Außerdem: Wie die Spotify-Weihnachtsbeauftragte deine Feiertagsplaylist bestimmt

Weihnachten ist die Zeit im Jahr, in der die Menschen zusammenrücken – nirgends trifft dieses Klischee so sehr zu wie bei Weihnachtsmusik. Menschen, die das ganze Jahr nur alte Marilyn Manson Platten gehört haben, können sich plötzlich mit Hip-Hoppern, Ravern und Schlager-Fans auf einen Soundtrack einigen: Mariah Carey, Wham, Micheal Bublé, eine Prise Heintje – fertig ist die Party. Das Einzige, was man zur Weihnachtszeit noch mehr hört als „Last Christmas“, sind die Beschwerden darüber, dass überall nur „Last Christmas“ läuft.

Da fragt man sich doch: Warum ist das so? Und: Wieso gibt es so wenige neue Weihnachtslieder? Und darf man im Oktober wirklich schon „Jingle Bells“ pfeifen? Mit diesen und anderen Fragen haben wir uns an Maik Pallasch gewandt, der bei Spotify als „Head of Music GSA“ unter anderem für die Erstellung der Playlists zuständig ist.

Hallo Maik. Sag mal, fühlt sich das nur so an oder läuft tatsächlich jedes Jahr früher Weihnachtsmusik überall?

Das kann schon stimmen. Wir richten uns mit dem Start unserer Weihnachtsplaylists ja nach dem Verhalten der Nutzer. Und wir mussten den Start immer weiter nach vorne legen, weil wir festgestellt haben, dass die Menschen immer früher Weihnachtsmusik hören. Vor zwei Jahren haben wir noch im Dezember angefangen. Letztes Jahr war es Anfang November. Und dieses Jahr haben wir die Playlists schon Anfang Oktober gelauncht – weil die Leute da eben schon Mariah Carey, Michael Bublé und Wham! gestreamt haben.

Dann sind wir also selber schuld?! Oder wir kommen einfach immer früher in Weihnachtsstimmung, weil im Oktober schon überall Spekulatius in den Regalen steht. Aber hat dieser Trend denn eine natürlich Grenze? Oder heißt es bald:

WEIHNACHTEN IM JULI!

(lacht) Ich weiß es natürlich nicht, aber ich hoffe doch, diese Grenze ist jetzt erreicht. Ich glaube jedenfalls nicht, dass wir nächstes Jahr früher anfangen als dieses.

Hören die Menschen denn auch immer später mit der Weihnachtsmusik auf?

Nein, da sind sie radikal: Heiligabend ist der Höhepunkt, und dann geht es sehr schnell bergab mit den Klickzahlen. Am 27.12. ist es vorbei und die Leute wollen dann auch wirklich keine Weihnachtsmusik mehr hören.

Nach welchen Kriterien stellt ihr denn eure Weihnachtsplaylists zusammen?

Naja, grundsätzlich werden Weihnachtslisten auf dieselbe Art erstellt wie unsere anderen Playlists auch. Unsere Redakteure erarbeiten Playlistkonzepte und suchen Musik dafür aus. Dann kommen manchmal – täglich, wöchentlich oder monatlich, je nach Playlist – neue Songs rein. Die Anordnung der Songs wird dem Hörverhalten angepasst, andere Songs fliegen raus. Bei großen Playlists wie zum Beispiel dem New Music Friday sitzen wir wie ein Komitee in der Redaktion zusammen und überlegen, welche Songs in diesen Playlists in der jeweiligen Woche auftauchen sollen.

Bei der Entwicklung von Listen mit Weihnachtsliedern schauen wir uns natürlich immer auch die Nutzungsdaten an. So entscheiden wir, welche Songs in den Listen bleiben oder welche weiter nach vorne rücken, weil sie vielleicht am Anfang einer Playlist besser funktionieren als woanders. Man muss auch aufpassen, dass man nicht zu viele ähnliche Songs hintereinander reiht – das ist aber von Playlist zu Playlist unterschiedlich.

Ein paar Facts am Rande:

  • Es gibt über 2200 deutschsprachige Versionen von „Stille Nacht, Heilige Nacht“  
  • Mariah Carey ist seit dem 17.11.2018 wieder in den Spotify Top 100 (ratet mal, mit welchem Lied)      
  • An Heiligabend hören sehr viele Menschen den Soundtrack zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
  • Am meisten Weihnachtsmusik wird in kalten, dunklen Ländern wie Island und Norwegen (und Deutschland) gespielt. Einzige Ausnahme: Malta.   

Habt ihr jemanden, der sich speziell um Weihnachtsmusik kümmert?

Ja, wir haben tatsächlich eine Redakteurin, die das bei uns federführend macht. Wir haben sie intern schon „Head of Christmas“ getauft. (lacht) Sie pflegt auch unsere beiden größten Weihnachtsplaylists, die Weihnachtshits und die Weihnachtsklassiker. Aber sie arbeitet da natürlich auch mit Kollegen zusammen, die dann schauen, ob es in den verschiedenen Genres neue Interpretationen von Weihnachtssongs gibt.

