Bild: Screenshot YouTube

Vor fünf Jahren hatte Conchita Wurst mit "Rise Like a Phoenix" den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Mit diesem Song war auch Bilal Hassani in der Castingshow "The Voice Kids" in Frankreich bekannt geworden – jetzt steht der 19-Jährige selbst im ESC-Finale. Doch seit seinem Sieg beim Vorentscheid am Wochenende wird er auch massiv homophob angefeindet.

Bilal Hassani trägt platinblonde Haare, schminkt sich und ist offen homosexuell. Er stammt aus einer Familie mit marokkanischen Wurzeln, weshalb er im Netz nun als "Araber mit Perücke" beleidigt wird. Andere bezeichneten ihn als "Schande für Frankreich" und als "Pädophilen", teilte sein Anwalt der Agentur AFP mit. Seine Unterstützer zählten seit dem Wochenende bereits mehr als 1500 beleidigende oder diskriminierende Tweets. (BR

Gleichzeitig wird von französischen Rechten eine angebliche Aussage von Hassani verbreitet, in der er gesagt habe, er sei "kein Franzose, sondern Marokkaner" – was er aber nie gesagt hatte (AFP). Beim Vorentscheid am Samstag hatte der Sänger mit dem französisch- und englischsprachigen Song "Roi" gesiegt – "Wenn ich träume, bin ich ein König", singt er darin. 

Wie reagierte Bilal Hassani?

Gefallen lassen will sich der 19-Jährige den Hass nicht: Sein Anwalt hat sich wegen "Beleidigung, Aufruf zum Hass und zur Gewalt sowie homophoben Drohungen" an die Strafverfolgungsbehörden gewandt – in den Kommentaren habe es nach Auskunft seines Anwalts auch Aufrufe bis hin zum Mord gegeben.

Zahlreiche Menschen solidarisierten sich mit dem französischen Sänger. Einer der Moderatoren des diesjährigen ESC, der in Israel stattfinden wird, schrieb: "Ich weiß, wie es sich anfühlt, von vielen geliebt zu werden und von denjenigen abgelehnt zu werden, die noch in der Dunkelheit sind. Bleib stark!"


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