte nicht geeigneter sein für einen Sonntag. Es ist so facettenreich – ruhig, und doch voller guter Energie, dass der Sonntag gerettet wird. Egal, wie sehr der Kopf schmerzt oder der Regen gegen das Fenster prasselt.

Sonntagabend - Montagmittag: Âme & Dixon
(Bild: Âme & Dixon)

Überraschung, morgen ist Feiertag! Falls es dir noch nicht gereicht hat, kommt hier der taufrische Essential Mix von Dixon und me für BBC Radio 1. Damit sollte deine letzte Runde Vorglühen gerettet sein. Oder zumindest der Feiertagsputz.

Alle Sets im Volldurchlauf


Food

Tschüss, Supermarkt: Amazon greift an und wir finden das gut
Bitte mehr davon.

Bald werden wir noch fauler, als wir es eh schon sind. Und Amazon trägt mit Schuld daran. Der Onlinehändler will den Lebensmittelmarkt erobern und Rewe, Edeka und Co. angreifen. Ab September sollen zunächst Berliner frisches Fleisch und Gemüse bei Amazon bestellen können, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Später soll es das Angebot auch in München und im Ruhrgebiet geben. Bestätigt hat der Konzern das allerdings noch nicht. Aber klar ist, dass bereits seit Jahren an "Amazon Fresh" gebastelt wird. In den USA können dort schon einige Großstädter bestellen, in London steht der Start kurz bevor.