Bild: imago images / Manngold

"Mama, tut mir leid, ich ging viel zu weit."

Das rappt der Hamburger Rapper Gzuz in seinem Part auf dem Track "Perdono" (italienisch für Vergebung), den er gemeinsam mit Kollegen von der 187 Strassenbande am Freitag veröffentlicht hat.

Der für 187-Verhältnisse fast schon nachdenkliche Track folgt einem im Rap klassischen Muster: Die Mutter ist heilig.

Die Mutter von Gzuz' Kindern wird von seinen Kumpels und einigen seiner Fans gerade aber nicht verehrt, ganz im Gegenteil.

Doch von Anfang an. Am Dienstag erhob GZUZ (seitdem Ex-) Partnerin in ihrer Instagram-Story Vorwürfe gegen ihn. Wovon der Rapper in seinen Songs singt, schnelle Affären und Gewalt, soll sich angeblich ins Privatleben ziehen. Die Vorwürfe untermauerte sie mit Bildern von einem Haargummi mit ausgerissenen Haaren und von sich in einem zerissenen Shirt. 

(Unkenntlichmachung von uns)

Wer von Gzuz wissen will, was an den Vorwürfen dran ist, bekommt keine inhaltliche Antwort – nur die Drohung einer Anwaltskanzlei, dass man nicht darüber berichten dürfe. Mehrere Medien, die über die Vorwürfe berichtet hatten, haben ihre Artikel offline genommen.

Sein Kumpel Bonez MC hat aber reagiert. Er machte sich auf Instagram über häusliche Gewalt lustig.

In einer Story postete er Bilder von Haaren im Abfluss und einem zerrissenen Shirt, dazu den Satz: "Meine Ex hat mich an den Haaren durch die Wohnung gezogen." Außerdem veröffentlichte er ein Bild von blutigen Taschentüchern.

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Das Bild mit den Taschentüchern hat Bonez inzwischen gelöscht, Instagram-Storys verschwinden nach 24 Stunden automatisch. 

Einige 187-Fans gehen auf der Instagram-Seite der Ex-Freundin auf sie los. Manche werfen ihr vor, zu lügen. Andere suggerieren, dass sie sich nicht wundern brauche und Rapper nunmal fremdgehen würden.

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Noch weiter geht diese Nutzerin auf Twitter. Sie beleidigt die Ex-Freundin und sagt, dass sie "kein Mitleid" dafür habe, dass "er sie an den Haaren durch die Wohung gezogen haben soll".

Hinweis: Beide Tweets stammen von derselben Nutzerin.

(Bild: Screenshot Twitter)

Gzuz und seine Strassenbande-Kollegen gehören zu den populärsten Rappern Deutschlands. Sie füllen riesige Hallen und haben Millionen Follower auf sozialen Netzwerken. Sie pflegen ein hartes Image, in ihren Texten geht es auch immer wieder um Gewalt gegen Frauen.

Ob die Vorwürfe gegen Gzuz stimmen, lässt sich derzeit nicht bewerten, es gilt die Unschuldsvermutung. Die Posts seines 187-Kollegen zeigen jedoch, wie ernst die Strassenbande Gewalt gegen Frauen nimmt: gar nicht.


Queer

Regierung will Transsexuellen-Gesetz ändern, das sagen Betroffene
"Das wird vielen Menschen das Leben noch schwieriger machen"

Die Regierung will das Transsexuellengesetz ändern. Der von Buzzfeed" veröffentlichte Entwurf von Justiz- und Innenministerium umfasst 31 Seiten voller Neuregelungen. Schon an diesem Freitag sollen Fachverbände und Parteien ihre Stellungnahmen dazu einreichen – spätestens.

Entweder Mann oder Frau, dazwischen oder daneben gibt es eigentlich nichts, so steht es bisher im Transsexuellengesetz, kurz TSG. Das Gesetz ermöglicht seit 1981 Angleichungen an eine von zwei Optionen. Mehr nicht. Bis heute gibt es viele Hürden, unter anderem muss ein Amtsarzt ein Gutachten schreiben.

Das Bundesverfassungsgericht hat schon mehrfach Teile des Gesetzes für verfassungswidrig erklärt und eine dritte Option neben Mann und Frau gefordert. Jetzt soll das Gesetz endlich reformiert werden. Wirklich durchdacht wirken die Pläne der Regierung aber nicht.

Wir haben uns den Gesetzentwurf mit Betroffenen zusammen angesehen. 

Was steht im Gesetzesentwurf?

  • Künftig sollen Änderungen des Geschlechtseintrags in der Geburtsurkunde erst nach drei Jahren neu beantragt werden können. Viele Betroffene finden das willkürlich und warnen vor den Folgen bei möglichen Fehlentscheidungen.
  • Namens- oder Geschlechtseinträge sollen weiterhin nur vor Gericht geändert werden können und nicht beim Standesamt. Außerdem sollen Ehepartnerinnen und -partner künftig angehört werden. Betroffene fürchten, dass so ein Veto-Recht mit Erpressungspotential entstehen könnte.
  • Der neue Entwurf will Inter- und Transsexuelle per Definition unterscheiden. Kritikerinnen sagen, dass das in der Praxis jedoch neue Probleme schafft und nicht alle Menschen erfasst.

Die 30-jährige trans Frau hat sich in den vergangenen zwei Tagen ausführlich damit beschäftigt. Sie fürchtet: "Eine Ablehnung könnte durch die neue Sperrfrist von drei Jahren dazu führen, dass Betroffene ganz die Hoffnung verlieren und sich das Leben nehmen."