Bild: Monja Gentschow @monifaktur

Es gibt kein Berlin ohne Keinemusik. Keinemusik, das sind fünf Dudes, die sich 2009 entschieden haben, ihre großstädtische Coolness in einem eigenen Label zu vereinen. Und weil sich in Keinemusik eine neue und sehr gechillte Art der Housemusik tümmelt, widmen wir den Jungs dieses Wochenende.

Freitagabend
(Bild: Promo)

Das ist Reznik. Er liebt Qualitäts-House und Techno. Er verabscheut lieblos in die Welt geschossenen Tech-House-Einheitsbrei, den die weniger passionierten DJs seiner Berliner Nachbarschaft spielen. Wenn du also nicht vorhast, den Abend mit deinen zweifelhaften Krawall-Partybrüdern zu verbringen, sondern lieber deine Musiknerds um dich scharst, dann spielst du dieses Set.

Es beginnt sehr smooth: Langgezogene Synthies bahnen sich den Weg über ruhige House-Basslines. Wenn also die Woche anstrengend war oder das Wochenende sowieso noch anstrengend genug wird, dann bringt dir Reznik das passende Warm-Up-Set. Tipp: Das Set entwickelt sich gegen Ende zu einem leicht tanzbaren Stück, also trink die Flasche Wein nicht schon vor Freude in der ersten Viertelstunde leer.


Samstagmittag
(Bild: Promo)

Das ist &ME. Es wurde doch eine Flasche Wein; vielleicht sogar eine durchzechte Partynacht draus? So ist das, wenn billiger Alkohol und gute Musik zusammenfließen. Also weg mit dem schlechten Gewissen und rein in den Samstag.

&Me, ein ursprünglicher Hamburger Jung, hat in den letzten Jahren das abgeliefert, was man in DJ-Kreisen "Peaktime-Banger" nennt. Wenn man mit dieser Formulierung nichts anfangen kann, sollte man sich eine bis zum Siedepunkt aufgeheizte Masse tanzender Menschen vorstellen, die nur darauf warten, dass der DJ sie zum völligen Ausrasten bringt. Wenn nun ein DJ in dieser Situation ist und zu einer Platte von &Me greift, dann wird er am Ende des Abends auf Händen aus dem Klub getragen.

Da es jedoch Samstagmittag ist, dein Schädel brummt und du keine Banger gebrauchen kannst, hat &Me diese Woche einen etwas ruhigeren House-Mix für dich produziert. Während dein Mitbewohner schon in der Küche mit Töpfen kleppert und die ersten Besucher in der WG eintrudeln, haust du einfach dieses Set an – es wird dich beruhigen.

Samstagabend:
(Bild: Promo)

Das ist Rampa, eigentlich Gregor Sütterlin. Wenn der Freiburger sich für ein Live-Set auf die DJ-Kanzel des Ibiza-Clubs DC10 schwingt, ist Wohlfühl-Zeit im Raverschuppen angesagt. Der DJ führt sein Publikum frei von eintöniger Stampfmusik durch ein breites Spektrum an elektronisch verzerrten Vocals und leicht perlenden Synthies. Seine wabernden Sounds sind so wavy, dass die Dancefloors zu einer wogenden, vor sich hin schwingenden Masse werden. Passion statt Agression.

Auch wenn Rampa seit einem halben Jahr von der Bildfläche verschwunden ist, um sich zu regenerieren, heißt das nicht, dass du das auch tun musst. Dieses Set also am besten genau dann einschalten, wenn du mit einem Bier unter der Dusche stehst und deine Freunde bereits in deinem Wohnzimmer am Trinken sind.

Samstagnacht:
(Bild: Promo)

Das ist David Mayer. Etliche Bier und ein Live-Set später, wartet er auf dich. Der in Deutschland geborene, in Norwegen und Lanzarote aufgewachsene DJ und Produzent schlägt nach einem eher sanften Intro deutlich härtere Klänge an. Rave-Synthies, quietschige Acid-Sounds und eine ratternde Hi-Hat schaffen eine Atmosphäre, in der man leicht die Kontrolle über seinen Körper verlieren kann.

Die Keinemusik-Crew ist zwar dafür bekannt, viel mit afrikanischen Percussion-Sounds zu arbeiten – ihre letzten Hits "I Never Wear Black", "Woods" und "After Dark" tragen alle diese Note – doch zeigt David Mayer gerade mit dem progressiven Sound seiner letzten EP "Jaded", wie vielfältig diese Berliner Crew ist. No shit, das Set kannst du deinen Freunden mit der Nachricht schicken: "Lass was starten, ich hab Bier und Kurze."

Sonntag:
(Bild: Promo)

Und das ist Adam Port. Der Straight-Edge-Vegetarier kommt, im Gegensatz zu vielen seiner DJ-Kollegen, nicht aus dem Hiphop-Genre. Seine ersten Platten waren New York-, Boston- und Washington D.C.-Hardcore. Erst später begann er, sich für all die anderen Genres wie Dub, Dancehall, Rap, Soul oder sogar Psychedelic Rock zu interessieren, welche ihn bis heute beeinflussen.

In diesem Sonntagsset lässt er all diese Genres zusammenfließen. Raus kommt ein Set, das der Berliner selbst als "Off House" bezeichnet. HipHop mit House und Blues und einer Latino-Nummer zu mixen, ist erstens eine Kunst und zweitens genau das, was man an einem Sonntag im Januar braucht!

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