Bild: dpa/Bernd Wüstneck

Was will man mehr: Verrückte Bühnenoutfits (ein Wasserkleid!), ein paar akrobatische Einlagen (mehrere Meter über der Bühne!) und die wichtigsten Songs ("Atemlos"!). Gestern Abend lief auf ZDF zur besten Sendezeit "Helene Fischer – LIVE 2018"

Die Schlagersängerin Helene Fischer hat im Fernsehen zwei Stunden lang das getan, was sie am besten kann: Leute begeistert.

Aber anstatt sich die Show anzuschauen und damit zu leben, dass man bei "Herzbeben" mit dem Fuß gewippt hat, liest man bei Twitter nur solche Kommentare:

Oder solche:

Leute schauen also eine Show, von der sie sich erst mal distanzieren müssen, bevor sie sie loben.

Wieso ist es denn so wichtig, anzumerken, dass man "eigentlich ja kein Fan ist" und die Musik "wirklich nicht die ganze Zeit hört"? Wieso können Menschen nicht einfach zugeben, dass sie Helene Fischer gut finden?

Ich liebe Schlagermusik. Wirklich. Früher habe ich meine Wochenenden in Partyzelten und Mehrzweckhallen verbracht. 

Wenn ich Wolfgang Petry oder Matthias Reim höre, geht mein Herz auf. 

In der Kleinstadt hat das niemanden interessiert – aber mittlerweile ist es ja aber so: Wer in unserem Alter zugibt, dass er ganz gerne mal Helene Fischer hört, wird ausgelacht. 

Warum eigentlich? 

Ist es nicht egal, was für Musik jemand hört? Und ist es nicht egal, wozu man tanzt, solange man überhaupt tanzt und Spaß hat? "Atemlos" kann furchtbar nervig sein, wenn man es schon Hunderte Male gehört hat – aber vielen Menschen verbinden mit diesem Lied schöne Momente. Zum Beispiel Partys, auf denen sie um 4 Uhr morgens ohne Schuhe über die Tanzfläche gerutscht sind.

Pop- und Schlagersongs sind einfach: Man kann die Texte leicht mitsingen und der Rhythmus ist meistens recht ähnlich. Diese Lieder sind darauf ausgelegt, dass man sie gut findet. Und das ist in Ordnung und gar nicht peinlich. 

Helene Fischer ist 33 Jahre alt und ackert monatelang, um eine tolle Bühnenshow auf die Beine zu stellen. Sie macht wirklich nichts, wofür man sich schämen muss. Eine ZDF-Samstagabend-Show will keine Fernsehpreise gewinnen – sondern Menschen einfach unterhalten und ihnen gute Laune machen. Und sowas kann doch einfach nicht schlecht sein.

Schon klar, Helene Fischer macht vermutlich nicht gerade das, was man als musikalisch anspruchsvolle Musik bezeichnen würde. 

Und die Texte werden es nicht in ein Reclam-Heftchen schaffen, aber: Sie machen oft gute Laune und bringen Menschen zum Tanzen. Und manchmal auch zum Weinen. 

Helene Fischer ist also jemand, der mit seiner Musik bei anderen Menschen Gefühle weckt. Nicht das Schlechteste, würde ich sagen.


Trip

Venedig baut Touri-Sperren an Sehenswürdigkeiten auf
Es sind einfach zu viele!

Es ist ja so einfach: Rein in den Billigflieger, rüber ins Airbnb – und fertig ist ein entspanntes Wochenende in einer romantischen Metropole. Venedig zum Beispiel. Mehr als 30 Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die Lagunenstadt. Doch den Behörden reicht es nun.

Wer kein Anwohner ist, muss draußen bleiben: Venedig will mit Straßensperren und Drehkreuzen seinen Tourismus-Ansturm bändigen. Weil über das verlängerte Wochenende zum 1. Mai viele Besucher erwartet werden, sei die Maßnahme nötig. Das teilte die Kommune nun mit. (Tagesschau)