Unsere Musik-Tipps für Freitag bis Sonntag

Dort gelebt haben die wenigsten, kennen tut ihn jeder – den sonnigen Flecken im Süden Deutschlands, im Schwarzwald, mit dem grünen Bürgermeister und dem Hang zu sympathischem Zweitligafußball: Freiburg. Die kleine badische Enklave mit über 200.000 Einwohnern verfügt über eine aktive Nachtclub-Szene, die in den letzten Jahren einige bekannte DJs hervorgebracht hat. Dieses Wochenende führen wir euch durch die Clubs der Stadt, außerdem gibt es einen exklusiven Mix.

​Freitagabend: Tobi Rodenstein

Freiburg ist keine Stadt für große Hektik, also lassen wir es ruhig angehen. Am Freitagabend hat die Hälfte der Szene ohnehin noch einen Kater vom Donnerstag. Deshalb hat uns der Wahlmünchner Tobi Rodenstein ein leichtes House-Set mit ruhig anlaufenden Disco-Melodien zusammengemischt. Es erinnert an den Sound einer der besten regelmäßigen Housepartys in Freiburg. Bei "Tageins" im "Waldsee" läuft der funkige Discosound des bekanntesten Labels der Stadt: "Foul and Sunk".

​​​Samstagmittag: Valentin Eka

Für gewöhnlich hört man die Musik von Valentin Eka Freitagabends bei der Needsome-Radioshow, einer Sendereihe des freien und nichtkommerziellen Radiosenders Dreyeckland, der seinen Sitz in Freiburg hat. Hier haben schon Szeneköpfe wie Florian Kupfer und Mirko Hektor ihre Platten gespielt. Valentins Set besteht aus Soul- und Funk-Originalen, die ohne brummenden Beat gute Laune versprühen und nicht anstrengend werden. Perfekt für einen Samstagmittag.

​​​Samstagabend: LA Rokoko

Keine Angst, die hören sich zwar böse an, sind aber eigentlich ganz zahm. Die drei Musik-Nerds von LA Rokoko haben sich auf die Fahne geschrieben, speziell und einzigartig verrückten Techno und Electro zu spielen. Ihren sphärisch-dunklen Sound hört man meistens im Club "White Rabbit", der oft nur "Hasen" genannt wird. Der linksalternative Gewölbekeller ist Heim für jeden, der keine aufgetakelte Mainstream-Musik ertragen kann, den eine verrauchte Tanzfläche nicht stört und der ein offenes Ohr für experimentelle Musik hat – egal ob World, Reggae, Punk, Drum’n’Bass oder Techno.

​​​Samstagnacht: Frederick Block

Schredder, Noise und Krach: Das neu gegründete Label “Reach Another System” verbreitet nicht gerade das Gefühl, auf Kuschelkurs mit seinen Hörern zu gehen. Die beiden Jungs hinter dem Label brennen für noise-lastige, quietschende Sounds mit scheppernder Bassline. Ihr Label und die Musik von Frederick Block, der hier seine erste Platte releast, spiegeln diesen experimentellen Einschlag wieder. Eigentlich passt solche Musik eher nach Leipzig ins "Institut für Zukunft". Die Labelgründung zeigt deshalb, wie stark der Wunsch der Freiburger DJs ist, sich endlich einen Platz in Deutschlands Musik-Landkarte zu erkämpfen – und so endlich den unseligen Tocotronic-Stempel loszuwerden.

Sonntagmittag: Niklas Wille

Sonntagsmusik unter den Freiburger DJs zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Da in Baden-Württemberg ab 5 Uhr strikte Sperrstunde herrscht und es kaum After-Partys gibt, muss alles vorher stattfinden. Damit die Leute um 23 Uhr schon anfangen zu tanzen, reihen DJs oft einen "Crowd-Pleaser" nach dem anderen. Aber es gibt Hoffnung: Der 20-Jährige Niklas Wille hat mit "forever" ein Vinyl-Only-Set eingespielt, mit dem du am Sonntag auf jeden Fall entspannen kannst – egal in welchem Zustand. Wille hat früher in der "Schmitz Katze" gearbeitet, anschließend dort Partys organisiert und mit der DJ-Crew "Strangers" eine Institution unter gleichaltrigen Szene-Kids geschaffen.

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