Da trägt euer „Head of Christmas“ aber schon eine Menge Verantwortung! Was hat sie denn für Qualifikationen?

Die meisten unserer Redakteure kommen entweder aus der Musikindustrie oder aus dem Musik-, Radio oder -TV Bereich. Andere haben früher als DJ aufgelegt. Die Grundanforderungen sind eigentlich für alle Redakteure dieselben: Ein Gespür für Musik sollte man haben und eine Expertise in einem bestimmten Genre ist auch hilfreich. Und dann sollte man ein analytisches Verständnis besitzen und mit Daten umgehen können. Unsere Weihnachtsexpertin hat aber keine spezielle weihnachtliche Vorbildung. Nur eine ganz große Vorliebe für Weihnachten.

Hat sie denn viel zu tun? Gefühlt kommen ja jedes Jahr die gleichen Lieder überall. Muss in diesen Weihnachtslisten denn viel geändert werden?

Jaja, diese Playlists werden schon jedes Jahr überarbeitet, weil es dann doch immer wieder Neuinterpretationen von klassischen Weihnachtsliedern gibt. Und wir selbst bringen mit unserem Spotify-Singles-Programm auch immer wieder neue Lieder heraus. Dafür nehmen wir in Spotify Studios überall auf der Welt Weihnachtssongs mit großen Künstlern auf: von John Legend bis Anderson Paak. 2017 gab es „Rudolph the Red Nosed Reindeer“ in einer Version von DMX.

Die Spotify Singles Christmas Collection ist also auch ein guter Tipp für Menschen, die keine klassische Weihnachtsmusik hören wollen. Weil du die Songs hier anders interpretiert findest und weniger mit Weihnachtsglöckchen konfrontiert wirst, sondern eher mit Popkultur.

Aber die absoluten Hits bleiben immer dieselben, oder?

Es gibt tatsächlich jedes Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Mariah Careys „All I Want for Christmas Is You“ und „Last Christmas“ von Wham. In den letzten Jahren hat „All I want For Christmas Is You“ immer gewonnen. Aber: Am 24.12. wird der Kindermusik-Künstler Rolf Zuckowski genauso viel gehört wie Maria Carey.

Wir merken uns:

All People Want for Christmas is „In der Weihnachtsbäckerei“ hören.

Kundeninformationen

Egal, was der Kalender sagt, Weihnachten fängt im Kopf an. Deshalb gibt es “zu früh für Weihnachtsmusik” bei Spotify eigentlich nicht: Hier starten die Jingle Bell Rocks in einem Land ganz offiziell, sobald sie dort mehr als zwei Prozent der gestreamten Musik ausmachen. 2017 haben die meisten im Durchschnitt ab Ende November Weihnachtsmusik gespielt, so auch in Deutschland. Besonders früh dran waren die Philippinen: Hier liefen XMAS-Hits im letzten Jahr schon ab dem 9. Oktober! Weltweit haben Spotify Hörer übrigens mehr als 21 Millionen Weihnachts-Playlists erstellt – ist Mariah Carey vielleicht auch in deinen diesjährigen Top 10 gelandet? Finde es heraus mit deinem persönlichen Jahresrückblick auf https://spotifywrapped.com/de/ 

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Eine Frau hat erstmals mit der Gebärmutter einer Toten ein Kind geboren

Gründe, weshalb Frauen keine Kinder bekommen können, gibt es viele. Wenn die Gebärmutter nicht funktioniert, ist eine Schwangerschaft nicht möglich. Für betroffene Frauen gibt es die Möglichkeit einer Gebärmuttertransplatation – bisher kamen die Spenderorgane von lebenden Frauen. 

Jetzt hat erstmals eine Frau aus Brasilien mit der Gebärmutter einer Verstorbenen ein Kind zur Welt gebracht.

Wie Forscher im Fachblatt "The Lancet" schreiben, wurde der Frau im September 2016 die Gebärmutter einer Verstorbenen implantiert. Die Patientin leidet unter dem "Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser"-Syndrom leidet – Frauen mit dem Syndrom werden ohne oder mit nur unvollständig ausgebildeter Gebärmutter und Scheide geboren (Universitätsklinikum Erlangen). Die Transplantation habe insgesamt mehr als zehn Stunden gedauert, heißt es. 

Damit die Gebärmutter nicht vom Körper abgestoßen wird, musste die Empfängerin zudem auch Medikamente schlucken, die ihr Immunsystem unterdrücken sollten. Rund fünf Monate nach der Operation entwickelte die Frau einen regelmäßigen Zyklus.

Sieben Monate nach der Operation setzte man der Frau befruchtete Eizellen in die Gebärmutter ein – zehn Tage später war sie schwanger. Per Kaiserschnitt brachte die Frau bereits am 15. Dezember 2017 in der 36. Schwangerschaftswoche ein Mädchen zur Welt. Knapp ein Jahr später machten die Ärztinnen und Ärzte den Eingriff öffentlich.

Wie geht es Mutter und Kind?

Die Patientin und ihr Kind seien wohlauf, heißt es vonseiten der Ärzte. Die Gebärmutter sei außerdem direkt nach dem Kaiserschnitt entfernt und die Immunsuppressiva eingestellt worden.