Ein Kriminologe analysiert

Es gibt die Enkel, die immer die besten Noten mit nach Hause bringen. Oder die bei der Gartenarbeit helfen und den Müll heruntertragen. Und dann sind da noch die, die immer bloß Taschengeld haben wollen und sich nur einmal im Jahr sehen lassen.

Und es gibt Gzuz. 

Kristoffer Jonas Klauß. Der Enkel mit kilogrammweise Cannabis, Waffen und Nutten.

Sein neues Video "Was Hast Du Gedacht" sieht aus, als hätte jemand in der Asservatenkammer der Polizei eine "Wolf of Wall Street"-Motto-Party gefeiert. Eskalationsstufe 3000.

Hintern, übergossen mit Alkohol, Cannabis-Plantagen, Koks und Waffen. Viele Waffen. Eine sehr große Menge Waffen. Hatten wir die Waffen erwähnt?

Was würde Gzuz' Oma zu dem Musikvideo ihres Enkels sagen?

"Oma gefällt, was aus ihrem Enkel geworden ist 😌✌🏻️", schrieb Gzuz noch an Weihnachten und teilte ein gemeinsames Foto auf Instagram.

Gzuz Oma, eine Dame mit Gehstock, Schal, grauen Haar, der Blick etwas skeptisch. Eine Oma, wie wir sie aus unseren Wohnzimmersesseln kennen.

Das ist Gzuz' Video:

Rapper-Kollegin Schwester Ewa hat gerade erst Besuch von der Polizei bekommen: Weil sie in einer Insta Story echt aussehende Schusswaffen gezeigt haben soll, stürmte das SEK die Stuttgarter Wohnung. (Bild/ Pressemitteilung)

Muss sich Gzuz' Oma etwa Sorgen machen, wenn der Enkel von "scharfen Waffen" rappt?

Nur mal angenommen, die Waffen wären wirklich scharf – wie viel Haftstrafe steckt im Video?

Das haben wir Michael Heghmanns gefragt, dem Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaft an der Universität Münster.

Gzuz zeigt in seinem Video großkalibrige Waffen. Ist das schon eine Verherrlichung von Straftaten?

Nein, aus dieser Sicht ist das Video erst einmal unbedenklich. Es handelt sich – wenn man das so sehen möchte – um Kunst.

Und wie schaut es bei den Waffen aus?

Ich kann nicht einschätzen, ob die Waffen echt sind und ich weiß nicht, ob Gzuz eine waffenrechtliche Genehmigung hat. Wer ohne entsprechende Genehmigung halbautomatische oder automatische Waffen besitzt, dem droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

Woran bemisst sich die Länge?

Nach der konkreten Tatschuld, die wiederum an der Zahl und Art der Waffen, an der Dauer des unerlaubten Besitzes und natürlich etwaigen einschlägigen strafrechtlichen Vorbelastungen.

Wenn die Waffen aber jemand anderem legal gehören, darf der sie Gzuz in die Hand drücken?

Nein, nur der rechtmäßige sogenannte Besitzberechtigte darf die Waffen besitzen und nicht weitergeben.

Und was droht Gzuz bei der Menge an Cannabis?

Strafrechtlich wird es nicht verfolgt, wenn man nur ein bis drei Konsumeinheiten zum eigenen Verbrauch besitzt. Bei der Menge, die im Video zu sehen ist, droht eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr – vorausgesetzt es ist echt.

Lass uns Freunde werden!

Muss Gzuz' Oma sich Sorgen um ihren Enkel machen?

Entscheidend für die Aufnahme konkreter Ermittlungen ist, ob es konkretere Hinweise auf eine Echtheit der Waffen beziehungsweise der gezeigten angeblichen Drogen gibt, was ich so anhand des Videos nicht beurteilen kann. 

Grundsätzlich würde ich nicht sagen, dass das Zeigen derartiger Dinge in einem Video sogleich die Strafverfolgungsbehörden auf den Plan rufen müsste. Dann müssten sie auch bei jedem TV-Krimi nachforschen.

Also, keine Sorge, Oma Gzuz. 

Seit drei Tagen ist das Video draußen, fast drei Millionen Klicks hat es schon gesammelt. Denn anders als sonst hat nicht 187 Strassenbande den Track geteilt, sondern WorldStarHipHop. Der Channel mit mehr als 9 Millionen Abonnenten promotet eigentlich keine deutschen Künstler. Aber an Gzuz kommen auch sie nicht vorbei. Die Kommentare:

"Eins der verrücktesten Videos, die ich je auf YouTube gesehen habe." Oder: "Das muss Kunstblut sein. Falls nicht, ist der Typ ein Psychopath."


Fühlen

Warum der "Galentine's Day" der bessere Valentinstag ist

Jedes Jahr bilden sich um den 14. Februar herum zwei sehr ungleiche, man könnte vielleicht sogar sagen, verfeindete Gruppen von Menschen: Diejenigen, die den Valentinstag feiern wollen. Und diejenigen, denen dieser Tag völlig egal ist. Oder das zumindest sagen.

Wer in der ersten Gruppe ist, ist klar: Vergebene Menschen, die sich über einen zusätzlichen Tag freuen, an dem sie Geschenke bekommen (oder verschenken) können. Und ihrem Partner einfach mal wieder zeigen möchten, was er ihnen bedeutet.